Hier wurde Silvester am meisten geböllert – und hinterher am wenigsten aufgeräumt

hzStadtsauberkeit

Nach Silvester sieht es in vielen Straßen sehr unaufgeräumt aus mit Böllerresten, Raketenstöcken, leeren Feuerwerksbatterien und Sektflaschen. Vielen ist nicht klar, wer das wegmachen muss.

Dortmund

, 02.01.2020, 16:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Guten Morgen Dortmund, wir müssen reden!“ – schreibt die EDG auf Facebook. Solch einer Aufforderung folgt meist ein ernstes Wort. Auch in diesem Fall; denn es geht um Müll. Um den Silvestermüll, der auch in diesem Jahr die Straßen und Gehwege unschön sprenkelt.

Vielen scheint nicht klar zu sein, dass fürs Saubermachen nach der Silvester-Knallerei das Verursacherprinzip gilt. Soll heißen: Wer die Böller zündet, muss die Reste wegräumen. Er kann sie in der grauen Restmülltonne entsorgen.

Viele scheinen das nicht zu wissen; deshalb müssen jedes Jahr an Neujahr Mitarbeiter der EDG ran, um mit einer ersten Grobreinigung zumindest die Verkehrssicherung zu gewährleisten. So waren Neujahr 15 EDG-Mitarbeiter mit einer Großkehrmaschine, fünf Kleinkehrmaschinen und vier Kolonnen-LKW vorwiegend in der Innenstadt im Einsatz.

Handarbeit für Feuerwerksbatterien

„Oft sind aber die Feuerwerksbatterien inzwischen so groß, dass die Reinigungsfahrzeuge diese Überreste gar nicht aufnehmen können“, sagt Sandra Gregorius von der EDG-Unternehmenskommunikation. Der Saugschacht an der Seite der Kehrfahrzeuge, wo der Besen den Dreck reinfegt, sei auch für die liegengebliebenen Flaschen zu klein. „Dann bleibt nur die mühsame Handarbeit“, sagt sie. Auf der anderen Seite habe die Feuerwerksbatterie gegenüber einzelnen Böllern und Raketen den Vorteil des Einmüllstücks. „Die verteilen sich nicht so.“

Sandra Gregorius bittet um Verständnis, wenn nicht direkt in der ersten Januarwoche überall sämtlicher Silvesterdreck von den Reinigungsmannschaften entfernt werde. „Dafür ist der Mehraufwand zu groß.“ Schließlich müsse die EDG auch auf Gebührenstabilität achten. Und Sonderschichten kosteten mehr. Die richtige Straßenreinigung erfolge nach und nach in den Revieren, kündigt die EDG-Mitarbeiterin an.

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Wie die EDG-Mitarbeiter feststellen, achten die Leute in den Einfamilienhaus-Gegenden eher auf die Sauberkeit ihrer Straße und räumen meist ihre Böllerreste selbst weg. In Siedlungen mit großen Wohnanlagen dagegen fühlten sich die Bewohner weniger verantwortlich, sagt Gregorius.

Typische Hotspots für Silvester-Knallerei sind nach Beobachtungen der EDG die Möllerbrücke in der westlichen Innenstadt und der Borsigplatz. Auch der Phoenix-See entwickle sich zusehends zu einer beliebten Abschussrampe für Silvesterraketen. Das Denkmal an der Hohensyburg wird ebenfalls gern dafür genutzt. Durch die Böller-Verbotszonen in der Innenstadt, so Sandra Gregorius, habe sich das Geschehen zum Friedensplatz und in die Fußgängerzonen verlagert.

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