Stippvisite beim Straßenstrich

08.07.2009, 19:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Stippvisite beim Straßenstrich

<p>Joachim Pohlmann, OB-Kandidat von CDU/FDP (2.v.l.), informierte sich mit Wahlkampfleiter Rudi Schmidt bei Kober-Fachbereichsleiterin Elke Rehpöhler (v.r.) sowie Astrid Lübbenstedt und Hildegard Drywa vom Sozialdienst Katholischer Frauen. Im Hintergrund entsteht ein Gewerbepark. Kolle</p>

OB Kandidat Joachim Pohlmann nahm gestern Platz auf dem durchgesessenen Sofa im baufälligen Container der Prostituiertenhilfe Kober und informierte sich aus erster Hand über den Straßenstrich an der Ravensburger Straße in der Nordstadt. Denn immer wieder hört die Politik Klagen von Anwohnern, dass der Straßenstrich bis in den Sperrbezirk an der Bornstraße ausfranse.

Das werde "ein bisschen" aufgebauscht, meint Elke Repöhler, Fachbereichsleiterin bei Kober: "Das ist noch alles sehr im Rahmen." Explosionsartig gestiegen dagegen ist die Zahl der Prostituierten, seitdem allein 180 Frauen aus Bulgarien - Sinti und Roma, in der Regel Analphabetinnen - dort ihre Dienste anbieten. Bei Wind und Wetter stehen sie bis zu 16 Stunden am Tag und warten auf Freier, die nicht nur aus Dortmund, sondern u.a. aus Hamm, Soest, dem Hochsauerland-, dem Märkischen Kreis oder Coesfeld kommen.

In dem Kober-Container, der vor allem abends geöffnet hat, versorgen sich die Frauen mit Essen, Trinken, Kondomen oder ruhen sich einfach nur aus. "Die Frauen sind wirklich arm dran; denn sie haben keine andere Chance", so Pohlmann erschüttert.

Üble Gerüche

Arm dran sind auch die Kober-Mitarbeiterinnen, die hier Sozialarbeit betreiben müssen. "Das ganze Umfeld wird als Toilette bemüht. Alles was Menschen ausscheiden, finden Sie rund um den Container", beschreibt Elke Repöhler ihr Arbeitsumfeld, "diese Gerüche, da wird einem übel." Ein Toilettenwagen müsse her.

Zumindest beim Kober-Container tut sich was. Die Firma Berke, die zwischen Born- und Ravensberger Straße einen kleinen Gewerbepark baut, stellt - wie mit der Stadt vereinbart - Kober einen neuen, größeren und stabileren Container hin, dann aber auf der anderen Straßenseite auf städtischen Grund. Der muss allerdings zuvor vom Kampfmittelräumdienst auf Blindgänger und Bombenreste durchleuchtet werden. Und das dauert.

Pohlmann sicherte zu, beim zuständigen Regierungspräsidenten in Arnsberg vorzusprechen mit der Bitte um Beschleunigung des Vorgangs: "Versprochen, ich rufe den Diegel an." ko

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