Thor-Steinar-Laden soll noch in dieser Woche schließen - verspricht der Oberbürgermeister

hzUmstrittene Marke

OB Ullrich Sierau hat angekündigt, die Filiale der bei Neonazis beliebten Marke Thor Steinar am Brüderweg bis zum 9. November dichtzumachen. Der Vermieter ist damit bereits gescheitert.

Dortmund

, 04.11.2019, 17:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch fünf Tage, dann soll das Geschäft „Tønsberg“ vom Brüderweg verschwunden sein. Bis 9. November soll der Laden der bei Neonazis beliebten Marke in Dortmund schließen. Das verspricht Oberbürgermeister Ullrich Sierau.

Als am vergangenen Donnerstag (31.10.) im Opernhaus feierlich ein Gemälde der alten Synagoge in Dortmund aufgehängt wurde, kam der Oberbürgermeister offenbar auch auf die Dortmunder Neonazis zu sprechen. Wie die Nordstadtblogger berichteten, äußerte sich Sierau dabei auch zur Thor-Steinar-Filiale, die Ende August in der Innenstadt eröffnet hat. Noch vor dem 9. November soll die Filiale geschlossen werden, verkündete der Oberbürgermeister demnach. Dieses Vorhaben bestätigte am Montag (4.11.) auch sein Sprecher Frank Bußmann.

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Immer wieder Proteste gegen Thor Steinar

Die Eröffnung des Geschäfts hatte breiten Protest nach sich gezogen, vor allem von linken Gruppen. Seit Wochen gibt es jeden Montag Proteste gegen die bei Neonazis beliebte Marke, deren Geschäftsführer ebenfalls Verbindungen zur rechten Szene haben sollen. Erst am vergangenen Samstag (2.11.) gingen rund 400 Menschen gegen die Filiale auf die Straße.

Mehrmals kam es auch schon zu Sachbeschädigungen. Es flogen Farbbeutel auf das Außenschild, zuletzt drangen Unbekannte in den Laden ein und versprühten eine übel riechende Flüssigkeit. Der Laden war danach mehrere Tage geschlossen.

Was hat der Oberbürgermeister vor?

Doch wie will Ullrich Sierau gegen den Laden vorgehen? Ist ein Mietvertrag einmal geschlossen, lässt er sich nicht ohne Weiteres aufheben. Das musste auch der Vermieter des Ladelokals am Brüderweg 15 feststellen. Auch er will die unliebsamen Mieter gerne loswerden.

Geglückt ist ihm das bisher nicht. Er sieht momentan keine Möglichkeit, den Mietvertrag, der für fünf Jahre gilt, anzufechten.

Dem Oberbürgermeister soll nun nach eigenen Angaben die Dortmunder Bauordnung helfen. Es gebe einen Beschluss des Verwaltungsvorstandes, gegen den Laden vorzugehen, schreiben die Nordstadtblogger.

Doch was das im Detail heißt, wie die Schließung erreicht werden soll und ob der Thor-Steinar-Laden wirklich schon am nächsten Samstag dicht sein wird, ist aktuell unklar. Sprecher Bußmann wollte am Montag keine genaueren Angaben zum Vorhaben des OB machen. Derweil liefen noch Gespräche, hieß es.

Der Vermieter selbst wollte sich am Montag auf Nachfrage der Redaktion ebenfalls nicht zu den Plänen des OB äußern.

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