Tritte auf den Gleisen

Angeklagter kam seiner Mutter zur Hilfe - und wurde wegen Körperverletzung verurteilt

29.05.2007 / Lesedauer: 2 min

Eigentlich hatte er damals nur helfen wollen. Er wollte seine Mutter beschützen - vor einem Typen, der sie in der einzigen noch offenen Kneipe in der Innenstadt angemacht hatte und wohl auch schlagen wollte. «Doch dann», sagt der Staplerfahrer, «habe ich die Kontrolle über mich verloren.» Gefährliche Körperverletzung nennt die Staatsanwaltschaft das, was sich anschließend ereignete. Der 22-Jährige jagte den anderen Mann durch die Innenstadt und trat auch zu - nachdem dieser auf den Gleisen auf der Kampstraße hingefallen war und sich nicht mehr wehren konnte. «Normalerweise bin ich nicht so ein Typ», so der Angeklagte. «Aber wenn ich sehe, dass jemand die Hand gegen meine Mutter erhebt, dann raste ich aus.» Zum Glück für alle Beteiligten hatte die Attacke keine gravierenden Folgen. Außer ein paar Schürfwunden trug das Opfer keine nennenswerten Blessuren davon. Bei allem Verständnis für seine innere Aufregung an jenem 19. April 2006, musste das Gericht den jungen Angeklagten dennoch bestrafen. Mit einer Geldstrafe von 1500 Euro fiel das Urteil jedoch so milde aus, wie es eben ging. «Weniger ist nicht drin», sagte Richterin Brigitte Landwehr dem Angeklagten. Richtig erreichte sie ihn mit dieser Ansprache jedoch nicht. Und auch die Mutter des Angeklagten war mit dieser Entscheidung alles andere als zufrieden. «Wenn du noch einmal jemandem hilfst, kriegst du von mir persönlich einen hinter die Löffel», raunte die Frau dem Filius in einer Verhandlungspause zu. von

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