So ist das Roma-Kulturfestival „Djelem Djelem“ gestartet

hzNordmarkt

Das Kulturfestival „Djelem Djelem“ ist gestartet. Im Mittelpunkt steht die Kultur der Roma und Sinti. Aber schon beim Auftakt auf dem Nordmarkt wird klar: Es geht um uns alle.

Nordstadt

, 12.09.2019, 18:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf dem Nordmarkt herrscht am Donnerstagnachmittag (12.9.) Tanzlaune. Ein Familienfest markiert den Start von „Djelem Djelem“. Zu so einem Fest gehört Musik. Auf der Bühne stehen Luqan und Eduard an Saxofon und Keyboard und schmeißen den schnellen Beat an. Vor ihnen bewegen sich 20 Kinder und Jugendliche aus der Tanzgruppe des Vereins Romano Than anzug- und kleidertragend in komplizierten Choreografien.

Viele Menschen, die aus Südosteuropa nach Dortmund eingewandert sind, stehen auf dem Platz. Sie genießen es sichtlich, laut und ausgelassen einen Teil ihrer Kultur zeigen zu dürfen. Zwei Frauen und ein Kind überreden Kulturdezernenten Jörg Stüdemann zu einem spontanen Tänzchen.

Auf dem Nordmarkt spielen sich dieselben Szenen ab, wie auf jedem anderen Familienfest in Dortmund auch. Weinende Kinder, denen die Bratwurst in den Staub gefallen ist. Aufgedrehte Teenager. Stolze und besorgte Mütter. Und ein gestresster Hüpfburg-Aufpasser, den ein Zweijähriger fast zur Verzweiflung treibt, weil dieser einfach nicht akzeptieren möchte, dass er nicht rein darf.

„Djelem Djelem“ schafft neue Bilder von der Roma-Community

Auf ganz einfache Weise erreicht „Djelem Djelem“ schon ein Ziel bei Menschen, die nicht aus der Roma-Community sind und vielleicht nur wenige Berührungspunkte haben: Es schafft neue Bilder. Abseits von Stereotypen und Problemdebatten, die die öffentliche Wahrnehmung der Zuwanderung aus Südosteuropa häufig begleiten.

Das Roma-Kulturfestival „Djelem Djelem“ gibt es im sechsten Jahr. Es läuft noch zum 20. September. Bis dahin gibt es im Depot, im Dietrich-Keuning-Haus, im Literaturhaus Dortmund, bei der Auslandsgesellschaft, im Domicil und an weiteren Orten unterschiedliche Veranstaltungen.

Theaterstücke, Filme und Diskussionsrunden bis zum 20. September

Theaterstücke, Diskussionsrunden, Filme und Konzerte thematisieren die Roma-Kultur, die Lebenswirklichkeit von Roma in Deutschland und Vorurteile in der Mehrheitsgesellschaft. Aber es geht auch darum, zu zeigen, dass mit den Zuwanderern aus Rumänien, Bulgarien und anderen Ländern auch Menschen mit eigenen Qualitäten und besonderen Fähigkeiten nach Dortmund kommen.

Jetzt lesen

Ein Veranstaltungsort ist auch die Mallinckrodtstraße 57. In diesem ehemaligen Problemhaus, das die Stadt Dortmund aufgekauft hat, ist in den vergangenen eineinhalb Jahren das Projekt „Fassade“ mit Leben gefüllt worden.

Jetzt lesen

An dessen Ende ist eine Häuserwand an der Schleswiger Straße mit Motiven gestaltet worden, die von klassischer Roma-Architektur in Rumänien inspiriert sind. Kulturdezernent Jörg Stüdemann sagt: „Bei Djelem Djelem entsteht jedes Jahr etwas, das bleibt.“

Lesen Sie jetzt