Tänzer malen mit ihren Körpern ein Bild vom «Raum X»

Ballett bespielt das Harenberg-Hochhaus

25.05.2007 / Lesedauer: 3 min

Von den weit mehr als 1000 Kulturveranstaltungen im Harenberg-Haus hat Bodo Harenberg einen Lieblingsabend: Ralf Rossas Ballett zu Mussorgskis «Bildern einer Ausstellung» 1996. Ab dem 2. Juni wird Harenberg vielleicht einen neuen Lieblingsabend haben: «Raum X» von Xin Peng Wang. Ein Jahr lang hat der Ballettchef die 18 Etagen des Hochhauses für sich und seine komplette Compagnie neu entdeckt, neue Wege gesucht, große und kleine Räume und Zwischenräume Schritt für Schritt erkundet. Ein Gesamtkunstwerk aus Tanz, Musik, Literatur, Malerei, Natur und Architektur ist entstanden. «Es ist eine Ehre, dieses Haus zu bespielen, so ein besonderes Zeichen für die Kultur in Dortmund», sagt Wang und blickt auf die Galerie der großen Künstler, die hier zu Gast waren: «Dieser Ort ist etwas ganz Besonderes, hat einen besonderen Geist, eine besondere Ästhetik und besondere Bedeutung. Das wollen wir mit einer besonderen Choreografie deutlich machen.» Acht Stationen hat Wangs interaktive Reise, die 150 Besucher mitgehen dürfen, von Tänzern auch animiert und angefasst werden. Beginn ist im Amphisaal, bei Klaviermusik. Durch die Halle und das Untergeschoss wird das Publikum wandeln, auch rückwärts gehen, mit den gläsernen Fahrstühlen in die 18. Etage dem Sonnenuntergang entgegen fahren und von den Galerien auf ein besonderes Bild in der Halle blicken. Die 6 mal 5 Meter große Leinwand bemalen Tänzer mit Farbe an ihren Körpern. Das Bild wird sich im Lauf der 75-minütigen Vorstellung verändern. Und es wird bleiben - bei jeder Aufführung ein anderes Bild. David Morrow, der auch die Musik zu Wangs «Lied vom Meer» und «Mein Bach» komponiert hat, hat für «Raum X» Musik geschrieben, die zu Wangs Suche nach der Atmosphäre der Räume und ihrer Kunst (Foto) passt. Schauspielerin Katja Quinkler liest auf diesem Weg durch die Räume Texte von Chefdramaturg Christian Baier. Zu der Produktion ist ein aufwändiges und besonders schönes Programmheft entstanden, wie man es aus dem Haus Harenberg kennt. JG Die Premiere ist ausverkauft. Weitere Vorstellungen: 10.6. (21 Uhr, anders als im Theater-Leporello ausgedruckt) und 16.6. (22 Uhr). Im Herbst folgen drei weitere Aufführungen. Karten: Tel. 50 - 2 72 22 oder 90 56 - 1 66. www.theaterdo.de

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