Traktor-Kolonnen schieben sich durch Dortmund: So lief die große Trecker-Demo

hzStaus und Sperrungen

Fast 500 Trecker durchquerten Dortmund am Montag. Aus vier Richtungen, auf vielen Strecken, kamen sie zur großen Trecker-Demo der Landwirte. Dabei lief nicht alles wie geplant.

Dortmund

, 25.11.2019, 19:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

So richtig vorhersehen, an welcher Stelle einem hunderte Trecker den Weg abschneiden würden, konnte man am Montag (25.11.) nicht. Aus vier Richtungen, auf unterschiedlichen Routen fuhren die Kolonnen durch Dortmund, um an der bundesweiten Trecker-Demo der Landwirte teilzunehmen.

Vier unterschiedliche Konvois waren insgesamt unterwegs, als Bauern aus ganz NRW am Montag die Straßen Dortmunds eroberten. Die Polizei musste spontan reagieren, Autofahrer sich immer wieder in Geduld üben. Besonders am Abend, als über 200 Trecker auf einmal durch Dortmund fuhren, kam es zu Staus. Zwischenzeitig musste die Polizei drei Abfahrten der A40 sperren, um die vielen Traktoren auf dem benachbarten Lütgendortmunder Hellweg passieren zu lassen.

Hintergrund der Aktion: Protest gegen das geplante Agrarpaket der Bundesregierung. Es gefährde den Erhalt von landwirtschaftlichen Betrieben, heißt es in der Ankündigung der Bewegung „Land schafft Verbindung“, die die Trecker-Demo organisiert hat.

Mit dem Trecker von Bonn nach Berlin

Die Demonstration startete am Morgen in Bonn in Richtung Berlin, wo für Dienstag die Abschlusskundgebung geplant ist. Auf dem Weg ins Ruhrgebiet schlossen sich immer wieder weitere Trecker-Gruppen dem Konvoi an.

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Trecker-Demo auf der B1 in Dortmund

Viele Demonstranten hatten Schilder an ihren Fahrzeugfronten angebracht: „Landwirt vom Aussterben bedroht“, hieß es da, oder „Ideologie macht nicht satt“. Viele Landwirte befürchten, dass regional produzierte Lebensmittel durch das Agrarpaket weniger werden. „Der Lebensmittelimport wird steigen, und zwar ohne Einfluss auf ökologische und soziale Standards im Herkunftsland“, heißt es in einer Mitteilung.

Traktor-Kolonnen schieben sich durch Dortmund: So lief die große Trecker-Demo

Viele Demonstranten hatten Schilder vor ihre Trecker montiert. © Stephan Schuetze

Die Polizei war in der ganzen Region im Einsatz, um die Kolonnen zu schützen und den Verkehr zu leiten. In Dortmund kam es immer wieder zu Staus und Sperrungen, als die kilometerlangen Fahrzeug-Schlangen beispielsweise die B1 und deren Zugangsstraßen in Beschlag nahmen.

170 Traktoren warteten am Remydamm - vergeblich

Rund 30 Landwirte aus Dortmund nahmen an der Demo teil. Hier sollte am frühen Nachmittag eigentlich auch eine Zwischenkundgebung stattfinden. 170 Fahrzeuge aus Unna und Hagen hatten sich dafür zwischenzeitig auf dem Remydamm versammelt, um auf den großen Konvoi aus Bonn zu warten. Auch sie waren in langen Kolonnen mit Hupkonzerten von der Polizei durch die Stadt eskortiert worden.

Traktor-Kolonnen schieben sich durch Dortmund: So lief die große Trecker-Demo

Rund 170 Trecker parkten am Mittag auf einem Parkplatz am Remydamm. Die geplante Zwischenkundgebung, zu der die Landwirte angereist waren, fand jedoch nicht statt. © Stephan Schütze

Die Dortmunder Landwirte hingegen fuhren am Vormittag über den Dortmunder Norden und Castrop-Rauxel nach Bochum, um sich hier dem Haupt-Demozug aus Bonn anzuschließen.

Verzögerungen im Ablauf führten dazu, dass der große Konvoi aus Bonn Dortmund erst am frühen Abend erreichte. Da waren die wartenden Fahrzeuge vom Remydamm schon nach Hamm weiter getuckert. Die geplante Zwischenkundgebung fand nicht statt.

Schwerfällige Kolonne verspätete sich

Ganz reibungslos lief auch das geplante Treffen in Bochum mit dem großen Demozug nicht. Bis zu 800 Trecker waren zwischenzeitig geschlossen unterwegs. Und so eine kilometerlange Kolonne aus landwirtschaftlichen Fahrzeugen, deren Höchstgeschwindigkeit bei 40 bis 60 Kilometern pro Stunde liegt, ist nicht gerade flott, geschweige denn flexibel.

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Außerdem machten offenbar viele Landwirte in Bochum Feierabend. Als der Konvoi Dortmund erreichte, bestand er laut Polizei noch aus 240 Treckern. Um die 500 hatten ihren Demotag da offenbar schon beendet. Und auch die übrigen Demonstranten machten sich vorzeitig auf den Heimweg. Gegen 19.30 Uhr löste sich der Konvoi an den Westfalenhallen auf.

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