Droht der Lutherkirche die Schließung? Das steckt hinter dem Aufruf an die Gemeinde

hzEvangelische Kirchengemeinde

Die Evangelische Südwest-Gemeinde bittet um Spenden für den Erhalt der Lutherkirche. Der Kirche und drei weiteren Gotteshäusern drohe sonst das Aus. Doch hinter dem Aufruf steckt noch mehr.

von Marc Dominic Wernicke

Barop

, 14.12.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit mehr als einem Jahrhundert ist die Lutherkirche ein Wahrzeichen in Barop. Mit ihrer klassischen Gestaltung ist sie eines jener Bauwerke, die für viele Generationen im Ort einfach immer da waren.

Doch ob sie das, zumindest in einem würdigen Zustand, auch in Zukunft noch sein wird, ist mehr als ungewiss.

Ein roter Brief warnt vor dem Schlimmsten

„Aus den Haushaltsmitteln der Gemeinde allein ist der Erhalt der Kirche nicht mehr zu leisten“, schreibt Pfarrerin Angela Dicke in einem Aufruf, der in der Evangelischen Südwest-Gemeinde seit Anfang Dezember für Aufsehen sorgt.

Zwei Seiten umfasst der Text auf rotem Papier. Es ist ein eindringlicher Appell an die Gemeinde, für den Erhalt der Lutherkirche ein „freiwilliges Kirchgeld“ zu entrichten. Was sonst passieren könnte, wird am Ende des Textes deutlich.

Droht der Lutherkirche die Schließung? Das steckt hinter dem Aufruf an die Gemeinde

In dem Schreiben an die Gemeinde warnt Pfarrerin Angela Dicke vor einer Schließung der Lutherkirche. © (Repro) Nicole Giese

„Wir bitten Sie herzlich, Ihren Beitrag dazu zu leisten, damit Sie nicht in naher Zukunft an der Tür lesen müssen: Die Lutherkirche ist für immer geschlossen“, schreibt die Pfarrerin an die Gemeinde.

Die Warnung soll Bewusstsein wecken

Doch eine Nachfrage der Redaktion, wie schlimm es um die Kirche bestellt ist, ergibt eine überraschende Antwort.

„Die Lutherkirche speziell ist nicht in akuter Gefahr. Viel mehr habe ich sie als Beispiel gewählt, um die Gemeinde auf ein generelles Problem hinzuweisen“, erklärt Angela Dicke.

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Die von 1911 bis 1913 erbaute Lutherkirche in Barop ist eine von drei Kirchen der Evangelischen Südwest-Gemeinde. Das Problem der Finanzierung betreffe sie alle, also auch die Kirche am Hombrucher Marktplatz und die Sankt-Margareta-Kirche in Eichlinghofen, außerdem die kleine Margarethenkapelle in Barop.

„Wir müssen die Gemeindefinanzierung mittelfristig neu aufstellen. Den Erhalt unserer Kirchen können wir in Zukunft nur mithilfe von Spenden gewährleisten“, betont die Pfarrerin.

So können die Kirchen gerettet werden

In einer schriftlichen „Erklärung zum Freiwilligen Kirchengeld“ können Spender genau angeben, mit wieviel Geld sie der Gemeinde helfen wollen. Darüber hinaus können Spender ankreuzen, welches der vier Kirchengebäude – oder auch andere Gemeindebereiche wie die Kinder- und Jugendarbeit – sie unterstützen möchten.

Droht der Lutherkirche die Schließung? Das steckt hinter dem Aufruf an die Gemeinde

In der Lutherkirche am Lehnertweg finden regelmäßig Gottesdienste für die ganze Gemeinde sowie auch speziell für Kinder und Schüler statt. © Marc D. Wernicke

Um den Fortschritt der Spendensammlung zu verdeutlichen, hat Angela Dicke eine kreative Idee: So möchte sie im Eingangsbereich der Lutherkirche ein Puzzlebild ausstellen, das bei jeder Spende um ein weiteres Teil komplettiert wird.

„Ich bin sicher, spätestens zum Gemeindeempfang am 2. Februar können wir auf dem Bild ein erfolgreiches Ergebnis bestaunen“, gibt sich die Pfarrerin zuversichtlich.

Spendenkontakt

Der Erklärungsbogen zum „Freiwilligen Kirchgeld“ ist im Gemeindebüro am Hombrucher Marktplatz (Harkortstraße 55) erhältlich. Weitere Infos gibt es auch telefonisch unter 0231/2220080
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