Stadt verkauft altes Schulgebäude: Spar- und Bauverein macht das Rennen

Unionviertel

Die Stadt hat sich entschieden: Der Spar- und Bauverein soll den Zuschlag für den Kauf der alten Abendrealschule in der Adlerstraße 44 erhalten. Wir verraten, was die Genossenschaft plant.

Unionviertel

, 18.09.2019, 12:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stadt verkauft altes Schulgebäude: Spar- und Bauverein macht das Rennen

Das ehemalige Schulgebäude in der Adlerstraße wird zu Wohnungen umgebaut. © Schütze

Nach Kriegsschäden 1954 wieder aufgebaut, diente das Gebäude im Unionviertel in der westlichen Innenstadt lange Jahre als Abendrealschule und zuletzt als Flüchtlingsunterkunft. Inzwischen steht es leer. Die Stadt will das Objekt, das in die Denkmalliste eingetragen werden soll, nun verkaufen.

Drei Interessenten haben Angebote und Konzepte vorgelegt. Den Zuschlag soll der Spar- und Bauverein bekommen, der im Unionviertel rund 1000 Wohnungen vermietet. Künftig werden es noch ein paar Wohnungen mehr sein.

Stadt verkauft altes Schulgebäude: Spar- und Bauverein macht das Rennen

Derzeit steht die alte Schule leer. © Schütze

Die Genossenschaft möchte die früheren Klassen- und Lehrerräume der Abendrealschule in 15 bis 18 Mietwohnungen für Singles und Familien umbauen. Nach Angaben von Rolf Becker, Projektleiter beim Spar- und Bauverein, sollen die neun Klassenräume in neun Wohnungen mit einer Größe von je 70 Quadratmetern umgewandelt werden.

Weitere drei Wohnungen mit bis zu 150 Quadratmetern sollen im Außenflügel entstehen. Sie könnten sowohl von Familien als auch von Wohngemeinschaften genutzt werden. Da sind wir noch offen“, sagt Becker.

Darüber hinaus lässt das Gebäude Spielraum für kleinere Einheiten. In Betracht kommen sechs Single-Wohnungen mit einer Größe von 26 Quadratmetern – optional drei Wohnungen mit je 50 Quadratmetern.

Es entstehen frei finanzierte Wohnungen

Da die Genossenschaft den Umbau aus eigener Kraft stemmt, kommen die Wohnungen frei finanziert auf den Markt. Franz-Bernd Große-Wilde, Vorstandsvorsitzender des Spar- und Bauvereins, kalkuliert mit Mieten „um acht bis neun Euro pro Quadratmeter“.

Die frühere Sporthalle im Souterrain soll den Bewohnern nach Möglichkeit als Gemeinschaftsraum zur Verfügung stehen. Allerdings weise die Sporthalle Feuchtigkeitsschäden auf, sagt Projektleiter Becker. „Die Substanz müssen wir noch genauer untersuchen.“

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Der Außenbereich soll erneuert werden. © Schütze

Über das überdachte Häuschen im Garten halten die Denkmalschützer ihre Hand: Das Gebäude soll den Hausbewohnern als Begegnungs- und Aufenthaltsort dienen. Statt auf einen Schulhof sollen die Mieter künftig auf Grünanlagen blicken: Der Asphalt soll herausgerissen werden und einer gemeinsamen Grünfläche oder – alternativ – Mietergärten weichen.

Die Mauer, die den Hof von den rückwärtigen Grundstücken des Spar- und Bauvereins an der Heinrichstraße trennt, soll fallen. „Wir möchten das Quartier einheitlich aus einem Guss gestalten“, sagt Große-Wilde.

Der Start könnte 2020 sein. 2022 sollen die ersten Gardinen hängen.

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