Streit um Absperrung der Gartenstadt brandet auf – Gegner übergeben 1500 Unterschriften

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Befürworter und Gegner der Gartenstadt-Abriegelung trugen am Dienstag (3.3.) ihren Streit in einer politischen Sitzung aus. Sie übergaben 1500 Unterschriften – eigentlich kommen die zu spät.

Gartenstadt, Schüren

, 03.03.2020, 19:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Voll wie selten war es am Dienstagnachmittag (3.3.) in der Sitzung der Bezirksvertretung Innenstadt-Ost im Rathaus. Dutzende Anwohner der Gartenstadt und der Stadtkrone-Ost besuchten die Versammlung, um in der Einwohnerfragestunde für ihre Positionen zur bereits beschlossenen Sperrung der Zufahrten zur Gartenstadt aus Richtung Schüren zu werben. Teilweise wurde es dabei laut und emotional.

Die Meininghausstraße ist dicht zugeparkt.

Straßen in der südlichen Gartenstadt sind dicht zugeparkt. © Susanne Riese

Dr. Karl Lauschke von der B1-Initiative erhielt viel Applaus für seine Ausführungen zur Einzigartigkeit und zur historischen Bedeutung der Gartenstadt.

„Diese Siedlung gilt es zu erhalten, statt sie durch Schleichverkehre weiter zu belasten – von denen die Stadtkrone-Ost durch die Freie-Vogel-Straße völlig befreit ist.“

Die Anwohner sind der Meinung, die Wege zwischen Gartenstadt zur Stadtkrone-Ost könnten bequem zu Fuß erledigt werden – auch von den Schulkindern. Das sehen viele Eltern anders.

Das Verkehrs-und Parkproblem habe sich „dramatisch zugespitzt“ und werde sich weiter verschärfen, meint Lauschke. Die Stadtkrone-Ost, wo sich viele gegen die zunächst für ein Jahr geplante Sperrung aussprechen, sei hingegen in der komfortablen Lage, dass der Verkehr um sie herumgeführt werde.

Die Sperrungs-Gegner hielten mit Zahlen dagegen. Eine 2018 erfolgte Verkehrszählung der Verwaltung bestätige nämlich nicht die massive Zunahme des Verkehrs. In einzelnen Straßen wie der Lübkestraße hatte die Verkehrsbelastung demnach sogar abgenommen.

Für dieses Argument gab es Applaus von der einen Seite und höhnisches Gelächter von den Gartenstadt-Bewohnern. Sie hatten schon damals die Richtigkeit der erhobenen Zahlen bezweifelt.

Investor fordert ein neues Konzept

Mit dem Zählergebnis müsse man sich befassen, erklärte Udo Dammer nach kurzer Prüfung. Karl Lauschke sprach von „Ungereimtheiten in dem Zahlenwerk“: „Verschweigen Sie nicht, dass es dazu Widersprüche gibt.“

Andreas Schürmann, Investor an der Stadtkrone-Ost, fordert ein ganz neues, umfassendes Verkehrskonzept, „das auf Fakten und Daten beruht und nicht auf Emotionen“.

Er übergab Bezirksbürgermeister Udo Dammer eine Liste mit rund 1500 Unterschriften gegen die Absperrung der Stangefolstraße und Stadtrat-Cremer-Allee. „Davon haben 200 Postleitzahlen aus der Gartenstadt“, ergänzt er. Die Stadtteile zu trennen, sei der falsche Weg.

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