Sonnensegel-Sanierung wird fast 25 % teurer - und dauert länger

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Ein Gewirr aus Gerüsten umgibt zurzeit das Sonnensegel im Westfalenpark. Das 50 Jahre alte Bauwerk wird umfassend saniert. Und das wird deutlich teurer - und die Arbeiten ziehen sich hin.

Dortmund

, 13.11.2019, 05:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich sollte das Sonnensegel pünktlich zu seinem 50. Geburtstag in neuem Glanz erstrahlen. Doch die Sanierung des denkmalgeschützten Bauwerks im Westfalenpark dauert länger als geplant. Und die Politik muss auch noch einen finanziellen Nachschlag genehmigen.

Seit mehr als sieben Jahren ist das Sonnensegel im Herzen des Westfalenparks gesperrt. Die Holzkonstruktion ist marode, die Statik unsicher. Es drohte der Abriss. Retter in der Not war die Wüstenrot-Stiftung, die sich um den Erhalt besonderer Denkmäler kümmert.

Hilfe der Wüstenrot-Stiftung

Sie finanzierte eine Machbarkeitsstudie zur Sanierung und erklärte sich auch bereit, die Hälfte der Baukosten von damals geschätzten 1,75 Millionen Euro zu übernehmen. Dazu kamen Kosten für die Machbarkeitsstudie in Höhe von 125.000 Euro. Im September 2017 beschloss der Rat der Stadt auf dieser Grundlage die Sanierung des Denkmals, die möglichst bald starten sollte.

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Doch schon die Vorbereitung der Sanierung gestaltete sich schwierig. Weil spezielle Zulassungen und Genehmigungsverfahren nötig waren, verschob sich der Sanierungsbeginn um ein Jahr von 2018 auf 2019. Im Herbst dieses Jahres sollten die Arbeiten eigentlich beendet sein. Doch daraus wird nichts.

Weitere Holzschäden

Jetzt dauert es bis ins Jahr 2020. Nachdem Teile der Verschalung geöffnet wurden, entdeckten die Experten weitere Schäden an der Holzkonstruktion, die die Gutachter vorher nicht ermittelt hatten. Und deren Beseitigung kostet Geld und Zeit: Die Gesamtkosten steigen um rund 586.000 Euro auf insgesamt 2,46 Millionen Euro, erkärt die zuständigen Dezernentin Birgit Zoerner.

Die gute Nachricht: „Die Wüstenrot-Stiftung hat zugesagt, auch die Hälfte der zusätzlichen Kosten zu übernehmen“, erläuterte Birgit Zoerner. Das bedeutet, dass auf die Stadt Zusatzkosten von 293.000 Euro zukommen, über die die Politik nun entscheiden muss.

Bekannter Architekt

Entstanden ist das Sonnensegel, das seit April 2018 offiziell in die Denkmalliste eingetragen ist, im Auftrag der Holzindustrie als Informationspavillon für die Gartenschau Euroflor 1969 im Westfalenpark nach Plänen des bekannten Architekten Günter Behnisch (Olympiapark München).

Später wurde es lange Zeit als Schauplatz für Theater- und Musikveranstaltungen im Westfalenpark genutzt. Künftig soll das Sonnensegel als überdachter Spiel- und Veranstaltungsort genutzt werden.

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