Sommerferien-Angebot in Dortmund wird zum „Bildungssommer“

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Auch in Corona-Zeiten soll es in den Sommerferien in Dortmund nicht langweilig werden. Viele klassische Ferienspiel-Angebote fallen zwar aus. Aber es gibt ein dickes Ersatzprogramm.

Dortmund

, 24.06.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Kinder-Ferien-Party fällt aus, der Mengeder Ferienspaß ebenso - und so ergeht es vielen Ferienprogrammen in Dortmund in dieser Corona-Zeit. Doch es ist Ersatz in Sicht. Gemeinsam mit freien Trägern, Jugendverbänden, städtischen Einrichtungen und Schulen hat die Stadt ein Angebot zusammengestellt, das Familien durch die Zeit der Sommerferien helfen soll.

„Das Programm soll ganz bewusst auch die Eltern entlasten“, sagt Jugenddezernentin Daniela Schneckenburger. Denn viele könnten sich große Urlaubsreisen nicht leisten oder hätten ihre Urlaubstage schon verbraucht.

Und ein bisschen soll auch versucht werden, den weitgehenden Verzicht auf den Schulunterricht in den letzten Monaten ein wenig zu kompensieren. Bildungsangebote spielen so eine große Rolle. „Das Programm bietet ein bisschen Spaß, ein bisschen soziales Miteinander, ein bisschen Lernen und ein bisschen Bewegung“, fasst Daniela Schneckenburger zusammen.

Jugendfreizeitstätten geöffnet

Die Jugendfreizeitstätten der Stadt und der freien Träger machen Kindern und Jugendlichen in allen Ferienwochen und in allen 12 Stadtbezirken offene Angebote - wegen der Corona-Vorkehrungen allerdings mit Voranmeldung.

So werden an der Jugendfreizeitstätte Hörde am 2./3. Juli Bewegungstage angeboten. Im Treff im Winkelriedweg drehen die Kinder und Jugendlichen in der dritten Ferienwoche Stop-Motion-Filme selbst, und in Aplerbeck gibt es in der letzten Ferienwoche ein Tanzprojekt. Die Abenteuerspielplätze in Rahm und Scharnhorst sowie die Erlebniswelt am Fredenbaum/Big Tipi sind die gesamten Sommerferien über geöffnet.

Der Abenteuerspielplatz im Fredenbaum mit Streichelzoo und Big Tipi bietet auch ein Sommerprogramm.

Der Abenteuerspielplatz im Fredenbaum mit Streichelzoo und Big Tipi bietet auch ein Sommerprogramm. © Dieter Menne (Archiv)

Auch die Jugendverbände und freien Träger bieten Freizeiten, Aktionen und Ausflüge an. So kann man beispielsweise „Ferien ohne Koffer“ beim Jugendrotkreuz verbringen, mit der ADFC-Radfahrjugend Fahrradausflüge unternehmen oder ein Fahrrad- und Rollertraining absolvieren. In den Stadtteil-Bibliotheken gibt es Lesesommer-Angebote.

Als „Ferien-Special“ bietet die städtische Kinder- und Jugendförderung, unterstützt von Schulen und freien Trägern, ein Wochenprogramm für Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren abwechselnd in den Stadtbezirken Innenstadt-West, Aplerbeck, Mengede und Scharnhorst. Das Käthe-Kollwitz-Gymnasium und das Stadtgymnasium planen Angebote mit dem Schauspielhaus und dem Kinder- und Jugendtheater.

Das Dietrich-Keuning-Haus an der Leopoldstraße öffnet seinen Kinder- und Jugendbereich an allen sechs Ferienwochen und bietet Kindern und Jugendlichen dienstags bis samstags Spiel und Spaß. Dabei gibt es Sport- und Kreativangebote, und natürlich können Sportpark und Spielegarten genutzt werden.

Umfangreiches Bildungsprogramm

Neu ist in diesem Jahr der Bildungssommer: Die Anne-Frank-Gesamtschule, das Heisenberg-Gymnasium, das Reinoldus- und Schiller-Gymnasium und die Wilhelm-Busch Realschule setzen ein abwechslungsreiches Bildungs- und Freizeitangebot für jeweils eine Woche um – insbesondere für Kinder am Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule.

Eine breite Auswahl an Lernförder-Programmen wird an Grundschulen umgesetzt: Von „Fit in Deutsch“ in den ersten beiden Ferienwochen in der Diesterweg-Grundschule oder der Jungferntal-Grundschule über die „Lernförderung nach dem Dortmunder Modell“ bis hin zu den „Climb Lernferien“ an der Petri-Grundschule, der Steinhammer-Grundschule, der Herder-Grundschule, der Elisabeth-Grundschule und der Weingartenschule am See.

Für Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen findet das Sprachförderprogramm „Fit in Deutsch“ in den ersten beiden Ferienwochen an der Anne-Frank-Gesamtschule, der Martin-Luther-King-Gesamtschule, der Gesamtschule Scharnhorst und am Goethe-Gymnasium statt. Außerdem gibt es eine Schreibwerkstatt im Fußballmuseum und „Lernförderung nach dem Dortmunder Modell“ an ausgewählten Schulen.

Zahl der Plätze ist begrenzt

Die Plätze für die einzelnen Angebote sind, nicht zuletzt wegen der Coronaschutz-Vorschriften, begrenzt. 320 Kinder können etwa am Bildungssommer teilnehmen, 410 am „Ferien-Special“. „Insgesamt gehen wir davon aus, dass wir mit dem Ferienprogramm etwa 5000 Kinder und Jugendliche erreichen können“, erklärt Daniela Schneckenburger.

Finanziert wird das Angebot vorwiegend durch eingesparte Kosten für das ohnehin geplante Ferienprogramm und größere Veranstaltungen. Das vom Land NRW angekündigte Förderprogramm für Ferienangebote von 75 Millionen Euro spielt bislang keine Rolle. Sehr zum Ärger von Daniela Schneckenburger.

Ärger über Landesprogramm

Sie beklagte bei der Vorstellung des Dortmunder Ferienprogamms einmal mehr die mangelnde Kooperationskultur des Landes. Die Ausführungsbestimmungen für das Landesprogramm etwa mit Vorgaben für Gruppengrößen und Alterszuschnitt seien erst am vergangenen Donnerstag, neun Tage vor dem Ferienstart, veröffentlicht worden - zu spät für die Planung von Stadt und Trägern in Dortmund. „Wir können nicht auf Zuruf arbeiten. Die Träger brauchen eine angemessene Vorbereitungszeit“, sagt Daniela Schneckenburger.

Trotzdem kann das Ferienangebot in Dortmund noch wachsen. Wer Kindern und Jugendlichen in den Sommerferien Programm bietet, kann sich gerne per Mail unter ferienspass2020@stadtdo.de beim Jugendamt melden, um auf der Überblicksseite im Internet aufgeführt zu werden. Die bietet sortiert nach Ferienwochen einen aktuellen Überblick über das Programm unter www.ferido.dortmund.de.

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