Freier Eintritt für Jugendliche und Kirmes im Westfalenpark?

hzHilfe in Corona-Krise

Hilfen für Familien und Not leidende Schausteller in der Corona-Krise verspricht die Dortmunder SPD. Eine zentrale Rolle soll dabei der Westfalenpark spielen.

Dortmund

, 02.06.2020, 07:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Betrieb von Schulen und Kitas ist wegen der Corona-Krise stark eingeschränkt. Und auch viele Freizeitangeboten sind gestrichen. Das gilt auch für die bevorstehenden Sommerferien. Beliebte Aktionen wie die Kinder-Ferienparty sind bereits abgesagt.

In der Politik macht man sich deshalb Gedanken, wie man Kindern und Jugendlichen als Leidtragenden der Corona-Krise Abwechslung bieten kann.

Viele Familien werden wohl auch Urlaubsreisen wegen der Corona-Pandemie nicht antreten können oder müssen wegen Kurzarbeit den Gürtel enger schnallen. Kostspielige Ferienfreizeiten kommen da für viele nicht in Frage, vermutet Dortmunds Bürgermeisterin Birgit Jörder (SPD).

Ihnen wird nun sommerliche Hilfe in Aussicht gestellt. „Die Idee ist, Familien in den Sommerferien finanziell zu entlasten, indem für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren kein Eintrittsgeld in den Westfalenpark mehr zu entrichten ist“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von Partei und Ratsfraktion. Der kostet aktuell pro Kind oder Jugendlichen 2 Euro, vor der Krise lag er bei 3,50 Euro.

Kitas könnten eigene Programme in Westfalenpark verlegen

„Darüber hinaus wäre es toll, wenn sich durch eine solche Öffnung auch die in der Kinder- und Jugendarbeit erfahrenen Organisationen und Institutionen wie Kitas oder Spielplatzvereine angeregt fühlten, eigene Freizeitprogramme in den Westfalenpark zu verlegen und man mit den ohnehin dort aktiven Partnern ein schönes zusätzliches Ferienangebot erreichen kann“, schlägt die SPD-Unterbezirksvorsitzende Nadja Lüders vor.

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Was die anderen Parteien im Rat von dem Vorschlag halten, ist noch nicht bekannt: Auf Anfragen gab es über das Pfingstwochenende noch keine Rückmeldung.

Ganz neu ist die Idee nicht. Die Bezirksvertretung Innenstadt-Ost stellt seit Jahren aus eigenen Mitteln Geld zur Verfügung, um 1000 Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 15 Jahren für das ganze Jahr kostenlose Westfalenpark-Besuche zu ermöglichen. Das gilt allerdings nur für Kinder und Jugendliche aus dem eigenen Stadtbezirk.

Unterstützung für mobile Freizeitparks

Neben Familien will die SPD aber auch den Schaustellern helfen. Partei und Fraktion signalisieren Zustimmung zu den Plänen des Schaustellervereins Rote Erde, mobile Freizeitparks zu schaffen.

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Der Hintergrund: Kirmessen und Jahrmärkte sind wegen der Corona-Pandemie bis Ende August nicht erlaubt, Freizeitparks auf einem eingezäunten Gelände und mit Zutritts- und Hygiene-Regelungen dürften in NRW allerdings wieder öffnen.

Die Dortmunder Schausteller überlegen deshalb, einen Freizeitpark auf Zeit rund um die Westfalenhallen und eine Nostalgiekirmes im Westfalenpark aufzubauen. Die CDU im Dortmunder Rat hatte dazu bereits ihre Unterstützung angekündigt. Jetzt folgt auch die SPD.

Den Schaustellern sei mit der Absage der Großveranstaltungen die Lebensgrundlage entzogen worden, stellt SPD-Vorstandsmitglied Volkan Baran fest. „Die Stadt sollte nun die Schausteller miteinbeziehen, wenn sie ein Ferienprogramm für Kinder planen. Außerdem sollte sie die Schausteller bei der Suche nach geeigneten Standorten für einen mobilen Freizeitpark unterstützen.“

„Gerade wenn bei vielen Familien der Sommerurlaub entfallen muss, wäre ein mobiler Freizeitpark vor der Haustür eine schöne Abwechslung. Deshalb haben wir auch unsere SPD-Ratsfraktion damit beauftragt, sich im Rat für eine Unterstützung der Schausteller stark zu machen. Sie brauchen so schnell wie möglich wieder eine Perspektive“, erklärt Nadja Lüders.

Nostalgiekirmes im Westfalenpark

Neben der Idee eines Freizeitparks auf Zeit unterstützen die Sozialdemokraten wie zuvor schon die CDU auch die Überlegungen für eine Nostalgiekirmes im Westfalenpark. Sie könne wie beim Lichterfest rund um den Kaiserhainteich aufgebaut und durch weitere passende Angebote ergänzt und erweitert werden. Damit sei schon ein attraktives, preisgünstiges Ausflugsziel für Eltern oder Großeltern mit ihrem Nachwuchs geschaffen.

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