Ab Montag dürfen die Fahrschulen in Dortmund voraussichtlich wieder ihre Türen öffnen. Abzuwarten bleibt unter welchen Bedingungen. © picture alliance / Roland Weihrauch/dpa
Lockdown-Lockerungen

„Tests selbst zu bezahlen, wäre für die meisten Fahrschulen nicht möglich“

Gute Nachrichten gab es am Mittwoch für die Dortmunder Fahrschulen: Sie dürfen wieder fahren. Fahrlehrer freuen sich, wieder arbeiten zu können, bemängeln aber auch die bisher bekannten Regeln.

Seit Dezember sitzen nur noch wenige Fahrschüler hinter dem Steuer. In den vergangenen zwei Monaten durften Fahrschulen nur berufsbezogen ausbilden. Das soll sich ab Montag ändern. Bund und Länder beschlossen: Körpernahe Dienstleistungen dürfen ab dem 8. März wieder öffnen. Damit auch die Fahrschulen.

Dortmunder Fahrlehrer fühlt sich im Stich gelassen

Die Freude ist groß bei Dortmunds Fahrlehrer. „Sehr schön, endlich geht es wieder vorwärts“, sagt Björn Steinert, von der gleichnamigen Dortmunder Fahrschule, „endlich wieder Geld verdienen“. Das werde nämlich langsam knapp. Steinert fühlt sich von der Bundesregierung im Stichgelassen. „Dieser 8.3. ist aber schon mal ein kleiner Erfolg für uns“, sagt der Fahrlehrer.

Als Erfolg sieht die Wiedereröffnung der Fahrschulen auch Friedel Thiele, erster Vorsitzender des Fahrlehrer-Verbands Westfalen. „Wir haben gefordert, dass wieder geöffnet wird und sind froh, dass es jetzt auch passiert“, sagt er. Er gehe fest davon aus, dass die Fahrschulen in NRW am 8. März wieder ihre Türen öffnen.

Langes Warten auf konkrete Vorgaben

Allerdings bleibt abzuwarten, unter welchen Bedingungen Theorieunterricht und Fahrstunden ab Montag stattfinden können. Maßgeblich dafür ist die Corona-Schutzverordnung für das Land NRW. Hier sind sowohl Fahrlehrer als auch Verband noch skeptisch. „Ich warte einfach ab“, sagt Thomas Stratmann. Er hat eine Fahrschule im Dortmunder Kreuzviertel. „Bisher wissen wir ja noch nichts Konkretes“, meint er.

Schnelltest vor Fahrtantritt? Fahrlehrer sind skeptisch

Im Beschlusspapier der Bundesregierung ist auch die Rede von tagesaktuellen Corona-Schnelltests als Teil des Hygienekonzepts. Dazu sagt Verbandsvorsitzender Thiele: „Ja, aber wer übernimmt die Kosten?“. Er habe seit dem Beschluss bereits viele Mails von besorgten Fahrschulen erhalten. „Die Tests selbst zu bezahlen, wäre für die meisten Fahrschulen nicht möglich“, meint er.

Auch Steinert sieht die Schnelltests kritisch. „Davon halte ich gar nichts“, meint er und gibt zu bedenken, dass die Tests dazu auch verfügbar sein müssen. „Die müssten ja spätestens bis Samstag vorhanden sein“, lacht er.

Steinert freut sich trotz Unsicherheiten über die geplante Öffnung – vor allem für seine Fahrschüler. Viele der 17 bis 18-Jährigen konnten aufgrund des Lockdowns keine Fahrstunden nehmen. Allerdings werden viele von ihnen auch weiterhin Geduld mitbringen müssen. „Prüfungstechnisch werden wir dieses Jahr nicht aufholen können“, befürchtet Steinert. Durch den Lockdown hätte sich viel angestaut.

Ob mit oder ohne negativen Schnelltest. Für die Fahrlehrer wird es ab Montag wieder auf die Straße gehen. „Dann müssen wir erstmal wieder reinkommen“, meint Steinert.

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