Stadt will den Wilhelmplatz neu beleben und sucht nach Alternativen für die Parkplätze

hzWilhelmplatz in Dorstfeld

2020 soll es soweit sein: Im kommenden Jahr will die Verwaltung ein Konzept für das neue Erscheinungsbild des Wilhelmplatzes im Dorstfelder Ortskern vorlegen. Doch etliche Fragen sind offen.

Dorstfeld

, 06.09.2019, 20:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Mit Spannung erwarten Dorstfelder Bürger und Politiker den Aufschlag aus der Stadtverwaltung. Ein Komplett-Umbau des Wilhelmplatzes sei nicht geplant, dämpft Susanne Linnebach, Leiterin im Amt für Stadterneuerung, allzu hohe Erwartungen. Weshalb sie lieber von „Anpassungen“ statt von „Neugestaltung“ spricht.

Dennoch: Als zentraler Aufenthaltsplatz im Ortskern von Dorstfeld verfüge der Wilhelmplatz über ein deutlich höheres Potenzial als aktuell. Es geht um Eingriffe im Kleinen, die den Platz beleben sollen.

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Denkbar sei, den Spielplatz im hinteren Bereich zu erweitern. Denkbar sei auch, die Aufenthaltsqualität mit Bänken und mehr Grün zu erhöhen. Zum Knackpunkt könnten die 15 gelb markierten Stellplätze am oberen Rand des Wilhelmplatzes werden. Sie wurden einst mit Bewilligung der Arnsberger Bezirksregierung im Rahmen einer Testphase angelegt. Eigentlich gehören sie dort gar nicht hin.

Stadt verhandelt mit Arnsberg über Fördermittel

Nach der autofreien Neugestaltung des Wilhelmplatzes Anfang der 2000er-Jahre machte plötzlich der Vollversorger Edeka an der benachbarten Sachsenwaldstraße dicht – prompt begann der ansässige Einzelhandel zu leiden.

Um den Ortskern für Kunden wieder interessant zu machen, stieg die Stadt in Verhandlungen mit Arnsberg ein - und bekam 2005 das Okay, die Stellplätze anzulegen. Dort sollten sie solange bleiben, bis der neue Lebensmittelladen mit neuen Parkplätzen auf der gegenüberliegenden Frerichwiese eröffnen würde. Das ging schief, wie alle Beteiligten wissen: Die Interessengemeinschaft (IG) „Dorstfeld Aktiv“ brachte den Bau des Vollversorgers mit einer Klage zu Fall.

Doch die Geschichte hat nur eine Warteschleife gedreht: Inzwischen gibt es neue Pläne für einen Edeka-Markt auf der Frerichwiese. Und wieder sieht die Verwaltung eine Chance, „den fließenden und ruhenden Verkehr vom Wilhelmplatz weitgehend herauszuhalten“, wie Linnebach sagt. All diese Fragen würden derzeit mit der Bezirksregierung verhandelt.

Gleichzeitig lotet die Stadt in ihrem Schreiben an Arnsberg aus, wie es um die Rückzahlung früherer Fördermittel bestellt ist: Der damalige Umbau des Platzes hatte rund eine Million Euro gekostet; 780.000 Euro kamen als Landeszuschuss. Legt die Stadt nun erneut Hand an, könnte eine Erstattung fällig werden. Linnebach spricht von einer Spanne „von 40.000 bis gut 100.000 Euro“.

Wird der Dorstfelder Hellweg ein Stück geöffnet?

Bis dato bleibt offen, ob die Stellplätze vom Wilhelmsplatz verschwinden. Für Bezirksbürgermeister Ralf Stoltze (SPD) „muss die Sicherheit der Fußgänger in jedem Fall höchste Priorität haben“. Für die Verwaltung kommen zwei Ausweichstandorte in Betracht: Die eine Hoffnung ruht darauf, dass der neuerlich geplante Edeka auf der Frerichwiese endlich gebaut werden kann – 70 Parkplätze sollen dort entstehen.

Problem dabei: Die IG „Dorstfeld Aktiv“ behält sich eine weitere Klage vor, hat aber nach Angaben von Mitglied Reiner Schwalm noch immer nicht entschieden. Zurzeit lasse man einen Anwalt über die Satzung gucken. Wann mit einer Entscheidung zu rechnen sei, könne man nicht sagen.

Weiteres Problem: Die Stadt hat mit dem Betreiber des Geschäftes vereinbart, dass Einkäufer ihre Wagen eine Stunde parken dürfen. Jörg Tigges, Fraktionschef der CDU in der Bezirksvertretung, hält das „für viel zu kurz“. Er spricht davon, dass „zwei Stunden Parkdauer zugesichert“ seien – und würde sie am liebsten auf „vier Stunden“ erhöhen. 2021, so der bisherige Zeitplan, soll der Edeka-Markt eröffnet werden. Sofern er denn tatsächlich gebaut wird.

Als Alternative bringt Amtsleiterin Linnebach die Parkplätze zwischen der Emscherallee und dem Dorstfelder Hellweg im rückwärtigen Bereich des Fitnessstudios ins Spiel. Um diese Stellplätze zu erreichen, müsste ein kleines Stück des Hellwegs für den Autoverkehr wieder frei gegeben werden. Bezirksbürgermeister Stoltze könnte mit einer „solchen Lösung durchaus leben, wenn es sich anbietet“.

„Zurzeit fehlt mir dafür noch die Fantasie"

CDU-Fraktionssprecher Tigges mag sich der Idee nicht von vornherein verschließen. „Zurzeit fehlt mir aber noch die Fantasie, wie sich die Laufwege der Kunden gestalten sollen.“ Für die Attraktivität der Parkplätze sei entscheidend, dass sie im Ortskern und damit in unmittelbarer Nähe der Geschäfte lägen.

Generell kann sich die CDU die Öffnung des Hellwegs für den Autoverkehr durchaus vorstellen – sie selbst hat einen ähnlichen lautenden Vorstoß mehrfach zur Diskussion gestellt. Allerdings plädierte die CDU eher für eine Öffnung auf ganzer Länge.

Den Autoverkehr lediglich bis zu den Parkplätzen nahe der Emscherallee freizugeben, war in den Überlegungen nicht vorgesehen.

2020, sagt Amtsleiterin Linnebach, will die Verwaltung den Bürgern und Gewerbetreibenden einen Vorschlag für den Wilhelmplatz präsentieren. Bis dahin muss mindestens geklärt sein, ob und wann der Edeka-Markt auf der Frerichwiese realisiert wird.

Die CDU hat bereits eigene Ideen für den Wilhelmplatz in die Runde geworfen. Tigges beispielsweise schlägt vor, den oberen Teil als Spielplatz umzuwidmen.

Die Folge: Die Polizei hätte sofort ein Instrument zur Hand, Alkohol trinkenden Mitbürgern per Platzverweis die rote Karte zu zeigen.

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