So bunt und romantisch wird es bei der Premiere von „Madama Butterfly“ in der Oper Dortmund

hzOper Dortmund

Giacomo Puccini ließ sich Anfang des 20. Jahrhunderts von Fernost begeistern. In der Oper Dortmund wird seine Madama Butterfly ab Sonntag (15. September) zu einem bunten Ereignis.

Dortmund

, 12.09.2019, 16:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es wird bunt in der „Madama Butterfly“, die am Sonntag (15.9.) um 18 Uhr Premiere im Opernhaus feiert. Es wird ein Kostümfest, und Romantik-Zauber wird es im ersten Akt vor der Hochzeit der Geisha Cio-Cio-San, der „Butterfly“, mit dem amerikanischen Lieutenant Pinkerton auch geben.

Das große Liebesduett sang das Paar am Mittwochabend bei der öffentlichen Probe im Opernhaus im Garten unter einem funkelnden Sternenhimmel. Und auch eine große japanische Winkekatze war als Requisit schon zu sehen.

Der Regisseur durfte in der Probe nicht eingreifen

Allerdings war die Probe anders, als es das Publikum gewohnt ist. Wegen der kurzen Vorbereitungszeit in der noch so jungen Saison erlebten die Besucher die sogenannte Bühnenorchesterprobe, das heißt einen kompletten Durchlauf des ersten Aktes ohne Unterbrechungen, aber mit dem Orchester unter der Leitung von Gabriel Feltz im Graben. Vor den nächsten Premieren soll es wieder Proben mit dem Regisseur geben – was auch interessanter fürs Publikum ist.

Das Regieteam, das die schöne „Turandot“ herausgebracht hat, inszeniert auch die „Butterfly“. Der japanische Regisseur Tomo Sugao schafft in dem sehr gradlinigen Bühnenbild von Frank Philipp Schlößmann, das im ersten Akt aus einem Kasten mit doppeltem Lichtrahmen besteht, intime Räume und Platz für große Aufmärsche.

Das Solopaar ist musikalisch ein Traum

Die wirkten in den Szenen mit dem Opernchor bei der Probe zuweilen noch etwas statisch und holzschnittartig, aber effektvoll. Weil Regie und Bühnenbild eine so klare Ästhetik haben, blieb Gabriel Feltz viel Raum, um die Geschichte musikalisch schon jetzt ganz wunderbar zu illustrieren. Wie genau Feltz die Stimmungen und Charaktere musikalisch ausgearbeitet hat, konnte man schon in der Probe hören.

„Diese Oper ist das tiefgehendste Frauenporträt, das es gibt“, schwärmte der Generalmusikdirektor vor der Probe. Die Butterfly ist nach den Hochzeitsvorbereitungen zu Beginn des ersten Aktes in den gut zweieinhalb Stunden Spieldauer der Oper fast durchgängig auf der Bühne präsent. „Sie zeigt Stärke, Verletzlichkeit, Glück, Verzweiflung und Verschwiegenheit. Es ist erstaunlich, wie sich ein Mann wie Puccini so tief in eine Frau einfühlen kann“, sagte Feltz.

Anna Sohn wird diese Butterfly singen, und die junge Südkoreanerin machte schon in der Probe deutlich, wie sehr man ihr das 15-jährige Mädchen Cio-San abnimmt. Einen schlanken Sopran hat die Sopranistin, aber auch das Stimmvolumen, um später richtig ausladenden Puccini-Klangsog à la Hollywood in den Raum zu stellen. Der Pinkerton an ihrer Seite ist eine kleine Sensation: Tenor Andrea Shin, der schon ein fantastischer Calaf in der „Turandot“ war.

Termine: 15. / 18. / 29.9., 10. / 19. / 27. 10., 1./8. 11., 21. / 25. 12., 10.1., 9.2.; Karten: Tel. (0231) 5027222 oder www.theaterdo.de
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