Tapir-Weibchen Fahéj: So tickt Dortmunds tierischer Star

hzDortmunder Zoo

Die Begeisterung reißt nicht ab. Seit Wochen wird bei Facebook ein Foto von Tapir-Dame Fahéj im Dortmunder Zoo kommentiert. Wir haben den Star mit dem unwiderstehlichen Lächeln besucht.

Dortmund

, 23.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Tapir-Weibchen Fahéj ist ein Star. Seit der Dortmunder Zoo Anfang Mai ein Foto von ihr auf Facebook gepostet hat, ist ihre Fan-Gemeinde stark gewachsen. Knapp 6000 Likes und mehr als 14.000 Kommentare hat der Post mit dem grinsenden Flachlandtapir bisher eingebracht.

Wer ist dieses Wesen mit dem unwiderstehlichen Lächeln? Wir haben das Zootier in seinem Gehege besucht. Eine Homestory.

Es riecht nicht nach Zimt

Wir treffen Fahéj zunächst auf der Südamerika-Wiese. Unser Besuch trifft sie unvorbereitet, wir hatten uns erst kurz zuvor bei ihrem „Management“ angemeldet. Die Tapir-Dame liegt entspannt auf ihrem Lieblingsplatz im Sand. Nach Zimt, wie es die Übersetzung ihres Namens vermuten lässt, duftet es hier nicht – es riecht eher streng. Dass die Zoobesucher ihr hier am Zaun ganz nah kommen, stört Fahéj nicht. Sie zeigt sich gern.

Tapir-Weibchen Fahéj: So tickt Dortmunds tierischer Star

Die fünfjährige Amelie Becker ist ganz entzückt von Fahéj. „Sie findet das Aussehen der Tapire so drollig. Sie wollte nur wegen ihnen heute hierher“, berichtete Mama Yvonne bei unserem Besuch im Zoo. © Bastian Pietsch

In ihr Nachtlager, dorthin, wo mit der Aufnahme des Fotos ihre kometenhafte Karriere begann, dürfen wir diesmal nicht – zu privat. Mit Äpfel und Möhren lässt sich das Tier mit dem kräftigen Körperbau, dem typischen kurzen Rüssel und dem kleinen Stummelschwanz aber in einen abgetrennten Bereich locken.

Nase und Oberlippe sind verwachsen

„Fahéj ist eine ganz Nette“, sagt Markus Patschke, wissenschaftlicher Volontär im Dortmunder Zoo, „sie ist sehr zutraulich und lässt sich gerne streicheln.“ Wie gerne, das zeigt sich, als Patschke beginnt, das Tier am Bauch zu kraulen, und Fahéj binnen Sekunden auf der Seite liegt und die Augen schließt.

Markus Patschke wundert es nicht, ihr Foto bei Facebook so beliebt ist. Das Gesicht eines Tapirs beim Flehmen – also beim Wittern gestimmter Gerüche – sei einfach drollig, weil Nase und Oberlippe verwachsen sind. Wie beim Pferd werden dabei die Zähne und das Zahnfleisch sichtbar.

Fahéj hat sich gut eingelebt

Das Tapir-Weibchen, das am 28. November im Zoo Györ in Ungarn geboren wurde, wohnt seit gut zwei Monaten im Dortmunder Zoo. „Sie hat sich wunderbar eingelebt“, sagt Patschke. Auf der Südamerika-Wiese lebt sie zusammen mit den Großen Ameisenbären, den Capybaras – auch Wasserschweine genannt –, den Tschajas und natürlich Tapir-Männchen Alex.

Tapir-Weibchen Fahéj: So tickt Dortmunds tierischer Star

© Christin Mols

„Die beiden verstehen sich gut“, sagt Tierpfleger André Läpke. Er habe aber auch beobachtet, dass Alex manchmal ein bisschen ruppig mit seiner Artgenossin ist. „Er muss wohl zeigen, dass er schon länger hier ist. Immerhin wurde er hier im Zoo geboren.“ Paaren und Nachwuchs bekommen sollen die beiden aber zunächst ohnehin nicht. Aktuell gibt es ein Zuchtstopp, weil Plätze für Jungtiere in anderen Zoos fehlen.

Der Spitzkohl bleibt liegen

Mit einer Schulterhöhe von etwa 1,20 Meter gilt Fahéj als ausgewachsen. Sie bringt zwischen 150 und 180 Kilogramm auf die Waage. Die Tapire bekommen Gras, Gemüse und auch mal etwas Obst zu fressen. „Fahéj ist durchaus wählerisch, wenn es ums Essen geht“, erzählt Läpke. Die Äpfel und Möhren, die er ihr hinhält, schlägt sie nicht aus. „Aber was sie nicht mag, bleibt liegen. Zum Beispiel der Spitzkohl.“

Tapir-Weibchen Fahéj: So tickt Dortmunds tierischer Star

Die nächsten Verwandten der Tapire sind Pferde und Nashörner. © Bastian Pietsch

Dafür liebt sie Wasser. „Wenn es warm ist, spritzen wir die Tapire mit Wasser aus dem Schlauch ab oder reiben sie mit dem nassen Schwamm ein. Dabei merkt man, wie verspielt die Tiere sind.“

Nach Spielen ist Fahéj an diesem Tag nicht. Geduldig lässt sie unsere Fragen über sich ergehen, posiert für die Kamera. Sie ist eben inzwischen ein richtiger Medien-Profi.

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