Stolperfalle: Diese Bäume behindern nicht nur blinde Menschen

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An der Wilhelmshöh drücken seit Jahren die Wurzeln zweier Platanen den Gehweg nach oben. Die Stadt verspricht Besserung. Doch die Anwohner sind immer noch unzufrieden.

von Alexandra Wachelau

Lütgendortmund

, 03.09.2019, 04:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

An der Wilhelmshöh in Lütgendortmund haben sich vergangene Woche mehr als zwanzig Anwohner versammelt. Es wird eng in den Räumlichkeiten von Jens Maack, viele seiner Nachbarn sind zur Diskussion gekommen. Das Problem steht draußen: Zwei Platanen neben dem Gehweg sind schon seit Jahren ein Ärgernis in der Nachbarschaft.

In einer Präsentation stellt Maack dar, was die Anwohner schon seit Jahren erreichen möchten: Die zwei Platanen sollen gefällt werden.

Unsichere Gehwege, verschobene Steine, Schlaglöcher

Die Schuld für diese Forderung tragen die Wurzeln der Bäume. Auf der einen Seite sorgen sie für Schlaglöcher in der Straße und die Wurzeln verschieben die Pflastersteine. Auf der anderen Seite heben die Wurzeln die Gehwegsteine hoch und sorgen für gefährliche Stolperfallen.

Stolperfalle: Diese Bäume behindern nicht nur blinde Menschen

Die obere Schicht des Gehwegs, die von den Wurzeln hochgedrückt worden ist, hat die Stadt bereits entfernt. Für die Anwohner ist dies jedoch nur eine provisorische Lösung. © Michael Zechner

Zwar hat die Stadt vor einigen Wochen die oberste Schicht des Gehwegs abgehoben und mit einem Sand-Splitt-Gemisch ausgetauscht, doch für die Anwohner ist das keine große Verbesserung.

„Ein blindes Ehepaar, das auch an der Straße wohnt, wechselt immer die Seite, wenn es die Straße entlanggehen möchte“, sagt Michael Zechner. Er ist stellvertretender Bezirksvorsitzender der CDU in Dortmund-Lütgendortmund und hat die Anwohnerversammlung zusammen mit Jens Maack organisiert.

Stolperfalle: Diese Bäume behindern nicht nur blinde Menschen

Die Wurzeln der Platanen drücken sichtbar das Gehwegpflaster nach oben. © Alexandra Wachelau

Er ist sich sicher: „Wenn wir noch ein paar Monate warten, ist dieses Gemisch wieder weggespült.“ Dann würden nur noch Stolperkanten und Wurzeln bleiben – zusätzlich zu denen, die jetzt schon da sind. Vor allem ältere Menschen könnten so leicht stürzen.

Eine Leitung unter der Straße musste bereits verlegt werden

Schon vor einigen Jahren hat eine der Platanen für Ärger gesorgt: „Die Gasleitung unter der Straße musste von Wurzeln befreit und umgelegt werden“, erinnert sich Jens Maack. Die Wurzeln hatten begonnen, sich um die Gasleitung unter dem Gehweg zu wickeln – direkt vor seiner Haustür. Das war 2014. Wie es momentan unter der Erde aussieht, können die Nachbarn nur vermuten.

Stolperfalle: Diese Bäume behindern nicht nur blinde Menschen

Einige Anwohner, die sich vergangene Woche versammelt haben. Viele von ihnen möchten nun am 17. September zur Bezirksvertretung gehen, um die Stadt erneut auf die Situation aufmerksam zu machen. © Alexandra Wachelau

Zusätzlich zu den oberirdischen Problemen stellen sich viele die Frage, was passiert, wenn eine der Leitungen erneut vom Wurzelwerk angegriffen wird. „Unter den Bäumen verlaufen auch die Abwasserleitungen – wenn die kaputt gehen, wäre das auch schädlich für die Umwelt“, sagt Maack.

Generell seien die Anwohner nicht gegen Bäume. „Es sollte nur keine Platane sein“, sagt Zechner. Diese Baumart ist ein Flachwurzler, das heißt, die Wurzeln verteilen sich dicht unter der Erdoberfläche. Ein Stadtbaum – wie eine Kastanie oder Linde – dessen Wurzeln sich weiter unten im Erdboden verbreiten, wäre besser geeignet.

Stolperfalle: Diese Bäume behindern nicht nur blinde Menschen

Auch die Parkplätze auf der Straße sind bereits voller Schlaglöcher. © Michael Zechner

Bisher wurden alle Anträge zur Fällung von der Stadt abgelehnt. Am 17. September stehen die Platanen auf der Tagesordnung der Bezirksvertretung.

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