Aplerbeck: ein richtig sportlicher Stadtteil ohne echte Schwächen

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Sport wird im Dortmunder Süden großgeschrieben. Besonders groß aber in Aplerbeck und in der Aplerbecker Mark. Das Angebot ist vielfältig, genau wie das Vereinsleben.

Aplerbeck

, 17.11.2018, 03:55 Uhr / Lesedauer: 4 min

Einer der größten Dortmunder Amateurvereine hat sein Zuhause im Stadtteil Aplerbeck: die DJK Ewaldi. Über 1900 Mitglieder sind es mittlerweile, die sich auf sieben Abteilungen verteilen. Wenn man dann noch den ASC 09 Dortmund dazunimmt, der sich bei den Mitgliederzahlen nur knapp darunter bewegt, und die anderen Vereine im Stadtteil, die ein vielfältiges Angebot bereithalten, ist es kein Wunder, dass die Bürger aus Aplerbeck und der Aplerbecker Mark ziemlich fit sind.

Auch was die Sportstätten angeht, lassen die Stadtteile keine Wünsche offen. An der Schweizer Allee sind zwei Dreifach-Sporthallen zu finden, ein Sport- und Freizeitpark und das Emscherstadion, das mit einem Kunstrasen glänzt. In Wurfweite entfernt das Waldstadion mit einem Naturrasen und einem Kunstrasenkleinfeld. Nicht zu vergessen das Hallenbad, das von der SG Dortmund Süd betrieben wird und hinter dem Südbad in der Dortmunder Innenstadt zu den besucherstärksten im Stadtgebiet zählt.

Das Aplerbecker Waldstadion, hier spielt der ASC 09 Dortmund.

Das Aplerbecker Waldstadion, hier spielt der ASC 09 Dortmund. © Jörg Bauerfeld

Dazu kommt, dass weiter an der sportlichen Infrastruktur gearbeitet wird. Die Aplerbecker-Mark-Grundschule bekommt eine neue Turnhalle, die Sporthalle des Gymnasiums an der Schweizer Allee wird saniert und auf dem Ewaldi-Sportplatz an der Ramhofstraße tut sich auch so einiges.

Hier werden in den nächsten Monaten die Leichtathletik-Einrichtungen auf Vordermann gebracht. Mithilfe finanzieller Unterstützung durch die Bezirksvertretung in Aplerbeck bekommt die Laufbahn endlich einen neuen Belag und auch die Weitsprunggrube wird erneuert. „Es wird auch eine Finnbahn auf dem Gelände angelegt“, sagt der erste Vorsitzende der DJK, Friedhelm Althans. Breitensport ist das Hauptbetätigungsfeld bei der DJK Ewaldi – und das kommt an, was nicht zuletzt die Mitgliederzahlen belegen. „Hier sind wir aber so gut wie am Limit“, sagt Althans. „Mehr als 2000 Mitglieder geht nicht, dann funktioniert das alles nicht mehr ehrenamtlich.“

Von der Sport- und Fitnesswelle getragen werden auch die kommerziellen Anbieter. Einer ist der Universum Fit-Gym Sportpark an der Köln-Berliner-Straße. Hier ist Mike Grünwälder beschäftigt. Der 30-Jährige hat einen genauen Überblick darüber, was im Moment am besten läuft. „Bei den jüngeren Besuchern ist das ganz klar die Fitnessfläche“, sagt Grünwälder. Da stehen die Ergometer und Fitness-Geräte. „Die Promis posten heute in den sozialen Netzwerken immer wieder Fotos, wie sie sich an den Geräten fithalten. Und die Jugend eifert denen dann nach.“ In ist auch das Kursangebot. „Der Tabata-Zirkel ist immer voll“, sagt Grünwälder. „Wir punkten einfach auch mit dem bunt gemischten Publikum. Das ist 16 bis 80 Jahre alt.“ Grünwälder selbst ist auch sportlich aktiv im Universum – er dartet. Auch das gibt es an der Köln-Berliner-Straße – sogar im Ligabetrieb.

Das wurde positiv bewertet

Nahversorgung: Hier liegen die Stadtteile Aplerbeck und Aplerbecker Mark auch über dem Durchschnittswert der Stadt Dortmund. Kein Wunder, ist hier doch vieles fußläufig zu erreichen – inklusive des Wochenmarktes, der immer donnerstags auf dem Aplerbecker Marktplatz stattfindet. Neben den „normalen“ Supermarktangeboten verfügt Aplerbeck auch noch über das Rodenbergcenter.

Eigentlich eine Konkurrenz für den Ortskern – sollte man annehmen. Aber das scheint nicht der Fall. „Wir arbeiten gut zusammen und profitieren auch voneinander“, sagt Klaus Gerhardy, Vorsitzender der Aplerbecker Werbegemeinschaft. Dass die Bewertung der Nahversorgung so positiv ausfällt, liegt sicher auch daran, dass sich in der Aplerbecker Mark ein eigenes kleines Einkaufszentrum an der Schwerter Straße gebildet hat. Supermarkt, Bäcker, Bioladen und Eisdiele.

