Industriekultur wie hier auf der Zeche Gneisenau ist nur eines von vielen Themen beim Tag des offenen Denkmals. © Oliver Schaper (A)
Historische Gebäude in Dortmund

„Tag des offenen Denkmals“ erlaubt Blicke hinter die Fassaden der Stadt

Einmal hinter die Fassaden von historischen Bauten blicken - diese Möglichkeit bietet der „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag. Kinder werden sogar zu Archäologen.

Vorgehängte Fassaden, nachgebaute Säulen und Verzierungen – nicht alles, was auf den ersten Blick alt und wertvoll erscheint, ist auch wirklich ein historisches Relikt. Das Spannungsfeld zwischen Schein und Sein in der Architektur und der Denkmalpflege ist in diesem Jahr das zentrale Thema beim „Tag des offenen Denkmals“ am 12. September. Und dazu hat auch Dortmund einiges beizutragen, wie das dicke Programmheft der Denkmalbehörde zeigt.

60 Veranstaltungspunkte bietet das Dortmunder Programm am Sonntag (12.9.) insgesamt. Dabei sind altbekannte Objekte wie die historischen Kirchen in der Innenstadt und den Vororten, Museen wie das Hoeschmuseum und die Zeche Zollern oder Industriekultur wie auf der Kokerei Hansa und der Zeche Gneisenau, die regelmäßig beim „Tag des offenen Denkmals“ dabei sind.

Sonst verschlossene Türen

Aber es gibt auch Einblicke in Gebäude, die sonst für die Öffentlichkeit verschlossen sind. Der Denkmaltag bietet Führungen etwa durch Schloss Bodelschwingh, aber auch über den alten Bauernhof Eickhoff in Sölde, im Wasserturm am Heiligen Weg oder durch ein privates Wohnhaus aus den 1950er-Jahren in Brünninghausen.

Das kleine Haus am Rande der Bolmke stammt von dem Architekten Fido Spröde, der auch das Fritz-Henßler-Haus geplant hat. Vor wenigen Jahren wurde es vom Dortmunder Architekten Thomas Schmidt umgebaut und saniert, der nun zur Besichtigung einlädt.

Vor der Parkakademie im Westfalenpark stellten die Organisatoren das Programm des offenen Denkmals vor- verbunden mit der Übergabe eines Spendenschecks der Sparkasse über 10.000 Euro für den Denkmaltag. © Roland Gorecki/Stadt Dortmund © Roland Gorecki/Stadt Dortmund

Die 50er-Jahre werden ebenfalls in der Parkakademie, dem ehemaligen Park-Café im Westfalenpark, lebendig – auch mit filmischen Dokumenten aus der Zeit der ersten Bundesgartenschau. Jüngere Architektur- und Denkmalgeschichte ist in der früheren Dresdener Bank an der Kampstraße und in der Spielbank Hohensyburg zu erleben – beides Werke des Architekten Harald Deilmann, dem zurzeit eine Ausstellung im Baukunstarchiv gewidmet ist. Auch das steht beim Denkmaltag auf dem Programm.

Eine echte Entdeckung dürfte am Sonntag die ehemalige Bierglas-Veredelung Bruno Klais sein – versteckt in einem Hinterhof an der Humboldtstraße im Klinikviertel. Hier gibt es am Sonntag zwischen 11 und 16 Uhr stündlich Führungen.

Die Spielbank Hohensyburg ist (noch) kein Denkmal, aber Besichtigungspunkt am Denkmal-Tag. © Dieter Menne (A) © Dieter Menne (A)

Führungen in Form von Rundgängen gibt es etwa im Kaiserstraßenviertel, in der Werkssiedlung Oberdorstfeld und in der alten Gartenstadt. Mit dem Fahrrad kann man den Jugendstil zwischen Kaiserbrunnen und Nordmarkt entdecken.

Ein ganz spezielles Angebot gibt es auch für Kinder: Sie können am Rande des Rombergparks „mit Kelle, Pinsel und Neugier“ zu kleinen Archäologen werden. Um 13 und um 15 Uhr gehen der Stadtarchäologe Ingmar Luther und Ralf Herbrich als neuer Leiter der Dortmunder Denkmalbehörde mit kleinen Gruppen auf Grabungstour auf dem früheren Grund von Schloss Brünninghausen.

Oft Anmeldungen nötig

Ein kleines Problem: Nicht alle Punkte können zum „Tag des offenen Denkmals“ spontan besucht werden, für viele ist – auch wegen der Corona-Vorschriften – eine Anmeldung nötig: bei der Denkmalbehörde unter Tel. (0231) 50-27106. Einige Angebote wie die Führung durch die alte Gartenstadt sind schon so gut wie ausgebucht.

Eröffnet wird der Denkmaltag am Sonntag um 10.30 Uhr in der Petrikirche unter anderem mit Oberbürgermeister Thomas Westphal. Die Abschlussveranstaltung findet ab 17.30 Uhr im Museum für Kunst und Kulturgeschichte an der Hansastraße statt – mit einem Expertengespräch über „Sein und Schein in Architektur und Denkmalpflege.“

Aktuelle Infos zum Programm, das sich gegenüber der gedruckten Broschüre schon leicht verändert hat, gibt es unter denkmaltag.dortmund.de.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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