Das Dortmunder Impfzentrum hat wegen geringer Nachfrage seine Öffnungszeiten reduziert. Bei der Umstellung ist allerdings nicht alles glatt gelaufen. © Oliver Schaper (A)
5500 Termine verlegt

Termin-Pannen am Impfzentrum: Stadt und KVWL verteidigen sich

Erst verschlossene Türen, dann Warte-Frust, dann falsche Terminerinnerungen: Die Pannen am Impfzentrum häufen sich. Was die Verantwortlichen von Stadt und KVWL dazu sagen.

Das Dortmunder Impfzentrum hat seine Öffnungszeiten reduziert – wegen mangelnder Nachfrage. Für viele Menschen, die ihren Impftermin wahrnehmen wollten, hat aber nun genau diese Umstellung für Frust gesorgt.

Allein am Freitag (30.7.) berichteten frisch Geimpfte von Wartezeiten bis zu zwei Stunden. Wie kam es dazu?

Die Stadtverwaltung sieht darin auch eine Folge des Impfens ohne Termin. „Es wurden Termintage vorgezogen bzw. im Impfzentrum und nicht beim Hausarzt wahrgenommen“, so die Verwaltung auf Nachfrage.

Menschen, die Freitag am Impfzentrum anzutreffen waren, berichten auch davon, dass sie ursprünglich für die entfallenen Zeiten gebuchte Termine nun am Nachmittag nachholen mussten.

Das sieht der Plan der Stadtverwaltung auch genau so vor. Wessen Termin entfalle, der könne „ohne Terminvergabe von Montag bis Sonntag in der Zeit von 14 bis 19 Uhr seine Impfung nachholen“.

Falsche Terminerinnerungen sorgten für Verwirrung

Ursprünglich versäumte Absagen für die Termine am Freitag seien am Donnerstag nachgeholt worden, gibt die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), die das Impfzentrum zusammen mit der Stadtverwaltung betreibt, auf Nachfrage an.

Eine weitere Panne folgte jedoch am Wochenende. Dann gingen falsche Terminerinnerungen an einige Dortmunder und Dortmunderinnen raus – für Termine, die es gar nicht mehr gab. „Im Zuge der Terminverlegung wurde leider die automatischen Terminerinnerung durch das Impfzentrum nicht deaktiviert“, erklärt die KVWL. Auch dazu „haben sich die Verantwortlichen bereits ausgetauscht“.

Niemand weiß, wer seinen Termin schon nachgeholt hat

Insgesamt 5502 Termine mussten wegen der Änderung der Öffnungszeiten verlegt werden. Betroffen waren Personen, die ab dem 26.7. einen Termin in der Zeit von 8 bis 14 Uhr vereinbart hatten.

Wie viele dieser rund 5500 Menschen ihren Impftermin mittlerweile nachgeholt haben, kann die Stadtverwaltung nicht nachhalten. „Auch, weil die Möglichkeit besteht, diesen z. B. beim Hausarzt wahrzunehmen.“

Pannen seien bedauerlich aber menschlich

Die Stadtverwaltung und die KVWL wollen mit den kürzeren Öffnungszeiten die weniger gewordenen Termine bündeln und so die – sicherlich strapazierten – Ressourcen des Impfzentrums effizient einsetzen. So machen es demnach aktuell alle Impfzentren in NRW.

Die KVWL gibt in Abstimmung mit der Stadtverwaltung an: „Dass zwischendurch auch etwas schief geht, ist sehr bedauerlich, aber menschlich.“ Insgesamt bewertet die KVWL die Verkürzung der Öffnungszeiten weiterhin als richtigen Schritt, um keine Ressourcen zu verschwenden.

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Redaktion Dortmund
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