Stadt ruft zum Maske-Tragen im Unterricht auf - und stößt auf Kritik

hzCorona und Schule

Jetzt ruft auch die Stadt offiziell dazu auf, an weiterführenden Schulen im Unterricht weiterhin eine Maske zum Schutz gegen Corona zu tragen. Einige Eltern finden das nicht gut.

Dortmund

, 08.09.2020, 17:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Maske im Unterricht oder nicht? An vielen Schulen wird das zur Gewissensfrage. Zur Erinnerung: Die vom Land zum Schulstart verkündete Pflicht für Schüler, an weiterführenden Schulen nicht nur auf Fluren und auf dem Schulhof, sondern auch während des Unterrichts einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, gilt seit dem 1. September nicht mehr.

An vielen Schulen wurde aber trotzdem dazu aufgerufen, freiwillig auch im Unterricht weiter Maske zu tragen. Diesem Appell hat sich nun auch die Stadt als Schulträgerin angeschlossen.

Wegfall von Mund-Nasen-Schutz erhöht Quarantäne-Risiko

Der Verzicht auf eine Maskenpflicht im Unterricht habe bei vielen Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern, aber auch Eltern „Unsicherheit und Besorgnis ausgelöst“, heißt es in einem von Schuldezernentin Daniela Schneckenburger unterzeichneten Brief an alle Eltern.

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„Der Wegfall des Mund-Nasen-Schutzes im Unterricht kann dazu führen, dass im Falle einer Infektion sich die Anzahl von Personen erhöht, für die zur Unterbrechung von Infektionsketten Maßnahmen durch das Gesundheitsamt Dortmund ausgesprochen werden müssten“, schreibt Daniela Schneckenburger. „Damit steigt auch das Risiko, dass nicht nur einzelne Schülerinnen und Schüler, sondern ganze Klassen und gegebenenfalls auch eine ganze Schule unter Quarantäne gestellt werden müsste.“

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Weitere Probleme seien die bevorstehende Erkältungszeit und der Umstand, dass bei kühleren Temperaturen das dauerhafte Lüften der Klassenräume wohl nicht mehr möglich sei.

Eltern fühlen sich indirekt unter Druck gesetzt

Schneckenburger äußert deshalb die Bitte, „gemeinsam mit Ihrem Kind oder für sich selbst zu prüfen, ob das freiwillige Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Unterricht nicht ein Beitrag dazu sein könnte, das Schulleben vor weiteren Auswirkungen der Pandemie zu schützen und gegebenenfalls damit auch zu einer geringeren Ausbreitung des Virus beizutragen“.

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Bei einigen Eltern stößt diese Bitte auf Kritik. „Welche Eltern und welches Kind möchte sich gegen diese Anweisung wenden und als Maskenverweigerer stigmatisiert werden?“, fragt der Vater eines 14-jährigen Gymnasiasten. Er kritisiert, dass indirekt Druck auf Eltern und Kinder ausgeübt werde. Stattdessen solle die Stadt sich Gedanken über andere Raumkonzepte und andere Formen des Unterrichts machen.

Ausnahmen müssen möglich sein

Auch Stadteltern-Sprecherin Anke Staar findet den Aufruf „unglücklich“. Man müsse auch an die Menschen denken, die aus gesundheitlichen Gründen nicht über Stunden eine Maske tragen könnten. Besonders kritisiert sie Schulen, die über einen Schulkonferenz-Beschluss indirekt wieder eine Maskenpflicht eingeführt hätten. Das Recht auf Teilhabe nach der Behindertenrechts-Konvention der Vereinten Nationen dürfe nicht ausgehebelt werden, merkt Anke Staar an.

Unterstützung für Schulleitungen

Daniela Schneckenburger verteidigte indes im Gespräch mit unserer Redaktion ihr Schreiben, das sie nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt verfasst haben. Viele Schulleitungen hätten um eine solche Unterstützung gebeten, erklärt die Dezernentin.

„Es ist ausdrücklich keine Anweisung, weiterhin Maske im Unterricht zu tragen“, betont Daniela Schneckenburger. Und es gebe durchaus gute Gründe, warum Kinder keine Maske tragen könnten.

Die Dezernentin hat auch noch eine weitere Bitte mit Blick auf die Tatsache, dass es in vielen Bussen auf dem Weg zur und von der Schule weiterhin sehr eng ist. Hier sollten Schüler und Eltern darauf achten, „die ganze Bandbreite der verfügbaren Busse auszunutzen.“

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„Unser Ziel ist es, trotz Corona gut durch Herbst und Winter zu kommen“, sagt Daniela Schneckenburger.

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