„Stadt im Kleinen“ bietet Inklusives Wohnen in der Evinger Mitte

hzWohnprojekt mit Behinderten

Mit der Werkstatt über den Teichen schafft der Elisabeth-Vormfelde-Verein Arbeit für Behinderte. Aber er bietet auch Wohnraum. Ein besonderes Wohnprojekt ist für die Evinger Mitte geplant.

Eving

, 16.01.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Arbeiten und Leben gehören eng zusammen bei den Aktivitäten des Elisabeth-Vormfelde-Vereins, der mit der Werkstatt über den Teichen (WÜT) in Obereving 570 behinderten Menschen Beschäftigung bietet. In zwei Wohnhäusern des Vereins in Eving haben Behinderte aber auch ein festes Zuhause gefunden.

Jetzt ist ein weiteres Wohnprojekt geplant, das einen ganz besonderen Ansatz verfolgt. Und das in zentraler Lage.

An der Gärtnerstraße, gleich neben dem früheren Zechengelände Minister Stein, soll ein inklusives und generationenübergreifendes Wohnprojekt entstehen. Es soll eine „Stadt im Kleinen“ werden, erklärt Architekt Harald Lindner vom beauftragten Architekturbüro Lindner Lohse.

Rund um einen grünen Innenhof soll ein L-förmiger Gebäudekomplex mit 40 bis 50 Miet-Wohnungen unterschiedlicher Größe entstehen. Jede Wohnung hat einen eigenen Eingang. Es gibt eigene Hausgärten, aber im Innenhof neben einem Spielplatz auch einen Gemeinschaftsgarten und ein Gemeinschaftshaus, erklärt Lindner.

Alt und Jung gemeinsam

Eine Besonderheit ist auch der angestrebte Mix der Bewohnerschaft von Behinderten mit und ohne Familie bis zu Senioren. Alt und Jung, behindert und nicht behindert, Familien und Singles leben gemeinsam, heißt es in der Projektbeschreibung. „Da soll Inklusion gelebt werden“, erklärt WÜT-Geschäftsführer Philipp Richter.

Je nach Bedarf kann man als Bewohnner Angebote wie Betreutes Wohnen, Pflegedienste, Hausmeisterservice oder andere Dienste nutzen. Ein Teil der Wohnungen soll mit öffentlicher Förderung und damit zu besonders günstigen Mietkonditionen entstehen.

Grundstück ist gekauft

Eine Besonderheit ist auch die Lage: Das Areal an der Gärtnerstraße liegt sehr ruhig in zweiter Reihe hinter der Deutschen Straße, aber zugleich auch sehr zentral am Rande der Evinger Mitte mit Einkaufsmöglichkeiten, medizinischer Versorgung sowie Anbindung an Bus und Bahn in unmittelbarer Nähe. Die Werkstatt über den Teichen ist über einen Fußweg entlang des Nordfriedhofs sogar in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen.

„Stadt im Kleinen“ bietet Inklusives Wohnen in der Evinger Mitte

Auf dem alten Hofgelände (rechts) soll das Wohnprojekt entstehen. Die Stadt Dortmund plant dazu den Ausbau der Gärtnerstraße (l.). © Oliver Volmerich

Der Elisabeth-Vormfelde-Verein hat das Baugrundstück an der Gärtnerstraße, auf dem jetzt noch ein verlassenes Bauerngehöft steht, inzwischen gekauft, berichtet WÜT-Geschäftsführerin Andrea Terwey. „Wir sind jetzt auf der Zielgeraden“, beschreibt Frank Schmidt-Kamann vom Vorstand des Elisabeth-Vormfelde-Vereins als Investor den Projektstand.

Straßenumbau geplant

Die Stadt hat bereits einen Bauvorbescheid erteilt. Und sie will das Vorhaben sogar mit einer eigenen Investition begleiten. Anfang Februar sollen der Bauausschuss und danach der Finanzausschuss des Rates die Planungen für den Umbau der Gärtnerstraße auf den Weg bringen. Sie soll an das städtische Abwasser- und Versorgungsnetz angeschlossen und verkehrssicher ausgebaut werden, kündigt die Stadt an. 1,25 Millionen Euro sollen dafür investiert werden. Vorgesehen ist dann auch ein Rad- und Fußweg, der die Gärtnerstraße mit dem Grubenwehrweg im Süden verbindet.

Politische Rückendeckung

Die politische Rückendeckung ist für beide Projekte da, wie der örtliche Ratsvertreter Hendrik Berndsen (SPD) betont. „Das geplante Wohnprojekt ist ein Gewinn für alle Beteiligten“, ist er überzeugt.

Mitte des Jahres soll der Bauantrag gestellt werden, kündigt Architekt Harald Lindner an. Spätestens Anfang 2021 könnte dann mit dem Bau begonnen werden - und Ende 2022 in die „Stadt im Kleinen“ an der Gärtnerstraße Leben einkehren.

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