Spar- und Bauverein: Wohnungen und Häuser gehen „weg wie warme Semmeln“

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Auf dem Gelände des alten Sportplatzes am Daelweg entsteht seit Monaten ein neues Quartier mit Dorfcharakter. Doch nicht nur das macht die neue Siedlung besonders.

von Verena Halten

Schüren

, 19.08.2019, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie ein kleines Dorf erstreckt sich das neue Quartier des Spar- und Bauvereins am Schürener Daelweg. Die neu entstandene Siedlung, die laut Franz-Bernd Große-Wilde, Vorstandsvorsitzender der Spar- und Bauverein eG, beabsichtigt einen Dorfcharakter aufweist, nimmt zunehmend Gestalt an. Davon überzeugten sich Mitte August nicht nur die Mitglieder CDU Ortsunion Dortmund-Schüren, sondern auch einige Bürger während einer Führung über das Gelände.

Die Architektur, Lage und Ausrichtung der Gebäude sowie die Grün- und Gemeinschaftsflächen des Projektes sollen eine hohe Aufenthaltsqualität schaffen und zugleich Wohnraum für alle Generationen in jeder Lebensphase bieten. Der Spar- und Bauverein investiert 22,5 Millionen Euro in das Projekt. Das Besondere an diesem Bauvorhaben: Es ist Teil der Kampagne „100 Energie-Plus-Häuser“ der Stadt Dortmund.

Somit basiert das energetische Konzept der Siedlung auf dem Ziel, dass das Quartier nach Fertigstellung mehr Energie erzeugt als es verbraucht. Im Detail bedeutet das: Die Siedlung unterschreitet die gesetzlichen Anforderungen an ressourcen-schonenden Neubau um 45 Prozent („KfW-55-Standard“).

Wie? Etwa durch ein Blockheizkraftwerk, das nicht verbrauchte Energie ins öffentliche Netz speist, durch Fotovoltaikanlagen auf den Dächern und durch eine moderne und effektive Wärmedämmung.

Die Siedlung umfasst 17 Einfamilienhäuser, 32 überwiegend barrierefreie Wohnungen in zwei Mehrfamilienhaus-Komplexen sowie 12 familiengeeignete Maisonettewohnungen im Reihen­hausstil. Die Wohnflächen fallen flexibel aus und reichen je nach Wohnobjekt von 66 bis mehr als 100 Quadratmeter. Hier habe man bewusst für Abwechslung gesorgt, sagt Ulrich Benholz vom Spar- und Bauverein.

Spar- und Bauverein: Wohnungen und Häuser gehen „weg wie warme Semmeln“

Zu jedem Einfamilienhaus (rechts) gehört ein Kellerersatzraum (links). © Verena Halten

Die Siedlung, die bereits komplett vermietet ist, soll jedoch nicht nur nachhaltig sein und künftig rund 150 Bürgern ein neues Zuhause bieten. Sie soll auch Stadtnähe mit einem Leben im Grünen verbinden. Deshalb gehört zu jedem Einfamilienhaus ein Garten, der an eine große Grünfläche angrenzt. Auch darüber hinaus wird die Siedlung allerdings später viele Grünflächen vorweisen: Etwa den großräumigen Quartiersplatz, der später den nachbarschaftlichen Mittelpunkt der Siedlung darstellen soll. Zurzeit wird dieser allerdings noch logistisch für den Bau genutzt.

Der geht jedoch voran und soll im kommenden Frühjahr abgeschlossen sein. Die ersten Wohnungen und Einfamilienhäuser sind bereits bezogen. Vor allem Letztere gingen laut Björn Malcharczyk von Sparbau „weg wie warme Semmeln“. Grund dafür dürften unter anderem die moderaten Mietpreise sein, wie Benholz sagt. Diese liegen in der Siedlung, je nach Mietobjekt, bei 8 bis 10 Euro und seien „sehr günstig für das, was hier geboten wird“. Ein rund 90 Quadratmeter großes Einfamilienhaus mit vier Zimmern und Garten kostet laut Malcharczyk rund 900 Euro kalt – „also etwa so viel, wie eine vergleichbar große Wohnung in der Innenstadt“.

Spar- und Bauverein: Wohnungen und Häuser gehen „weg wie warme Semmeln“

Die CDU Schüren besichtigte gemeinsam mit interessierten Bürgern aus dem Stadtteil das neue Energie-Plus-Quartier: Dabei war auch ein Blick ins Innere der Gebäude möglich. © Verena Halten

Auch ein modernes und umweltfreundliches Mobilitätsverständnis liegt dem Siedlungskonzept zugrunde. Die Verminderung des Autoverkehrs in der Siedlung wird durch einen zentralen Nachbarschaftsparkplatz und Tiefgaragenplätze erreicht. Die Anbindung an den Emscherweg und ein bald entstehender Radweg, der mitten durch die Siedlung und sowohl zum Phoenix-See als auch zur Stadtkrone Ost führen soll, soll alternativen Mobilitätsansprüchen Genüge tun.

Bis Ende 2019 sollen die letzten Einfamilienhäuser fertiggestellt werden, dann geht es laut Benholz an Details wie den Quartiersplatz.

Danach möchte sich der Spar- und Bauverein im südöstlichen Teil der Stadt weiter engagieren – am Teigelbrand und an der Schüruferstraße sollen insgesamt 78 weitere genossenschaftliche Wohnungen und eine Tagespflegeeinrichtung entstehen.

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