Stadt lehnt Plan für E-Bike-Ladestationen im Dortmunder Westen ab

hzVerkehr in Dortmund

Kein Geld und kein Personal: Mit dieser Begründung lehnt die Stadt die Errichtung von E-Bike-Ladestationen im Dortmunder Westen ab. Die Politik will die Entscheidung nicht akzeptieren.

Lütgendortmund, Bövinghausen

, 27.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Haus Dellwig in Lütgendortmund und am LWL-Museum Zeche Zollern in Bövinghausen sollen die ersten Ladestationen für E-Bikes im Dortmunder Westen installiert werden. Das ist zumindest der Wunsch der Bezirksvertretung (BV) Lütgendortmund. Einen entsprechenden Antrag für das Pilotprojekt brachte das Gremium bereits in seiner Sitzung im November 2019 auf den Weg.

Vorab hatte der Dortmunder Fahrrad-Beauftragte die Bezirksvertreter über die Möglichkeiten zum „Auftanken“ von elektrisch betriebenen Zweirädern informiert. Die sollten vor allem für Biker, die als Touristen im Stadtbezirk Lütgendortmund unterwegs sind, geschaffen werden, meinte die Mehrheit des Gremiums.

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Denn „normale“ Radfahrer, die etwa auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkauf sind, benötigten keine Ladestationen. Für solche Distanzen reiche die Akku-Leistung in der Regel aus, hieß es damals. Deshalb fiel die Wahl auf Dellwig und Zollern.

BV fordert qualifizierte Stellungnahme der Stadt

Doch mit ihrem Wunsch konnte die BV bei der Verwaltung nicht punkten. Sie lehnt das Projekt ab. Begründung: „Für die Stadt Dortmund ist eine regelmäßige Wartung einer solchen Anlage personell wie auch finanziell (Wartung, Vandalismus) nicht leistbar. Diese Maßnahme ist daher nicht umsetzbar.“

Die BV will sich mit dieser knappen Begründung nicht abspeisen lassen. Man weise die Stellungnahme zurück und erwarte stattdessen eine qualifizierte Aussage der Verwaltung, so SPD-Sprecher Andreas Lieven. Schließlich habe man den Auftrag auch mit Blick auf die Entwicklung des Masterplans Mobilität erteilt.

Errichtung von Ladestationen für E-Autos problemlos möglich?

Für den Grünen-Vorsitzenden Frank Meyer, der den Ursprungs-Antrag mit seiner Fraktion bereits im Juni 2019 formuliert hatte, ist die Antwort der Stadt ebenfalls nicht akzeptabel. „Diese unglaubliche Aussage steht in krassem Widerspruch zu dem Dortmunder Anspruch, eine Fahrradstadt wie Kopenhagen zu werden. Wir fragen uns, warum dagegen die Einrichtung von E-Ladestationen für Autos problemlos möglich ist“, schreibt Frank Meyer in seiner Pressemitteilung.

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Die Grünen wünschen sich flächendeckend öffentliche Ladestationen für E-Bikes und auch E-Scooter im Stadtbezirk. „Da die vorgehaltene Lade-Infrastruktur für E-Bikes für eine Umstiegs-Entscheidung relevant ist, bezweifeln wir, ob so der Anteil des Fahrrad-Verkehrs von derzeit unter zehn Prozent gesteigert werden kann“, kommentiert Meyer die Absage der Stadt. Von einer Mobilitäts-Wende in Dortmund würden letztlich alle Bürger profitieren.

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