Podologen gehen im Corona-Chaos unter: „Wir dürfen behandeln“

hzPodologie

Fußpflege oder Podologie – was ist erlaubt und was nicht? Ein Dortmunder Podologe möchte aufklären und Patienten sensibilisieren. Denn er war und ist da für seine Patienten.

Dorstfeld

, 05.05.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fußpfleger mussten in den vergangenen Wochen ihr Arbeitswerkzeug beiseite legen. Wie andere kosmetische Behandlungen war auch die nicht-medizinische Pflege der Füße aufgrund der Corona-Pandemie verboten. Erst seit Montag (4.5.) dürfen Fußpfleger wieder Kunden empfangen.

Durchgängig erlaubt war hingegen die Podologie, also die medizinische, per Rezept verordnete Behandlung der Füße. Etwas, das wegen zahlreicher Corona-Regeln nicht für jeden Patienten klar war, wie der Podologe Kai Schopp erzählt.

„Unsere Patienten wussten nicht mehr, ob sie noch kommen dürfen oder nicht“, sagt Kai Schopp, der die Praxis in Dorstfeld gemeinsam mit seiner Mutter Renate führt. „Manche haben dann angerufen, andere sind einfach nicht gekommen.“

Medizinische Versorgung der Füße ist zwingend notwendig

Denn was vielen nicht klar sei: Die Podologie zählt ebenso wie die Physiotherapie zu den medizinischen Fachberufen. Und diese waren zu keinem Zeitpunkt der Corona-Krise verboten. Zumal die medizinische Versorgung der Füße in vielen Fällen nicht einfach ausgesetzt werden könne, so Kai Schopp.

„Je nachdem, welches Krankheitsbild ein Patient hat, kann es im allerschlimmsten Fall bis hin zu einer Amputation gehen, wenn keine Versorgung stattfindet“, erklärt er. Er sei deshalb froh, dass er gemeinsam mit seiner Mutter die Patienten durchgängig behandeln konnte.

„Allerdings gab es natürlich auch Patienten, deren Behandlung man verschieben konnte und die davon auch aus Angst vor einer Infektion Gebrauch gemacht haben“, sagt er.

Der Podologie-Praxis fehlten in den vergangenen Wochen so einige Verordnungs-Patienten, aber auch die Einnahmen aus der Fußpflege. Denn manche Kunden fühlen sich, obwohl sie nur eine kosmetische Fußpflege benötigen, in einer Podologie-Praxis besser aufgehoben und kommen deshalb beispielsweise in die Praxis von Familie Schopp. „Zwar ist es nicht unser Hauptgeschäft, aber es brechen natürlich schon Einnahmen weg.“

Praxen haben Hygienemaßnahmen erweitert

Derzeit nehmen immer mehr Patienten wieder ihre Behandlungstermine in der Praxis in Anspruch, so Kai Schopp. Auch Hausbesuche waren die ganze Zeit über möglich und sollen es auch weiterhin sein.

Dabei müssen ebenso wie in der Praxis hygienische Maßnahmen getroffen werden. „Vieles an Schutzkleidung, das jetzt vorgeschrieben wird, haben wir Podologen schon immer getragen“, sagt Kai Schopp. „Jetzt haben einige Praxen nochmal aufgestockt, damit sich Kunden und Patienten sicher fühlen.“

Der Podologe freut sich für seine Kollegen aus der kosmetischen Fußpflege, die nun wieder arbeiten dürfen, und hofft, dass auch der Rest des Beauty-Sektors bald wieder öffnen darf. „Wir müssen zusammenhalten.“

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