Wäre eine Testpflicht an Schulen sinnvoll? © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Coronavirus

Testpflicht für Dortmunder Schüler? „Da kann ich nur zynisch reagieren“

Nach den Osterferien gilt auch in Dortmund eine Testpflicht für Schüler. Schon die Idee stieß in Dortmund auf Kritik. Die Vorsitzende der Stadteltern nennt aber auch Alternativen.

In der ZDF-Talk-Sendung von Markus Lanz hat Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Dienstagabend (30.3.) über die Möglichkeiten einer Testpflicht für die Schüler Nordrhein-Westfalens gesprochen. Am Donnerstag (1.4) folgte nun die Umsetzung des Vorhabens durch die Landesregierung.

Nach den Osterferien soll es für alle Schüler Nordrhein-Westfalens eine Testfpflicht geben. An allen Schulen soll verbindlich zwei mal die Woche getestet werden. Das kündigte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Donnerstagabend an.

„Jetzt geht es echt um Gesundheitsschutz“ – so begründete Laschet seine Idee in der Sendung. Ein Kommentar, den die Dortmunder Stadteltern-Vorsitzende Anke Staar nicht unbedingt positiv aufgenommen hatte.

„Große Mehrheit der Eltern“ für eine Testpflicht

„Da kann ich nur zynisch reagieren”, sagte Staar am Donnerstagmittag. Da gab es nur die Idee der Testpflicht, die abschließende Entscheidung des Landes stand noch aus. Ihre Kritik: „Es geht doch schon die ganze Zeit darum, Gesundheitsschutz und Bildung zusammen zu denken“, aber bisher, so Staar, sei man beim Landesbildungsministerium „nur auf Sicht gefahren“.

Prinzipiell, davon ist Staar aber überzeugt, unterstütze „die große Mehrheit der Eltern“, die Testpflicht. Die Frage sei nur, welche Tests verwendet werden würden und wie die Testungen gehandhabt werden könnten.

Bis zum Redaktionsschluss (1.4 – 19.30 Uhr) gab es noch kein ausgearbeitetes Konzept der Landesregierung, zu dem Staar hätte Stellung beziehen können.

Eine Möglichkeit wäre beispielsweise Tests zu Hause durchzuführen, wie von SPD-Bildungsexperte Jochen Ott in der WAZ gefordert. Eine solche Vorgehensweise lehnt Staar aber ab.

Angst vor positiven Testergebnissen

„Wir haben die Erfahrungsberichte aus anderen Bundesländern, dass diese Tests schnell zu einer Mogelpackung werden.” Bei Testungen zu Hause würden manche Eltern ein positives Testergebnis verschleiern.

Denn durch mehr Testungen würden auch mehr positive Testergebnisse erfolgen und dadurch auch häufigere Quarantänezeiten.

Ihr lägen aber schon jetzt Berichte von Eltern vor, die Angst hätten vor mehr Quarantänetagen. Denn einige Schulen, auch in Dortmund, würden positiv getesteten Kindern den Distanzunterricht verweigern.

Zudem hätten manche Eltern langsam auch Angst ihren Job wegen vermehrter Quarantänetage zu verlieren.

Filteranlagen im Landtag – warum also nicht in der Schule?

Trotzdem befürwortet die Stadteltern-Vorsitzende regelmäßige Testungen, allerdings müssten erst Rechtsfragen und die des Datenschutzes geklärt werden.

Zusätzlich müsste die Anzahl an falsch-positiven Tests reduziert werden, von denen ihr einige Eltern berichtet haben.

Eine Möglichkeit sieht Staar darin, Tests von medizinisch geschultem Personal durchzuführen.

Das würde die Fehleranfälligkeit reduzieren und Eltern beruhigen, die Angst haben, ihr Kind könnte bei einem unfachmännisch durchgeführten Test Schaden nehmen.

Zusätzlich zu einer Testpflicht fordert Staar deshalb auch Luftfilteranlagen: „Sie können keine 10 Meter im Landtag gehen ohne über eine Filteranlage zu stolpern, warum also gibt es die nicht auch an Schulen?“

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