Streit ums Bürgermeisteramt in der CDU - Kampfabstimmung droht

hzKommunalwahl 2020

Die Kommunalwahl wirft ihre Schatten voraus: In der CDU bahnt sich ein Zweikampf um den Bürgermeisterposten an. Nach aktuellem Stand könnte es dabei sogar zu einer Kampfabstimmung kommen.

Dortmund

, 17.08.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Frage, wer als neuer Dortmunder Oberbürgermeister (OB) ins Rathaus zieht, wird von den Bürgern entschieden. Per Direktwahl. Entweder im ersten Wahlgang am 13. September – oder, falls die notwendige Stimmenmehrheit verpasst wird, bei der Stichwahl zwei Wochen später.

Anders verhält es sich mit den beiden Bürgermeisterposten: Über deren Besetzung entscheidet der Rat der Stadt. In der Regel kommen jene Fraktionen zum Zuge, die bei der Kommunalwahl die meisten Stimmen geholt haben. Die SPD, soviel ist klar, wird Bürgermeisterin Birgit Jörder erneut nominieren. Bei der CDU ist die Gemengelage aktuell weniger eindeutig.

Jetzt lesen

Der amtierende CDU-Bürgermeister Manfred Sauer (75) möchte sein Amt gern behalten. Sauer belegt Platz 11 der CDU-Ratsliste und hat gute Chancen, erneut in den Rat der Stadt zu kommen. Wie groß dann seine Aussichten aufs Bürgermeisteramt sind, ist allerdings offen.

"Das ist mir völlig unverständlich"

Seit kurzem nämlich steht fest, dass er prominente Konkurrenz bekommt: Noch-Fraktionschef Ulrich Monegel (66) möchte ebenfalls fürs Bürgermeisteramt kandidieren, wie Monegel im kleinen Kreis am Rande der Ratssondersitzung am Mittwoch (12.8.) erklärt hat. Was er auf Anfrage auch bestätigte: „Ich habe meine Entscheidung reiflich überlegt“, so Monegel.

Jetzt lesen

„Jetzt ist die Zeit gekommen, jüngeren Kräften Platz zu machen und mich aus dem operativen Tagesgeschäft ein Stück weit zurückzuziehen“, sagt er. Entweder das Bürgermeisteramt oder ein Platz als Fraktionsvize – das waren die Optionen, die sich Monegel bis zuletzt offen gehalten hatte.

CDU-Fraktionschef Ulrich Monegel möchte auf den Bürgermeisterposten rücken.

CDU-Fraktionschef Ulrich Monegel möchte auf den Bürgermeisterposten rücken. © Dieter Menne (A)

Das bringt den amtierenden Bürgermeister Manfred Sauer (CDU) in die Bredouille, der nun um seinen Posten fürchten muss. Auf Anfrage zeigte sich Sauer „mehr als irritiert“ über die Entscheidung Monegels. „Das ist mir völlig unverständlich“, so Sauer, der sein Amt seit 2009 innehat.

Jetzt lesen

"Monegel erfährt hohe Akzeptanz"

Er könne sich an Aussagen erinnern, nach denen sich Monegel nicht um das Bürgermeisteramt bewerben wolle. Kampflos, kündigt Sauer an, werde er sein Amt nicht aufgeben: „Ich werde mich trotzdem zur Wahl stellen“, sagt Sauer.

Das wiederum überrascht CDU-Parteichef Steffen Kanitz. Sauer habe in der Vergangenheit erklärt, im Falle einer Kandidatur von Monegel eine Kampfabstimmung vermeiden zu wollen. Dass die CDU dem Rat am Ende zwei Bewerber fürs Bürgermeisteramt präsentiere, sei „nicht vorstellbar“, so Kanitz. „Das wird es nicht geben.“

Jetzt lesen

Die Kandidatenfrage soll vorher geklärt werden - in der neuen Ratsfraktion. "Die Fraktion wird das in Absprache mit dem Parteivorstand entscheiden", sagt Kanitz. Und fügt vielsagend hinzu: "Ich habe den Eindruck, dass Ulrich Monegel dort für seine Arbeit eine hohe Akzeptanz erfährt.“

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt