Stadt Dortmund lehnt Kita-Ausbau ab

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Obwohl Betreuungsplätze in Dortmund fehlen, wurde der Ausbau einer Kita in Schüren abgelehnt. Der Grund: Für die Stadt Dortmund wäre der Ausbau nur ein Plan B.

Aplerbeck

, 12.11.2019, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Plätze in der Kita Lummerland im Dortmunder Süden sind stark nachgefragt und die Warteliste ist lang. Was liegt da näher, als die Einrichtung zu erweitern?

2008 ist die Kita, die von Eltern initiiert wurde, in das Gebäude an der Adelenstraße eingezogen. Erst gab es zwei Gruppen, dann wurde das Angebot auf drei Gruppen erweitert. Jetzt sollte die Kita noch größer werden.

Auf dem Grundstück an der Adelenstraße ist dafür jedoch kein Platz, also wollte die Kita auf die gegenüberliegende Straßenseite wechseln, eine Immobilie war schon ausgesucht.

Ein neues pädagogische Konzept gefordert

Dann kam nach Gesprächen mit der Stadt Dortmund der Rückzieher. Was war passiert? Das Problem bei einem neuen Gebäude sei, dass alles wieder bei Null losgeht. Das bedeutet in diesem Fall, dass die Kita Lummerland wieder ein neues pädagogisches Konzept vorlegen muss. „Wenn jetzt ein Nebengebäude dazu käme, muss man eben ein neues Konzept vorlegen“, sagt Anke Widow, Pressesprecherin der Stadt Dortmund.

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Das sei aber in der langfristigen Planung des Jugendamtes, die nicht nur Schüren, sondern den ganzen Stadtbezirk Aplerbeck im Auge hat, keine optimale Lösung, so Widow. „Unser Ziel ist es, moderne, große Einrichtungen zu bauen, wo die Kinder alle in einem Gebäude sind“, sagt Anke Widow. Das sei besser für die Kommunikation und das Miteinander. Für die Kinder aber auch für das Betreuerteam. „Man hätte das Gebäude dann noch fachgerecht umbauen müssen und das alles sprach hier dagegen“, so Widow.

Drei neue Einrichtungen für den Stadtbezirk

Ob die Aplerbecker auf weitere Betreuungsplätze verzichten müssen? „Nein“, sagt Anke Widow. „Es entstehen ja zurzeit drei große Einrichtungen im Stadtbezirk.“

Die erste, die eröffnen wird, ist dann die neue Kita an der Sölder Straße. Fünf Gruppen werden hier ein neues Zuhause finden.

Gegenüber des Edeka-Marktes ging es am 1. November los. St. Marien wird die Einrichtung heißen und ist nach der Schließung des katholischen Kindergartens ebenfalls an der Sölder Straße wieder ein Anlaufpunkt im Dortmunder Süden. 80 Kinder finden dort einen Platz. Errichtet wird die Einrichtung durch den Investor ProKiga. Betreiber der Einrichtung wird der Caritasverband Dortmund sein.

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Eine weitere neue Kita ist in Schüren geplant. An der Unteren Pekingstraße soll eine Einrichtung für vier Gruppen entstehen. Das Baugelände liegt westlich der Gerhard-Hauptmann-Grundschule. Vor Jahren sollte an dieser Stelle eine Notunterkunft für Flüchtlinge entstehen.

Letzter Gottesdienst am 4. Dezember in der Arche

Auch in Aplerbeck ist eine noch größere Kita in Planung. An der Weißen-Ewald-Straße sollen einmal sechs Gruppen betreut werden. Platz ist für diesen Bau genügend vorhanden, denn die Kita wird auf dem Gelände des Gemeindehauses Arche entstehen. Dieses und die davorliegende „Jugendbaracke“ werden Ende des Jahres geschlossen. Ein Teil des Gemeindehauses wird in den Neubau der Kita mit einbezogen, der Rest wird abgerissen.

„Die Führung des Kindergartens wird der Evangelische Kirchenkreis übernehmen, gebaut wird durch einen Investor und das Grundstück bliebt in unserem Besitz“, sagt Dietrich Biederbeck, Pfarrer in der evangelischen Georgsgemeinde. Damit ist die Nachnutzung des Grundstückes gesichert.

Am 16. November wird es ein Abschiedsfest in der Arche geben, bei dem sich die Gemeinde von ihrem Zuhause verabschieden kann. Am 4. Dezember folgt ein letzter Gottesdienst und dann gehen die Planungen in Richtung neuer Kita.

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