Tötungsdelikt im Unionviertel: Verdächtiger gefunden - Soziale Medien halfen

hzVerbrechen in Dortmund

Am Tag nach der Tötung eines 41-Jährigen im Unionviertel hat die Polizei einen Verdächtigen gefasst. Ein Aufruf des Bruders des Getöteten im Internet hat dabei wohl eine Rolle gespielt.

Dortmund

, 17.05.2020, 19:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Nacht von Freitag auf Samstag ist im Unionviertel ein 41-jähriger Mann getötet worden. Noch am Wochenende hat sich ein Tatverdächtiger gestellt - Facebook und Instagram haben dabei wohl geholfen.

Serhat D., der Bruder des Verstorbenen, hatte noch am Samstag einen Zeugenaufruf in den Sozialen Medien gestartet. „Es hat sehr viel gebracht“, sagt er am Sonntag im Gespräch mit dieser Redaktion. Denn der mutmaßliche Täter ist schnell gefunden worden.

Die zuständige Staatsanwältin Sandra Lücke bestätigt auf Anfrage, dass am Sonntagnachmittag (17.5.) ein Tatverdächtiger vorläufig festgenommen worden ist. „Er konnte über Zeugenaussagen identifiziert werden und hat sich selbst gestellt“, so Lücke. Bei dem Verdächtigen handele es sich um einen 39-jährigen Dortmunder. Die Ermittlungen dauern nun weiter an.

Das Opfer wurde öfter schikaniert

Für einige Zeugenaussagen hat Serhat D. mit seinen Aufrufen bei Facebook und Instagram gesorgt. Sein Bruder sei vor seiner Haustür in der Adlerstraße „brutal und gewissenlos geschlagen“ worden und durch die schweren Verletzungen ums Leben gekommen.

Sein Post bei Facebook war bis Sonntagnachmittag fast 500 Mal kommentiert und mehr als 1300 Mal geteilt worden.

„Wir hoffen, dass der Täter seine Strafe erhält“, sagt Serhat D.. Ein Zeuge des Geschehens habe ihn angerufen, ihm Einzelheiten nennen können und nicht nur der Polizei, sondern auch ihm eine Beschreibung und einen Namen nennen können.

Serhat D. hat zudem weitere Anrufe und Kommentare erhalten und ist selbst im Unionviertel auf Spurensuche gegangen. Besonders tragisch: Der mutmaßliche Täter soll seinen Bruder aufgrund von dessen Kleinwüchsigkeit in der Vergangenheit schon öfter schikaniert haben. „Der Täter hatte wohl mit der ganzen Straße ein Problem“, sagt Serhat D..

Vor der Haustür ist es zum tödlichen Streit gekommen

D.s Bruder war in der Nacht von Freitag auf Samstag zu einem Kiosk gegangen, um sich dort etwas zu Essen zu holen. Dann soll es den Angaben nach zu der tödlichen Auseinandersetzung mit dem mutmaßlichen Täter gekommen sein. „Es ist auf dem Weg nach Hause passiert“, sagt Serhat D.. „Mein Bruder war schon fast vor seiner Haustür.“

Die Dortmunder Polizei und Staatsanwaltschaft hatten am Samstagmittag von dem Tötungsdelikt berichtet. In der Mitteilung heißt es, dass der Rettungsdienst zeitnah alarmiert wurde, das Opfer aber noch vor Ort verstorben sei. Eine erste Obduktion hatte Hinweise auf eine Gewalttat ergeben, ein 32-jähriger Tatverdächtiger war zunächst festgenommen, aber wieder entlassen worden.

Update Montag 13.20 Uhr:

Der Verdächtige hat sich bereits zur Tat geäußert:

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt