Nach Rettungsaktion der Arche 90: Zukunft für Tiere bleibt ungewiss

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Nachdem die Arche 90 über 50 Tiere von einem Grundstück in Brechten gerettet hat, ist unklar, was mit einigen kranken Hunden passiert. Die Stadt Dortmund plant Maßnahmen für die Zukunft.

Brechten

, 25.09.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mitte September befreiten Tierschützer der Organisation Arche 90 gemeinsam mit der Polizei 58 verwahrloste Tiere aus einer ehemaligen Dackelzucht in Brechten. Es handelte sich um 39 Tauben, 15 Kaninchen und vier Zwergdackel. Mehrere Tiere konnten nicht mehr gerettet werden. Ein Dackelweibchen musste eingeschläfert werden und starb in den Armen einer Tierschützerin.

Die Arche 90 gibt an, das Veterinäramt der Stadt Dortmund habe bereits seit 2018 von den prekären Verhältnissen auf dem Grundstück im Dortmunder Norden gewusst. Laut Christian Schön, Pressesprecher der Stadt Dortmund, verhält es sich allerdings anders: Der Hof sei dem Veterinäramt lediglich als reguläre Hundezucht ohne besondere Auffälligkeiten bekannt gewesen.

Nur noch wenige Hunde vor Ort

Eine letzte Routinekontrolle habe man 2014 unternommen. Ebenfalls ohne, dass dabei alarmierende Umstände bemerkt worden wären. „Eine konkrete Eingabe von 2018 im Hinblick auf diese Tierhaltung liegt hier nicht vor“, so Schön. Von den aktuellen Verhältnissen habe man erst am 14. September 2020 durch die Arche 90 erfahren.

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„Der akute Handlungsbedarf wurde durch die Ermittlungen der Arche 90 am 12.09.2020 aufgedeckt“, so Schön. Eine Anwohnerin hatte diese darauf aufmerksam gemacht, nachdem sie die Tiere auf dem Grundstück hatte schreien hören. Polizei und Tierschützern gegenüber gab das Ehepaar, dem das Grundstück gehörte, später als Grund für die Verwahrlosung an, die Tierhaltung habe sie überfordert.

Nach der Befreiungs-Aktion von Polizei und Arche 90 am Montag habe auch das Veterinäramt den Hof gleich am Dienstagmorgen kontrolliert, so Schön. „Es sind allerdings nur noch wenige Hunde vor Ort gewesen, für die keine unmittelbare Gefahr bestand.“

Auf diesem Grundstück in Dortmund hielt ein älteres Ehepaar mehr als 50 Tiere unter unwürdigen Bedingungen.

Auf diesem Grundstück hielt ein älteres Ehepaar mehr als 50 Tiere unter unwürdigen Bedingungen. © Arche 90

Das bestätigt auch Heike Beckmann von der Arche 90. „Zwei Tauben kamen noch als Nachzügler auf den Hof zurück. Sie sind nachträglich von der Taubenhilfe NRW aufgenommen worden. Jetzt sind bis auf drei Hunde alle Tiere weg.“

Zukunft einiger Dackel noch immer unklar

Um die Sicherheit der wenigen verbliebenen Tiere zu gewährleisten, hat das Veterinäramt Anordnungen für die Besitzer ausgesprochen. Die Stadt hat nun weiterhin ein Auge auf die Situation. „Nachkontrollen werden folgen“, sagt Schön.

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„Alle Pflegehunde sind mittlerweile von ihren Besitzern abgeholt worden“, sagt Beckmann. „Die Dackel, die wir rausgeholt haben, werden weiterhin tiermedizinisch behandelt.“

Unklar sei aber noch, wie es für mehrere Hunde weitergehe, bei denen sich Tumore gebildet haben. „Die müssen noch gepäppelt werden, bevor weitere medizinische Schritte eingeleitet werden können“, sagt Heike Beckmann.

Die Taubenhilfe NRW kümmert sich derzeit um alle rund 40 Tauben.

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