Söhne einer verstorbenen Patientin rasten aus und verletzen zwei Klinik-Mitarbeiterinnen

hzKnappschaftskrankenhaus Lütgendortmund

In Praxen und Kliniken nehmen gewalttätige Übergriffe auf das Personal zu. Das Knappschaftskrankenhaus kann diesen Trend zwar nicht bestätigen, jetzt gab es aber dort den ersten Ausraster.

Lütgendortmund

, 13.08.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der 26. Juni 2019 wird allen Mitarbeitern des Knappschaftskrankenhauses Lütgendortmund wohl noch lange im Gedächtnis bleiben: Denn an diesem Tag rasteten, wie erst jetzt bekannt wurde, die Söhne einer verstorbenen Patientin aus, griffen zwei Mitarbeiterinnen an und verletzten sie.

„Angehörige einer Patientin drangen auf eine Station vor und verletzten eine ärztliche Mitarbeiterin, die sie offenbar irrtümlich für die Behandlerin in diesem Fall hielten. Eine zweite Mitarbeiterin wurde in den Konflikt hineingezogen. Es wurden polizeiliche Kräfte hinzugerufen.“ So schildert Pressesprecher Klaus-Peter Wolter auf Anfrage dieser Redaktion die Geschehnisse in einer schriftlichen Stellungnahme.

Klinikleitung und die verletzten Mitarbeiterinnen haben Anzeige erstattet

Mehr Details zu diesem Ausraster möchte die Klinik nicht nennen und beruft sich dabei auf den Schutz von Patientendaten, die Datenschutzvorgaben für die Mitarbeiter und das laufende Rechtsverfahren. Die beiden Betroffenen und das Unternehmen selbst haben Anzeige erstattet.

Laut Polizei wurden beide Mitarbeiterinnen durch die Söhne der verstorbenen Patientin leicht verletzt. Dass eine von ihnen einen gebrochenen Arm hat, konnte Polizeisprecher Gunnar Wortmann nicht bestätigen. Einsätze wie diese seien bei der Polizei eher selten.

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„Der Vorfall am 26. Juni ist ein Einzelfall“

Bei dem Vorfall am 26. Juni handele es sich um einen Einzelfall, betont Klaus-Peter Wolter. Und das gelte für alle Häuser des Klinikums Westfalen, zu dem unter anderem die beiden Dortmunder Krankenhäuser in Brackel und Lütgendortmund gehören. Anders als andere Kliniken und Arztpraxen und im Gegensatz zu bundesweiten Erhebungen verzeichne das Klinikum Westfalen also keine Häufung von gewalttätigen Übergriffen auf sein Personal.

Aus diesem Grunde seien in den vier Häusern des Klinikums bislang auch keine zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen wie etwa der Einsatz von Wachdiensten erfolgt, so Klaus-Peter Wolter. „Natürlich gibt es auch bei uns allgemeine Notrufsysteme.“ Über eine Kurzwahl könne das Pflegepersonal zum Beispiel kollegiale Verstärkung rufen.

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Krankenhaus-Mitarbeiter sind nicht verunsichert

Größere Verunsicherungen bei den Krankenhaus-Mitarbeitern habe der Vorfall nicht ausgelöst, sagt Wolter. „Dafür gibt es keine Signale. Aber wir alle nehmen das Geschehene natürlich sehr ernst.“ Auch aus diesem Grunde habe die Klinikleitung Anzeige erstattet.

Im vergangenen Jahr wurden im Knappschaftskrankenhaus Lütgendortmund rund 6500 stationäre und über 33.000 ambulante Patienten behandelt.

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