Susanne Matull zeigt in einer Ausstellung in Hörde textile Bilder

hzGalerie Ermlinghofen

Susanne Matull ist Schneiderin am Theater Dortmund. Und Künstlerin. Ein Wochenende lang (3. bis 5. Mai) zeigt sie in der Galerie Ermlinghofen textile Bilder, allesamt „bewegt“.

Hörde

, 02.05.2019, 16:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Brigitte Giesenkirchen muss nicht lange nachdenken, wenn sie gefragt wird, ob es das, was hier drei Tage lang ausgestellt wird, schon mal gab. „Eine Ausstellung mit textilen Bildern ist ein Novum“, sagt die Inhaberin der Galerie Ermlinghofen an der Ermlinghofer Straße 1. Schmuck, Keramik und Metallskulpturen seien hier schon ausgestellt worden. „Aber diese Kunst ist schon ungewöhnlich. Es gibt nicht so viele, die mit Nähten zeichnen.“

Susanne Matull zeigt in einer Ausstellung in Hörde textile Bilder

Mehr als 50 Werke zeigt Susanne Matull am Wochenende in der Galerie Ermlinghofen. © Michael Nickel

Diejenige, die mit Nähten zeichnet, ist Susanne Matull. Auf 160 Quadratmetern zeigt die Künstlerin aus Hörde vom 3. bis 5. Mai (Freitag bis Sonntag) mehr als 50 Werke, darunter eine Installation. Eröffnet wird die Ausstellung „bewegt“ am Freitag (3. Mai) um 18 Uhr. Schon am Dienstag vor der Vernissage war so gut wie alles fertig. Doch Aufregung spürte Matull trotzdem. Es wird ihre erste eigene Ausstellung in der Galerie Ermlinghofen sein.

Für „bewegt“ hat Susanne Matull viele neue Werke erschaffen

Einige ihrer Werke waren auch schon woanders zu sehen, unter anderem im eigenen Atelier Dreisam, eines hing im Museum für Kunst und Kulturgeschichte. „Für diese Ausstellung ist aber überwiegend Neues entstanden“, sagt Susanne Matull. Neues aus und auf Leinen, Samt, Tüll, Velours oder Filz. Denn diese Stoffe sind es, die Matull für ihre Werke benutzt, sie näht Formen des Tanzes und der Bewegung auf die Stoffe - mit Maschine oder mit der Hand.

Susanne Matull zeigt in einer Ausstellung in Hörde textile Bilder

Letzte Zupfer: Susanne Matull und ihr Werk „Disco“ © Michael Nickel

Das Werk „Disco“, das nahezu vom Boden bis zur Decke reicht, ist eine der Arbeiten, die extra für „bewegt“ entstanden sind. Aufgrund der Größe entstand es auf dem Boden der Wohnung, die Kontur der abgebildeten Frau hat Matull mit Kreide vorgezeichnet, Turnschuhe geteilt und alles per Hand genäht.

Sie benutzt keinen Kleber. Auch nicht dann, wenn sie im textilen Pointillismus arbeitet. Ursprünglich eine Maltechnik, bei der Bilder durch einzelne Farbtupfer entstehen, überträgt Matull diesen Pointillismus auf ihre eigene Arbeit. Was auf der Leinwand Farbtupfer wären, sind bei ihr mitunter hunderte einzelne Tüll-Fragmente, die sie einzeln mit einem Stich befestigt und daraus ein ganzes Bild erschafft oder zumindest einen Teil davon.

Das nächste Projekt sind die Tänze der Welt

„Ich bin Schneiderin, deswegen habe ich vermutlich eine Schwäche dafür“, sagt Matull mit einem Lachen über ihre textilen Bilder. Und warum dieser Titel der Ausstellung? „Die Bewegung bewegt mich“, sagt sie. Das Thema Tanzen begegne ihr immer wieder. Und so weiß Susanne Matull auch schon, was sie sich als nächstes vornimmt, wenn die Ausstellung in der Galerie Ermlinghofen beendet ist: Die Tänze der Welt.

Zu sehen ist „bewegt“ am Freitag von 18 bis 21 Uhr, am Samstag von 13 bis 19 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr.

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