Gesundheit: Auch hier können Aplerbeck und die Aplerbecker Mark punkten. Einen Ärztemangel gibt es in den Stadtteilen beileibe nicht. Gerade an der Köln-Berliner-Straße, dem Zentrum von Aplerbeck, reihen sich die Fach- und Hausärzte aneinander. Positiv ist hier auch die Erreichbarkeit der verschiedenen Praxen. Die ist durch die zahlreichen Buslinien im Ortszentrum gewährleistet. Zudem gibt es am Marsbruchplatz die Endhaltestelle der U 47. Nicht zu vergessen das große Areal der LWL-Klinik an der Marsbruchstraße. Hier werden psychische Krankheiten behandelt – bei den Großen und den Kleinen.

Aplerbeck: ein richtig sportlicher Stadtteil ohne echte Schwächen

Das wurde negativ bewertet

Familienfreundlichkeit: Negative Bewertungen im stadtweiten Vergleich sind in Aplerbeck und der Aplerbecker Mark so nicht zu finden. Die schwächsten Werte im Stadtteilcheck liegen immer noch im Stadtdurchschnitt. Und erstaunlicherweise ist es auch die Familienfreundlichkeit, die nicht mit Bestwerten glänzen kann. „Ich denke schon, dass Aplerbeck ein sehr familienfreundlicher Stadtteil ist“, sagt Jürgen Schädel, Bezirksbürgermeister. „Das Problem ist, glaube ich, dass zu wenig Leute wissen, was überhaupt angeboten wird“. Schädel hebt da auch die große Anzahl an Ehrenamtlichen hervor, die sich in vielen Aktivitäten mit einbringen. Da geht es über die Vorleseoma in der Bibliothek an der Köln-Berliner-Straße bis hin zu den Spielplatzpaten.

Aber was ist zu tun, damit die Angebote für die Bürger besser ersichtlich werden? „Es gibt ja schon den Veranstaltungskalender und auch über das Stadtbezirksmarketing wird viel an die Öffentlichkeit getragen“, sagt Schädel. Aber man müsse sich sicher noch einmal Gedanken machen und schauen, was man in Sachen Information besser machen kann. „Hier müssen wir einfach noch mehr Öffentlichkeitsarbeit machen“, sagt Schädel.

Zur Familienfreundlichkeit gehören sicher auch Einrichtungen wie Kinderspielplätze. Auch hier tut sich vonseiten der Bezirksvertretung einiges. „Von der Zahl her gibt es hier sicher genügend“, sagt Schädel. „Die Ausstattung lässt aber manchmal noch zu wünschen übrig.“ An den finanziellen Mitteln würde es nicht liegen, aber an der Umsetzung. „Um ein Spielgerät aufzustellen, das nicht von der Stange ist, braucht es schon einmal zwei Jahre“, sagt Schädel.

Die Mietpreise sind in der Aplerbecker Mark und in Aplerbeck recht hoch.

Die Mietpreise sind in der Aplerbecker Mark und in Aplerbeck recht hoch. © Jörg Bauerfeld

Bezahlbares Wohnen: Hier hält sich die Zufriedenheit der Bürger in Aplerbeck und der Aplerbecker Mark in Grenzen. Im Dortmunder Süden zu wohnen ist manchmal der Fluch der guten Lage. Hier gibt es kaum Möglichkeiten für die Bezirksvertretung einzugreifen. Eine Lösung zu finden, ist schwierig. Was helfen könnte, ist neuer Wohnraum. Aber auch der ist knapp. So wird gerade im Ortskern an der Stelle des alten Kaufhauses Weber ein Neubau errichtet und auch für die Marsbruchstraße gibt es Pläne. Auch hier sollen Wohnungen entstehen.

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Der Orstkern von Aplerbeck mit dem Blick auf das heutige Kaufland im Jahr 1932.

Der Orstkern von Aplerbeck mit dem Blick auf das heutige Kaufland im Jahr 1932. © Geschichtsverein

Urkundlich wurde Aplerbeck erstmals im Jahr 899 in einer Stiftungsurkunde unter dem Namen Afaldrabechi erwähnt. Der Name setzt sich zusammen aus Afal, was Apfel bedeutet und Bechi – Bach. Zu den Wahrzeichen Aplerbecks gehören die Überreste des Wasserschlosses Haus Rodenberg, das 1290 erste urkundliche Erwähnung fand. Heute werden die Reste des 1996 restaurierten Gebäudes von der Volkshochschule und dem Puppentheater Märchenbühne genutzt.
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