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So geht es nach dem Finanzskandal im St.-Johannes-Hospital jetzt weiter

hzEine Million Euro veruntreut

Am St.-Johannes-Hospital hat ein Mitarbeiter über Jahre eine Million Euro auf sein eigenes Konto geschafft. Viele Dortmunder stellen sich die Frage, wie es so weit kommen konnte.

Dortmund

, 24.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Acht Jahre lang soll ein 36-Jähriger regelmäßig Geld auf sein Privatkonto überwiesen und dafür gefälschte Rechnungen geschrieben haben. Innerhalb der Krankenhaus-Finanzbuchhaltung war das nicht aufgefallen. Die Geschäftsführung der St.-Johannes-Gesellschaft hat bereits eingeräumt, dass die Arbeit des langjährigen Mitarbeiters rückblickend gesehen nicht genau genug überprüft worden war.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind noch nicht abgeschlossen. Sie richten sich bisher nur gegen den ehemaligen Mitarbeiter. Der Mann sitzt nicht in Untersuchungshaft. Er hatte seine Tat gegenüber der Geschäftsführung bereits zugegeben und laut Staatsanwaltschaft auch schon angeboten, einen Teil des Geldes zurückzuzahlen.

Krankenhaus-Gesellschaft hat Abläufe in der Finanzbuchhaltung verändert, damit sich so ein Fall nicht wiederholt

Die Stelle des Finanzbuchhalters in der St.-Johannes-Gesellschaft ist neu besetzt worden. „Jedoch hat die Abteilung ihre Aufgabengebiete neu strukturiert, so dass es heute diese Position mit der Zuständigkeit nicht mehr gibt“, sagt Sprecherin Gudula Stroetzel auf Anfrage dieser Redaktion.

Zudem hat die Trägergesellschaft des St.-Johannes-Hospitals einige Abläufe verändert. Für Buchungsvorgänge gelte das strenge Vier-Augen-Prinzip, teilt Gudula Stroetzel mit. „Hinzu kommen verschärfte Zugangsberechtigungen zu Zahlungssystemen und zusätzliche erweiterte Stichproben.“

Nach Bekanntwerden des Untreue-Falls hatten Wirtschaftsprüfer, die auf Wirtschaftskriminalität spezialisiert sind, alle Konten und Zahlungsvorgänge der vergangenen zehn Jahre prüfen lassen. Die Wirtschaftsprüfer bestätigten die Summe von 1,2 Millionen Euro.

St.-Johannes-Gesellschaft geht davon aus, dass die Versicherung den Großteil des Schadens übernimmt

Außerdem schafft die St.-Johannes-Gesellschaft ab Herbst 2019 die Stelle eines eigenen Wirtschaftsprüfers (Revisor). Dies sei in der Krankenhauslandschaft „noch eher ungewöhnlich“, so die Sprecherin.

„Wir gehen davon aus, dass ein Großteil der unterschlagenen Summe durch die Versicherung erstattet wird“, sagt Gudula Stroetzel. Zu diesem Zweck verfügt die St.-Johannes-Gesellschaft über eine sogenannte „Erweiterte Vermögensschadenhaftpflichtversicherung“. Solche Versicherungen schützen Unternehmen unter anderem vor solchen Fällen von Veruntreuung durch einzelne Mitarbeiter.

2015 war ein vergleichbarer Fall in Bottrop bekannt geworden. Eine Buchhalterin hatte am dortigen Marienhospital insgesamt rund vier Millionen Euro unterschlagen. Dafür wurde sie zu vier Jahren Haft verurteilt.

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