So erleben Dortmunder in Australien die verheerenden Buschfeuer

hzBrandkatastrophe

Renée Einhaus berichtet von Atemmasken und Wäsche voller Asche: Ein Reisebüro betreut mehrere Dortmunder in Australien - diese berichten von ihren Erlebnissen angesichts der Buschfeuer.

Dortmund

, 13.01.2020, 14:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Renée Einhaus ist seit dem Sommer als Au-pair in Australien - und kann sich bei ihrer Gastfamilie in einer Vorstadt von Sydney noch in Sicherheit wiegen. „Hier und auch generell im Stadtzentrum von Sydney bekommt man von den eigentlichen Bränden und ihren Auswirkungen zum Glück nicht viel mit“, berichtet die 19-Jährige. Der Rauch der Buschbrände ist aber auch in der Fünf-Millionen-Metropole an der Ostküste spürbar.

Rauch in der Luft

„Momentan geht es wieder, aber vor etwa einem Monat war es oft sehr rauchig, und man konnte den Rauch schon morgens in der Luft riechen“, erzählt Renée Einhaus. „Viele Menschen haben zu der Zeit Atemmasken getragen. Und wenn ich draußen die Wäsche aufgehängt habe und sie dann später wieder abhängen wollte, war sie meistens voller Asche.“

„Es ist ziemlich beängstigend“, stellt die junge Dortmunderin fest. Eine ihrer Au-pair-Freundinnen hätte sogar darüber nachgedacht, wegen der Brände nach Hause zu fliegen.

Campingplatz abgebrannt

Auch die Planungen für die Weihnachtsferien hatten die Brände in vielen Familien über den Haufen geworfen. „Meine Gastfamilie konnte nicht in den geplanten Campingurlaub fahren, weil der Campingplatz abgebrannt war“, berichtet Renée Einhaus.

So erleben Dortmunder in Australien die verheerenden Buschfeuer

Dichter Rauch am Strand - so beeinträchtigen die Buschfeuer in Australien auch den Alltag der Menschen, die weit weg von den eigentlichen Bränden sind. © Renee Einhaus

Diese Probleme seien freilich nicht vergleichbar mit den Auswirkungen der Brände für die Australier, die unmittelbar betroffen sind, findet sie - und denkt dabei an die Menschen und Tiere, die in den Flammen umgekommen sind oder ihr Zuhause verloren haben. Renée hat deshalb beschlossen, selbst ein wenig Hilfe zu leisten. „Ich habe Geld an ein Wildlife-Hospital gespendet, das sich momentan insbesondere um die Tiere, die Opfer der Feuer geworden sind, kümmert.“

Bislang Glück gehabt

Die 18-jährige Dortmunderin Jule Hassel, die sich momentan ebenfalls in Australien befindet, hat von den verheerenden Feuern bislang deutlich weniger mitbekommen als Renee Einhhaus. „Ich bin vor zwei Monaten angekommen und war die ersten vier Wochen in Westaustralien“, berichtet Hassel, „und da ist gar nichts passiert.“

Als sie anschließend in Melbourne ankam, habe sie bis auf ein bisschen Rauch erneut nichts von den Bränden bemerkt. Erst nach der Weiterreise in Richtung Norden sei Melbourne offenbar schlimmer betroffen gewesen, erzählt die 18-Jährige: „Eine Freundin schrieb mir, dass die Stadt nun voller Rauch sei und man nicht auf die Straße gehen könne, ohne Kopfschmerzen zu bekommen.“

So erleben Dortmunder in Australien die verheerenden Buschfeuer

Jule Hassel (r.) mit zwei Freundinnen vor der weltberühmten Oper in Sydney. Von Rauch ist dort nichts zu sehen. © Privat

Auch während ihres Aufenthaltes in Sydney hatte Hassel offenbar Glück: „Einen Tag lang sah man den Rauch zwar, konnte ihn aber nicht riechen.“ Bisher weitestgehend unbehelligt, setzt sie ihre Reise mit zwei Freundinnen nun guter Dinge fort, um Anfang März wieder in die Heimat zurückzukehren.

Reisebüro unterstützt vor Ort

Das Dortmunder STA-Travel-Reisebüro bietet nicht nur Flüge nach Australien an, sondern unterstützt Reisende vor Ort auch mit Starterpaketen, die unter anderem Hilfe bei bürokratischen Angelegenheiten, Transfers und der Stellensuche bieten. Momentan befänden sich zahlreiche Dortmunder down under, sagt STA-Mitarbeiterin Sibille Pols: „Aber all unseren Kunden geht es gut.“

Sie und ihre beiden Dortmunder Kolleginnen befänden sich in regelmäßigem Kontakt zu den Reisenden am anderen Ende der Welt, fährt Pols fort: „Wir schreiben alle persönlich per E-Mail an und haben so erfahren, dass die Feuer in Australien natürlich ein Thema sind.“

Clevere Kunden

Evakuiert werden musste aber noch kein Kunde: „Einige haben ihre Route etwas umgeplant, wobei sie Unterstützung von uns erhalten. Aber auch dabei gab es noch keine Probleme – wir haben ja clevere Kunden.“

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt