So kämpft Eurobahn-Betreiber Keolis um die S1 und die S4

hzNach Vertragskündigung

Eurobahn-Betreiber Keolis gibt den Kampf um den Betrieb der S-Bahn-Linien S1 und S4 nicht auf. Nach der Vertragskündigung durch den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) erhebt Keolis Vorwürfe.

Dortmund

, 20.09.2019, 16:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit der Begründung, dass Keolis nicht ausreichend Fahrpersonal für den Betrieb der S-Bahn-Linien S1 und S4 ab Mitte Dezember garantieren konnte, hatte der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) am Mittwoch (18.9.) den Vertrag mit dem Bahnunternehmen gekündigt. Per Notauftrag soll nun vorerst die DB Regio auf den Linien weiterfahren, der Auftrag zugleich neu ausgeschrieben werden.

Bei Keolis reagiert man mit Unverständnis. „Wir halten die Vertragskündigung für unzulässig und unbegründet“, erklärte am Freitag Keolis-Chefin Magali Euverte. Man bitte alle Partner „zurück an den Gesprächstisch“.

In einer Stellungnahme ging Euverte auch auf den Vorwurf ein, man habe nicht genug Fahrpersonal garantieren können. Man biete laufend Qualifizierungskurse zum Triebfahrzeugführer an, habe intensive Rekrutierungstouren umgesetzt und mit der Bundesagentur für Arbeit zusammengearbeitet.

Neues Personal ausgebildet

Für die neue Aufgabe habe Keolis bereits 80 Triebfahrzeugführer ausgebildet, die am 15. Dezember für das S-Bahn Rhein-Ruhr-Netz an den Start gehen sollten. Bis Ende März 2020 würden weitere 40 Menschen die Abschlussprüfung zum Triebfahrzeugführer absolvieren.

Für die Übergangszeit habe Keolis Deutschland eine Vereinbarung mit DB Regio getroffen, nach der vorübergehend Fahrpersonal von DB Regio NRW auf den Linien S 1 und S 4 eingesetzt werden sollte. Von dieser Zusage sei DB Regio wenige Tage vor der Vertragskündigung durch den VRR ohne Angabe einer Begründung zurückgetreten.

„Bisher haben wir immer sehr eng und transparent mit unseren Branchenpartnern gearbeitet, deshalb wünschen wir uns, dass die Verträge und Kooperationen reaktiviert werden. Die beste Lösung ist die Umsetzung, der bereits sehr intensiven Vorbereitungen von Keolis für die Betriebsaufnahme“, wiederholt Magali Euverte.

Zentrale Linien durch Dortmund

Gerade für Dortmund sind die S-Bahn-Linien S1 und S4 von großer Bedeutung. Die S1 ist die zentrale Linie quer durchs Ruhrgebiet und führt vom Hauptbahnhof über Dorstfeld und die Universität in Richtung Bochum. Die S4 führt quer durch die Stadt von Unna nach Lütgendortmund.

Der Fahrbetrieb auf den Linie S1 und S4 war im Jahr 2016 nach einer europaweiten Ausschreibung für zwölf Jahre an die Firma Keolis vergeben worden, die unter dem Markennamen Eurobahn fährt. An den Fahrzeugen auf den S-Bahnlinien S1 und S4 sollte sich nichts ändern. Der VRR hatte dafür selbst 48 Fahrzeuge gekauft, die laut Vertrag bis 2034 von der DB Regio gewartet werden.

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