So soll die „Bohemian Rhapsody“ von Queen als Ballett-Aufführung funktionieren

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Demnächst gibt es auch ein Jugendballett über die Band Queen. Die Ballettschule „Tanzstelle“ wagt sich an die Rockmusik. Der Druck auf die 8- bis 20-jährigen Mädchen ist hoch. Ein Probenbesuch.

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, 25.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Mädchen nehmen ihre Startpositionen auf der Tanzfläche ein. Von oben scheint aus einem Glasdach die Sonne auf die Mädchen runter. Es ist stickig in dem Studio. Einige quatschen leise miteinander. Eine der jüngsten Tänzerinnen, sie ist vielleicht acht Jahre alt, guckt nochmal sicherheitshalber nach links und nach rechts. Steht sie richtig? Ihre Tanzlehrerin, Mahnaz Hankiewicz, nickt ihr von der Seite zu.

Als die Stimme von Freddie Mercury von einer Anlage aus der Ecke ertönt, heben die Mädchen fast synchron ihre Arme nach oben. Die Bewegungen sind fließend, die Blicke konzentriert. In den folgenden Minuten klatschen sie ihre Hände auf den Boden, lassen ihren Oberkörper nach hinten fallen, springen nach oben und schmeißen sich kurz danach wieder auf den Boden.

Anders als der Kinofilm

In der Ballettschule „Tanzstelle“ an der Hohen Straße 9a proben die 8- bis 20-jährigen Kinder und Jugendlichen gerade für ihre Version der Queen-Hommage „Bohemian Rhapsody“. Am 7. Juli führt die Gruppe das Ergebnis in der Rudolf-Steiner-Schule in Brünninghausen auf. Inhaltlich ist diese „Bohemian Rhapsody“ allerdings komplett anders als der 2018 erschienene, gleichnamige Kinofilm über die Erfolgsband. Stattdessen hat die Ballettlehrerin Mahnaz Hankiewicz eine eigene Interpretation entwickelt.

Diese ist relativ simpel: Ein Mädchen, großer Queen-Fan, verarbeitet mit Hilfe der Musik verschiedene Höhen und Tiefen ihres Lebens. Bei „We Will Rock You“ rebelliert sie gegen die Schule, bei „Somebody To Love“ sucht sie Liebe und Anerkennung. Dabei solle es weniger um die Handlung als um die Musik gehen, erklärt Mahnaz Hankiewicz.

In den 80er-Jahren war sie selbst einmal eine erfolgreiche Ballerina. Sie hat große Solorollen in den USA getanzt, ist schließlich nach Wiesbaden gegangen und dann am Theater Dortmund gelandet.

Als sie selbst genug vom Ballerina-Leben hatte und eine Familie gründen wollte, eröffneten ihr Mann und sie hier eine eigene Ballettschule. 1993 war das.

Das Niveau ist hoch

„Ich bin gerne Lehrerin, vielleicht sogar ein Ticken lieber als eine Tänzerin“, sagt die 56-jährige. Sie sei nun nicht mehr so mit sich selbst beschäftigt und könne ihre Erfahrungen teilen, sagt sie.

Die Idee zu dem Ballettstück „Bohemian Rhapsody“ hatte Mahnaz Hankiewicz selbst - aber gerade ihre älteren Schülerinnen waren auch schon vorher große Fans von Queen. „Die Kinder sind super motiviert, bei jedem Stück sprudeln neue Ideen aus ihnen heraus.“ Bei der Aufführung mittanzen sei freiwillig - aber wenn sich jemand dafür bereit erkläre, dann auch richtig: In gerade einmal drei Monaten müssten 13 Tänze einstudiert werden. Das brauche viel Disziplin, so Mahnaz Hankiewicz. Das Niveau ist hoch, denn erst vor kurzem hat die „Tanzstelle“ beim NRW-Jugend-Tanzwettbewerb sowie beim Bundeswettbewerb „Jugend tanzt“ zwei erste Preise gewonnen. Einige der Mädchen wollten sogar Berufstänzerinnen werden. Die Ansprüche von Mahnaz Hankiewicz sind dementsprechend hoch. Wenn sie arbeitet, ist sie auch streng. Allerdings seien die Kinder sehr diszipliniert: „Sie wissen, dass sie an einem Strang ziehen müssen.“

„Bohemian Rhapsody“

Aufführung in der Rudolf-Steiner-Schule

Die Aufführung „Bohemian Rhapsody“ findet am 7. Juli um 16.30 Uhr in der Rudolf-Steiner-Schule (Mergelteichstr.51) statt. Tickets gibt es ab zehn Euro in der Ballettschule „Tanzstelle“ (Hohe Str. 9A) oder telefonisch unter (0231) 571704. Abendkasse ist ebenfalls offen.
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