So modern wird das Kirchenzentrum St. Magdalena

hzAbriss und Neubau

Das fast 130 Jahre alte Pfarrhaus der katholischen Kirche wird abgerissen. An seiner Stelle entsteht ein hochmoderner Bau mit allerhand Neuerungen. Wir zeigen eine Skizze.

Lütgendortmund

, 09.10.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fast 130 Jahre lang gehörte das Pfarrhaus der katholischen St.-Magdalena-Gemeinde zum Lütgendortmunder Ortsbild. Generationen von Kirchgängern passierten den Klinkerbau auf dem Weg zum Gottesdienst, ungezählte Autofahrer und Fußgänger warfen einen Blick auf das Gebäude, während sie auf der Limbecker Straße unterwegs waren.

Doch all das wird bald ein Stück Lütgendortmunder Geschichte sein: Am Freitag (11.10.) soll mit dem Abriss des alten Hauses begonnen werden.

„Das Haus hatte seinen eigenen Charme“, weiß Guido Hoernchen, leitender Pfarrer des Pastoralverbunds Dortmunder Westen, zu dem neben St. Magdalena die Gemeinden Christus unser Friede in Oespel-Kley, Heilige Familie und St. Laurentius in Marten sowie Herz Jesu in Bövinghausen gehören.

Nicht mehr zeitgemäß

Doch so sehr sich viele Lütgendortmunder an das historische Gebäude gewöhnt hatten, so wenig zeitgemäß war es noch. Zahlreiche Mängel und ein Sanierungsstau sorgten bereits 2014 dafür, dass man sich gegen eine Renovierung und für einen Neubau entschied. Und der wird nicht nur moderner, sondern auch deutlich größer als sein Vorgänger: Statt des klassischen Pfarrhauses mit Büro und Pfarrer-Wohnung soll das neue Gebäude zudem ein Verwaltungszentrum für den Pastoralverbund des Dortmunder Westens werden.

Der erste Spatenstich ist für Anfang Februar 2020 geplant; „und wenn es gut läuft, soll das Gebäude im Sommer 2021 bezogen werden“, blickt Hoernchen optimistisch in die Zukunft.

So modern wird das Kirchenzentrum St. Magdalena

Vorher: das alte Pfarrhaus und die Mauer davor werden abgerissen. © Michael Schuh

So modern wird das Kirchenzentrum St. Magdalena

Nachher: Mit seinem großen Platz soll das neue Gebäude ein Ort der Begegnung werden. © DEEN architects/wbp Landschaftsarchitekten GmbH

Sowohl die Besucher als auch die Mitarbeiter der Gemeinde erwartet dann tatsächlich ein ganz neues Umfeld. Im Erdgeschoss entstehen auf 260 Quadratmetern ein Front Office, Büros für Hoernchen, einen Verwaltungsleiter und zwei Gemeindereferenten, ein Konferenzraum sowie Sozial- und Archivräume.

In der 170 Quadratmeter großen ersten Etage gibt es eine Wohnung, die der leitende Pfarrer beziehen wird, und ein Appartement. Ob man dieses vermietet oder eventuell Praktikanten der Gemeinde vorbehält, steht derzeit noch in den Sternen.

Mauern einreißen

Sicherlich sorgen Abriss und Neubau für ein zeitgemäßeres Leben und Arbeiten, doch das Projekt verfolgt laut Hoernchen noch ein weiteres Ziel: „Die Grundbotschaft lautet: Mauern einreißen und Räume für Begegnungen schaffen.“

Deshalb wird das neue Gebäude weiter hinten auf dem Grundstück errichtet, sodass davor - in Richtung Limbecker Straße - ein großer Platz entsteht, der unter anderem für Gemeindefeste genutzt wird.

Und „Mauern einreißen“ ist in diesem Falle wörtlich gemeint: Die Steinwand zur Straße wird nicht wieder aufgebaut. Aus gutem Grund, sagt der leitende Pfarrer: „Kirche wird so auf den ersten Blick attraktiv und versteckt sich nicht hinter Mauern.“

Eine Einheit

Aber nicht nur der weitläufige Platz sorgt dafür, dass die Kirche und die dazugehörigen Gebäude noch mehr zu einer Einheit werden.

Im Anschluss an die Fertigstellung des Neubaus werden das angrenzende Gemeindezentrum saniert und dessen Eingang in Richtung des neuen Verwaltungszentrums verlegt, das übrigens - wie die Kirche und das alte Pfarrhaus - aus Klinkersteinen besteht.

So werden künftig nicht nur Fußmärsche entlang der Straße überflüssig, sondern „Kirche und Gebäude korrespondieren auch miteinander“, sagt Hoernchen. Eine Einheit eben.

Zwei Millionen Euro

Der von den Architekturbüros DEEN architects und wbp Landschaftsarchitekten GmbH entworfene Neubau schlägt laut Hoernchen mit rund zwei Millionen Euro zu Buche. Ihr Scherflein dazu beitragen muss zwar auch die Gemeinde St. Magdalena, doch den Großteil der Kosten übernimmt die Paderborner Diözese. Ansonsten wäre aus dem Plan so schnell wohl nicht Realität geworden.

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