Die „Nunkis“ schlagen zu: Immer wieder Müll im Naturschutzgebiet

hzMüll im Naturschutzgebiet

Immer wieder berichten wir über Müll, der einfach in der Natur entsorgt wurde. Wie auch jetzt erneut im Naturschutzgebiet Buschei. Die EDG erklärt, wie sie bei der Entsorgung vorgeht.

Brackel

, 20.09.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehrere Spaziergänger haben am 14. September (Montag) im Naturschutzgebiet Buschei einen ganzen Haufen Unrat entdeckt. „Auf der alten Panzerstraße wurden Matratzen und Bauschutt und im Wald mehrere Säcke Müll entsorgt“, schreibt Nicole Thormann auf Facebook, die etwa alle zwei Wochen im Buschei spazierengeht. „Ab und zu sieht man da Müll, aber nicht in diesem Ausmaß.“

„Die Nunkis (Nacht- und Nebelkipper) sind wieder aktiv. Wie hier auf der Straße im Naturschutzgebiet Buschei, Buschwiese“, stellte Harry Schulz fest. Er spricht von einer Dreistigkeit.

Müll wurde einfach in der Natur entsorgt.

Müll wurde einfach in der Natur entsorgt. © Nicole Thormann

Sabrina Hölscher geht im Wald durchschnittlich vier bis fünf Mal die Woche mit ihrem Hund spazieren. „Größere Müllablagen im Wald habe ich in den vergangenen sechs Monaten drei Mal gesehen“, sagt sie. „Auf der Panzerstraße das erste Mal.“

In der Nähe des Löschteichs bleibe der Müll teilweise in großen Müllsäcken einfach liegen. „Dabei handelt es sich meiner Meinung nach nicht um Müllablagerung, sondern gesammelte Hinterlassenschaften von Leuten, die am Teich ihren Tag verbracht haben.“

EDG setzt auf Mitarbeit der Bürger

Die Müllsünden nehmen laut der EDG seit Jahren zu. „Die Müllansammlung im Naturschutzgebiet war uns durch die App ‚Dreckpetze‘ bekannt“, erklärt Pressesprecherin Petra Hartmann auf Anfrage dieser Redaktion. „Am Montag wurde es uns gemeldet und am Mittwoch haben wir es abgeholt.“ In der App kann man der EDG direkt melden, wenn man Unrat entdeckt hat. Am besten per Foto, damit die Zuordnung einfacher ist.

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Wer die App nicht nutzt, kann auch über den Kundenservice unter Tel. 0231/9111111 oder info@edg.de aktiv werden. „Wir reagieren immer zeitnah, sobald es unsere Ressourcen zulassen“, versichert Petra Hartmann.

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Die EDG prüft bei jeder Meldung, ob sie aktiv werden kann. „Ist es zum Beispiel ein Gelände der Bahn oder ein privates Grundstück, können wir die Meldung nur weitergeben“, erklärt Petra Hartmann.

Zweier-Teams ermitteln bald

Neu wird demnächst ein Ermittlungsdienst Abfall, bei dem vier Mitarbeiter der Stadt mit vier EDG-Mitarbeitern in Ergänzung zu den Müll-Detektiven in Zweier-Team verdeckt ermitteln und zum Beispiel bekannte Hotspots beobachten werden - an wechselnden Orten und zu verschiedenen Zeiten. Bei Feststellung eines Umweltsünders kümmert sich das Umweltamt um die Strafverfolgung.

Es ist eine große Menge Müll, die sich im Naturschutzgebiet findet.

Es ist eine große Menge Müll, die sich im Naturschutzgebiet findet. © Nicole Thormann

Petra Hartmann appelliert an die Bürger, lieber die Recyclinghöfe anzusteuern, statt den Müll in der Natur oder neben Papier- und Glascontainern zu entsorgen. Durch angehobene Strafen kosten kleinere Mengen 200 Euro Strafe (vorher 100 Euro), große Mengen ab 200 Euro (vorher 80 Euro). Auch ein Sperrmülltermin ist mit 20 Euro deutlich günstiger als eine Strafe.

Infos gibt es auf der Homepage der EDG.

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