Sportreporter Werner Hansch wegen Betrugs angezeigt

hzSportreporter-Legende

Dieses Comeback hat sich Sportreporter Werner Hansch (81) wohl anders vorgestellt: Am Freitag kommentiert er ein BVB-Spiel, jetzt steht er im Zentrum eines Betrugsverfahrens.

Dortmund

, 12.02.2020, 15:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sportreporter-Legende Werner Hansch (81) steht im Verdacht, sich von einem prominenten Bekannten Geld geliehen zu haben – ohne es zum vereinbarten Termin zurückgezahlt zu haben. Das bestätigt die Staatsanwaltschaft Dortmund auf Anfrage, die nun wegen Betrugs gegen Hansch ermittelt.

Anzeige erstattet hatte der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach, der Hansch den Kredit gewährt hatte. Zuerst hatte die WAZ über den Fall berichtet.

Geschichte einer Autofahrt

Hansch soll sich das Geld im November 2018 von Bosbach erschwindelt haben, in dem er dem Politiker eine erfundene Geschichte aufgetischt haben soll: Unter Alkoholeinfluss habe er einen Autounfall gehabt. Um den ohne öffentliche Aufmerksamkeit aus der Welt zu schaffen, brauche er 20.000 Euro.

Bosbach hatte Hansch dann 5000 Euro überwiesen, vereinbarter Rückzahlungstermin war der 15. April 2019.

Geld nur teilweise zurückgezahlt

Erst im September 2019 soll Hansch 2500 Euro an Bosbach überwiesen haben, auf den Rest des Geldes wartete der ehemalige Politiker vergeblich.

Im Dezember 2019 erstattete Bosbach Anzeige gegen Hansch. Alfons Becker ist der Anwalt von Werner Hansch. Das Darlehen, so Becker, habe es in der Tat gegeben, das noch ausstehende Geld sei am Dienstag (11.2.) an Bosbach überwiesen worden.

Erst einmal Akten angefordert

Becker weiter: „Von einem Autounfall weiß ich nichts. Wir haben jetzt die Akten zu dem Fall angefordert.“ Wichtig sei, so Becker weiter, dass Werner Hansch „zum Zeitpunkt des Abschlusses des Darlehensvertrages tatsächlich die Aussicht hatte, das Geld zeitnah zurückzahlen zu können“. Die Aussicht hatte sich dann zerschlagen.

„Nicht als Ganove geboren“

Hansch sei, so Becker abschließend, ein „anständiger Mann, der nicht als Ganove geboren wurde“. Die jetzt aufgetauchten Probleme seien bedauerlich, aber nicht unlösbar.

Ob Anklage erhoben werden wird, ist im Moment noch unklar, die Ermittlungen könnten Ende Februar abgeschlossen sein.

Am Freitagabend (14.2.) kehrt Werner Hansch als der Sportreporter zurück, als den ihn die Öffentlichkeit kennt: Dann soll er für den Streaming-Dienst DAZN als Co-Moderator das Spiel Borussia Dortmund gegen Eintracht Frankfurt begleiten.

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