So feierten die Martener zwei Tage ihr neues Bürgerfest

hzMartener Bürgerfest

Mit einer Stempelstelle des Jakobswegs fand das Martener Bürgerfest seinen Höhepunkt. Doch Musik, Hüpfburg und Ringen kamen auch gut an. Und Erinnerungen an ein ganz anderes Fest kamen hoch.

von Tobias Weskamp

Marten

, 04.08.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Jakobsweg beginnt vor deiner Haustür – die einleitenden Worte des Ersttagsblattes treffen ab sofort auch für alle Martener zu: Die Besucher des Martener Bürgerfestes haben eine Stempelstelle des Jakobswegs am Wochenende offiziell hinter dem Schulmuseum eröffnet. Im Westfälischen Schulmuseum können Pilger nun regelmäßig ihre Pilgerpässe stempeln lassen.

Gestempelt wird in der Bücherei

Die Stempelstelle wird sich in der Bücherei befinden, wie Ingrid Arndt, 1. Vorsitzende des Fördervereins Bücherei Marten, erklärt. „Viele kennen die Bücherei gar nicht, obwohl wir sie als Förderverein schon 23 Jahre lang leiten“, sagt sie. Die Stempelstelle könnte dazu beitragen, die Bücherei bekannter zu machen, so die Hoffnung.

Die verschiedenen Stempelstellen des Jakobswegs in der Umgebung kann man beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) erfragen, wie Organisator Reiner Gallen vom Martener Forum erklärt.

Es gibt nicht nur den einen Jakobsweg

Apropos Jakobsweg: Davon gibt es so einige. Jakobsweg werden zahlreiche Pilgerwege durch ganz Europa genannt, die alle zum angeblichen Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela in Spanien führen sollen. Neben Marten sind auch Unna, Lünen, Hagen und Wattenscheid Stationen der „Wege der Jakobspilger“.

Zu Einweihung kommen einige Pilger, um sich ihren Stempel abzuholen. Eine von ihnen ist Kirsten Henken aus Bremen. „Das Buch ‚Die heiligen Geheimnisse eines Magiers: 12 Einweihungen auf dem Jakobsweg’ des Autors Paulo Coelho brachte mich zum Pilgern“, erzählt sie. „Wie er habe ich mich an der selben Stelle verlaufen.“ Beim Pilgern lerne man viel über sich selber.

Auch der Körner Markus Meyer pilgert in Etappen den Jakobsweg. „Alle Etappen sind total unterschiedlich. Mal geht man abends in Kneipen, mal ist es eher intelektuell, mal stehen Natur und Religion im Vordergrund“, schildert er. „Der Weg gibt einem, was man braucht.“ Meyer organisiert mit seiner Partnerin Kirsten Henken einen regelmäßigen Pilgerstammtisch in Dortmund, zu dem bis zu 30 Interessierte kommen.

Emscherflute spielt mittelalterliche Musik zur Stempelstelleneröffnung

Aber auch abseits der Stempelstelle gibt es viel zu entdecken. Wobei die Band Emscherflute, ein „Martener Gewächs“, zumindest die Musik passend zum Jakobsweg liefert. „Wir spielen Musik vom Mittelalter über die Renaissance bis zu europäischem Folk“, beschreibt Michael Förster. Die Gruppe spielt seit 2006 zusammen, meist zu fünft. Während des Festes sind sie zu dritt und laden die Kinder zu kleinen Spielen ein.

Das Martener Bürgerfest ist der direkte Nachfolger des Martner Volksfestes, kurz MaVoFe. Das war eine Kirmes mit Fahrgeschäften und mehr als 100 Ausstellern, aber es wurde auch Wert darauf gelegt, dass die Menschen in Ruhe zusammenkommen konnten. „Ob MaVoFe oder Bürgerfest: Es sind Orte der Begegnung“, ergänzt Axel Wolff vom Organisationsteam.

Durch verschiedene Auflagen, unter anderem der Feuerwehr, wäre es aber schwer gewesen, den Kirmescharakter aufrecht zu erhalten. „Es hätte Lücken im Aufbau gegeben und das ist für eine Kirmes nicht gut“, erklärt Gallen.

Das Fest kam gut an

Die Besucher sind zufrieden. „Das Fest ist eine Kommunikationszentrale“, findet Klaus Vollmeyer. Auch Renate Geitz gefällt die Gemeinschaft. Klaus-Jürgen Eckhoff hat auch das MaVoFe besucht. „Das war mehr Kirmes. Aber das Bürgerfest ist für die Martener auch genau richtig“, findet er.

Auch das Martener Forum freut sich. „Es kommen sehr viele junge Familien“, so Gallen. Wichtig ist ihnen, dass die Kinder kostengünstige Unterhaltung haben. Auch die Ringervorführung des KSV Marten kam gut an. Monika Rößler, Sprecherin des Martener Forums, ist auch zufrieden. Gallen dankt auch den Gewerbetreibenden für ihre Sachspenden: „So haben wir keine Nieten bei der Tombola.“

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