SPD will Komplett-Umstieg auf Ökostrom

Prüfauftrag an Verwaltung

29.05.2007 / Lesedauer: 3 min

Radikalen Umweltschutz hat man bislang nicht in erster Linie mit der SPD in Verbindung gebracht. Das könnte sich bald ändern: Geht es nach dem Willen der SPD-Ratsfraktion sollen Stadt und Tochterunternehmen künftig ihren kompletten Strombedarf aus Öko-Strom beziehen - und damit bundesweit eine Vorreiter-Rolle einnehmen. Man wolle gemeinsam mit dem grünen Koalitionspartner einen entsprechenen Prüfauftrag an die Verwaltung stellen, kündigte SPD-Planungssprecher Helmut Harnisch gestern - zunächst ohne die grünen Partner - an. Das Ziel ist, Öko-Strom nicht nur für die Versorgung der Verwaltungsgebäude einzusetzen, sondern etwa auch für die komplette Beleuchtung der Dortmunder Straßen oder auch den Fahrstrom der Stadtbahnen. Ob das Ganze technisch möglich und was es (mehr) kostet, soll nun die Verwaltung ermitteln. Gefragt ist dabei vor allem die Dortmunder Energie und Wasser (DEW) als heimischer Energieversorger. Dort begrüßt man den Vorstoß der SPD, wie Vorstandschef Helmut Engelhardt erklärt. Zu welchen Kosten der Ökostrom zu bekommen ist, könne man allerdings noch nicht beantworten. Ein Drittel des Dortmunder Stroms bezieht DEW über die (Mit-)Mutter RWE, zwei Drittel über Strom-Börsen. «Wir würden uns bemühen, den gewünschten Ökostrom zu möglichst günstigen Konditionen zu beschaffen», betont Engelhardt. Mit dem ökologischen Vorstoß sieht sich Harnisch auf einer Linie mit dem heimischen Bundestagsabgeordneten Marco Bülow, der umweltpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion ist. Er verwies gestern nicht nur auf die Notwendigkeit des bundesweiten Umsteuerns mit Blick auf den Klimawandel, sondern auch auf die zahlreichen Förderprogramme für die Nutzung regenerativer Energien. Harnisch sieht die Stadt in Sachen Klimaschutz immerhin schon auf gutem Weg - und verweist darauf, dass jetzt schon 8 Prozent der städtischen Gebäude über Ökostrom versorgt werden oder sich auf dem Dach der neuen Westfalenhalle 3 b eine der größten Solaranlagen Deutschland steht. «Wir sind schon recht gut aufgestellt, aber es weiß keiner», sagt der SPD-Ratsherr - verbunden mit der stillen Hoffnung, dass vielen ein Licht aufgeht, wenn die Straßenlampen ökologisch leuchten. Oli

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