Tempo-Schilder auf der B 1 ausgetauscht

Für die B 1-Anwohner war es eine Sternstunde, manche Autofahrer dagegen trauten ihren Augen nicht: Seit gestern hängen die Tempo 50-Schilder auf den mehr als drei Kilometern Bundesstraße zwischen B 54 und B 236. Die neue Geschwindigkeitsbegrenzung gilt rund um die Uhr und für alle Kraftfahrzeuge.

14.11.2007 / Lesedauer: 2 min

Das Tiefbauamt hat im Laufe des Mittwochs die 40 Schilder mit den alten Tempolimits - 60 bzw. 70 km/h - gegen Tempo 50 ausgetauscht, in einigen Fällen mit dem warnenden Hinweis "Radarkontrolle".

"Das ist wirklich unverhofft", freute sich Kathrin Böllert, Vorsitzende der lärm- und abgasgeplagten B 1-Bürgerinitiative, beim Ortstermin an der Lübkestraße. Zwölf Jahre dauerte der Kampf, bei dem Justitia das letzte Wort sprach - im Sinne der Anwohner. Doch noch vor drei Wochen hatten diese den Eindruck, dass die Stadt darauf nicht reagieren wollte. Und dann ging's schnell. "Wir sind positiv überfahren worden", so Kathrin Böllert.

"Ich hoffe, dass die Anwohner die Auswirkungen deutlich spüren werden," sagte Bezirksvorsteher Udo Dammer (Innenstadt-Ost). "Dass ich das noch erleben durfte", freute sich auch sein Vorgänger Helmut Diekneite, heute SPD-Ratsherr. Schon in den 80-er Jahren habe man Tempo 50 und das Nachtfahrverbot für LKW gefordert.

Veränderte Rahmenbedingungen sorgten für den Sinneswandel bei der Stadt, erklärte Stadtdirektor Ullrich Sierau: die Mautflüchtlinge, die von der Autobahn auf die B 1 ausweichen, Fortschritte beim Planfeststellungsverfahren für den B 1-Tunnel und nicht zuletzt das Urteil im Juni 2006 vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen.

Als nächsten Schritt kündigte Sierau den Luftreinhalteplan an, an dem die Bezirksregierung arbeite. Ebenso wie an den Standorten für die Hinweisschilder zum nächtlichen LKW-Durchfahrtverbot zwischen 22 und 6 Uhr auf der B 1 (RN berichteten), damit die Brummis möglichst bald die Stadt auf dem Autobahnring umfahren. Tempo 50 und Nachtfahrverbot sollen die Lärmbelastung um vier Dezibel senken. Drei Dezibel bedeuten eine spürbare Halbierung.

"Man hat jetzt schon das Gefühl, dass es leiser geworden ist", meinte gestern die Sprecherin der Initiative, Dr. Barbara Kreibich. ko

Lesen Sie jetzt