Hitzewelle: Anwohner fürchten neues Chaos am Freibad Deusen

hzFreibad Hardenberg

Die Hitze ist zurück - eine Bewährungsprobe für Bezirksbürgermeister Harald Hudys Lösung für das Verkehrschaos rund ums Freibad Deusen. Anwohner Rainer Schramowski befürchtet neue Probleme.

Deusen

, 23.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Sonne strahlt vom blauen Himmel, die Temperaturen klettern auf über 30 Grad: bestes Freibadwetter. Einen Sprung ins kühle Nass wünschen sich jetzt wohl viele, aber vorher oder/und nachher im Verkehrschaos stecken? Das möchte niemand.

Nachdem Ende Juni Dutzende Streifenwagen am Freibad in Deusen im Einsatz waren, weil 250 Menschen nach dem Freibadbesuch auf einen Bus zustürmten, läuft dort die Suche nach Lösungen. Unzufriedene Besucher, weil Parkplätze fehlen und es auf dem Weg zum Freibad eng wird, möchte niemand.

Die Absperrungen liegen schon griffbereit

Bezirksbürgermeister Harald Hudy hatte deshalb Mitte Juli die Beschlüsse der Bezirksvertretung vorgestellt, die das Verkehrschaos im Zaum halten sollen:

  • In der Ferienzeit werden ab 19 Uhr zusätzliche Gelenkbusse eingesetzt, die in Richtung Hauptbahnhof fahren.
  • Die Polizeiwache in Huckarde setzt an den Wochenenden ein Fahrzeug ein, um die Parkplatzsituation zu regeln.
  • Das Ordnungsamt setzt Leute ein, die verkehrswidrig geparkte Fahrzeuge abschleppen lassen.
  • Sobald der Parkplatz voll ist, gibt es eine Benachrichtigung über das Radio.
  • Bad- und Stiegenweg werden geschlossen sobald der Parkplatz voll ist.

Und die Absperrungen für die beiden Zuwegungen zum Freibad liegen sogar schon bereit. Sollte es also zu einer Parkplatzsperrung kommen, sind sie schnell aufgebaut - zuständig dafür ist der Freibadbetreiber Sportwelt. Nur Anwohner dürfen dann noch die Wege benutzen.

Am Dienstagnachmittag war die Situation entspannt

Zumindest am Dienstagnachmittag (23.7.) waren die Absperrungen aber noch nicht im Einsatz, auf dem Parkplatz waren im hinteren Bereich sogar noch einige Plätze frei. Viele Freibadbesucher kamen zu Fuß. „Die anderen Freibäder sind jetzt wieder geöffnet“, erklärt Harald Hudy. „Die zusätzlichen Busse sind außerdem eine große Hilfe und die Öffnungszeiten nach hinten raus etwas flexibler, sodass nicht alle gleichzeitig das Freibad verlassen.“

Dass die Gelenkbusse das Chaos an den Bushaltestellen vermeiden, bestätigt auch Rainer Schramowski, Vorsitzender der Siedlergemeinschaft in Deusen. Ob das allerdings im Laufe der Woche, wenn es noch heißer wird, so bleibe, da sei er nicht so sicher, so Schramowski.

Rainer Schramowski: „Die ‚Lösung‘ verlagert nur das Problem“

Rainer Schramowski hält außerdem insbesondere den letzten Punkt der Lösung der Bezirksvertretung für problematisch. „Die ‚Lösung‘ verlagert nur das Problem“, sagt er. „Wenn die Leute nicht mehr unten parken dürfen, orientieren sie sich eben nach oben.“ Schramowski befürchtet, dass Autofahrer künftig anstelle des Bad- und Stiegenweges die Deusener Straße sowie Nebenstraßen wie den Halm-, Korn- und Ährenweg zuparken.

„Harald Hudy hat die wirklich Ortskundigen, uns Anwohner, nicht gefragt“, ärgert sich Rainer Schramowski. „Dann hätten wir ihm das neue Problem aufgezeigt.“ Der Bezirksbürgermeister sieht die Lage hingegen entspannt. „Die Polizei wird darauf achten, dass weder die Siedlung zu-, noch irgendwo verkehrswidrig geparkt wird“, sagt Harald Hudy. „Ich mache mir keine Sorgen wegen der oberen Straßen, das Buß- oder Abschleppgeld ist ja eine Abschreckung für die Leute.“

Die Anwohner schlagen eine temporäre und eine endgültige Lösung vor

Die einzig akzeptable Zwischenlösung sei die Einbahnstraßenregelung Badweg, Garbenweg und Stiegenweg. „So würde der Verkehr auf dem unteren Badweg definitiv entzerrt“, ist sich Schramowski sicher. „Es gäbe keinen Gegenverkehr, der momentan das größte Problem ist.“

Hitzewelle: Anwohner fürchten neues Chaos am Freibad Deusen

Auf dem Parkplatz waren am Dienstagnachmittag gegen 14.30 Uhr nur die vorderen Parkplätze besetzt, hinten war noch einiges frei. © Carolin West

Als endgültige Lösung wünscht sich die Siedlergemeinschaft eine neue Straße und entlang der Bahntrasse. „Dort könnte dann auch ein großer neuer Parkplatz entstehen - die Grundstücke dafür kauft die Stadt ja derzeit“, sagt Rainer Schramowski. Der alte Parkplatz könnte dann geschlossen werden.

Ist der Weg zum Freibad für Autofahrer bald weiter?

Der Weg zum Haupteingang wäre von dem neuen Parkplatz aus weit entfernt. „Aber es könnte ja einen weiteren Eingang an der Ecke Stiegenweg/Im Ellingroth geben - dann wäre der Weg nicht ganz so weit“, erklärt Rainer Schramowski.

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