Streit um Rüschebrinkstraße: Anwohnerin fordert Solidarität

hzDortmunder Verkehrspolitik

Die einen lehnen die neue Verkehrsregelung an der Rüschebrinkstraße in Scharnhorst vehement ab, die anderen befürworten sie als Entlastung des Wambeler Holzes. Einen Mittelweg gibt es nicht.

Scharnhorst

, 24.09.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Alt-Scharnhorst geht der Streit um die Sperrung der Rüschebrinkstraße für den Durchgangsverkehr weiter. Nachdem bereits mehrfach die Gegner dieser neuen Verkehrsregelung ihre Kritik dargelegt haben - unter anderem bei einem Ortstermin mit vielen Beteiligten - melden sich nun diejenigen, die die Regelung befürworten und sie unbedingt beibehalten wollen.

Aus Angst vor Anfeindungen und sogar Gewalt möchte die Initiatorin einer Unterschriftenliste mit 50 Eintragungen für den Erhalt der neuen Regelung jedoch namentlich nicht genannt werden. „Wir haben die Unterschriften nur im Wambeler Holz gesammelt“, sagt sie, „hätten wir mehr Zeit gehabt und hätten wir das Gebiet erweitert, hätten wir noch wesentlich mehr Namen zusammenbekommen“.

Teil der Rüschebrinkstraße ist zur Busschleuse geworden

Zum Hintergrund: Die Stadt hat einen Teil der Rüschebrinkstraße zur reinen Bus- und Anwohnerstraße erklärt. Das hat zum Beispiel für die Anwohner des Wambeler Holzes zur Folge, dass sie einen Umweg von 1,5 Kilometern über die neue Sinterstraße fahren müssen, wenn sie zum Beispiel zur B236 wollen. Diesen Umweg wollen die Gegner der Sperrung nicht in Kauf nehmen.

Bereits mutwillig umgelegt seien Verkehrsschilder, die auf die neue Regelung hinweisen, berichtet eine Anwohnerin und liefert dieses Beweisfoto mit

Bereits mutwillig umgelegt seien Verkehrsschilder, die auf die neue Regelung hinweisen, berichtet eine Anwohnerin und liefert dieses Beweisfoto mit. © privat

Die Befürworterin der Maßnahme sagt, der Verkehr im Wambeler Holz sei bedeutend weniger geworden. Viele Bewohner aus Scharnhorst-Ost haben diese Straße vorher als Schleichweg zur B236 genutzt.

Aber: „Viele Pkw- und inzwischen auch Lkw-Fahrer halten sich nicht an die Verbotsschilder und fahren verkehrswidrig über die Busschleuse.“ Einer fahre durch, andere sehen es und denken: Das darf ich auch. Die Polizei wisse das zwar, könne aber selbstverständlich nicht jeden Tag vor Ort sein.

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Sie bezweifle, dass tatsächlich so viele Menschen mehrmals am Tag die Strecke über die Sinterstraße fahren müssen. Sie glaube auch nicht, dass der CO2-Ausstoß durch den Umweg besonders hoch sei. Was sie fordere, sei einfach ein bisschen Solidarität mit den Bewohnern des Wambeler Holzes, die nun vom Verkehr etwas entlastet seien.

Und: „Jahrelang haben wir vor und dann während der Bauzeit (Gewerbegebiet Sinterstraße) Staub ohne Ende geschluckt, jeden Tag während der Rush Hour war stundenlanger Stau. Dadurch hatten wir sehr starke Abgase und laute Motorengeräusche bei Stop and Go.“

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Auch die von den Gegnern oft als Gegenargument angeführte geplante Kindertagesstätte bringe nicht so viel Verkehr wie die Öffnung der Busschleuse.

Einen Kritikpunkt an den neuen Regelungen hat sie aber doch: Wenn man von der Sinterstraße komme, sei an der Kreuzung mit der Friedrich-Hölscher-Straße die Linksabbiegespur Richtung Kirchderne zu kurz. Da staue sich oft der Verkehr. Ideal wäre aus ihrer Sicht ein Kreisverkehr.

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