Trotz des Denkmalschutzes ist ein Abriss der Kanalbrücke in Schwieringhausen möglich

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Sanierung oder doch ein Neubau – trotz Denkmalschutz? Die Menschen, die täglich über die Schwieringhauser Brücke müssen, wollen das ohne Behinderung und Gefahr. Geduld ist weiterhin gefragt.

Schwieringhausen

, 28.05.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für Schwieringhauser, Mengeder und Brechtener wäre es wohl die beste Lösung: ein Neubau der Kanalbrücke Schwieringhausen, die dann intakt und breit genug ist, um die vielen Autos, Busse, Fußgänger und Radfahrer gefahrlos über den Kanal zu bringen.

Zudem wäre sie dann auch hoch genug, sodass Schiffe mit mehr Containern als heute darunter herfahren könnten. Und lang genug, um später den Kanal weiter ausbauen zu können. Auch das käme den Menschen im Stadtbezirk zugute. Denn jedes moderne Schiff ersetzt 150 Lkw – reduziert Staus, Lärm und Abgase.

Gutachten über die Statik

Die jetzige Brücke ist alt und marode. Der Verkehr fließt einspurig, Ampeln regeln den Verkehr. Aber: Sie steht unter Denkmalschutz. Trotzdem ist ein Neubau nicht ausgeschlossen. Was kurios klingt, ist das Ergebnis eines Ortstermins, zu dem die Dortmunder Bundestagsabgeordnete Sabine Poschmann (SPD) am Montagnachmittag (27. Mai) eingeladen hatte.

Denn die Frage ist eben, ob die Brücke, überhaupt zu erhalten ist. „Wir haben eine Sanierung nicht geplant“, erklärte Volker Schlüter, Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Duisburg. Jetzt hat die Bundesbehörde ein Gutachten in Auftrag gegeben, das Klarheit über die Statik verschaffen soll. Bis es vorliegt, vergehen sechs Monate. Das ist erst einmal keine Verzögerung, denn ein Neubau käme ohnehin erst 2022/23. Kommt die Sanierung, müsste die Brücke angehoben werden, um höhere Schiffe und mehr Container durchzulassen. Zeitpunkt: völlig offen.

Straßenverbindung ist nicht zu ersetzen

Dortmunds Planungsdezernent Ludger Wilde erklärte: „Eine fertige Lösung gibt es nicht.“ Es ist kompliziert. Da die Brücke auf Dortmunder Stadtgebiet steht, ist sie ein städtisches Denkmal. Zuständig ist die Untere Denkmalbehörde, die zu Wildes Dezernat gehört. Andererseits kreuzt der Stahl-Fachwerkbau aber eine Bundeswasserstraße. Hüterin des Denkmalschutzes ist damit die Obere Denkmalbehörde in Arnsberg.

Dennoch: „Eine Verbindung nach Schwieringhausen kann man nicht ersetzen“, sagt Ludger Wilde. Zu den „unfertigen Lösungen“ zählt eine weitere Frage: Reicht eine sanierte und angehobene Brücke für die Anforderungen des Verkehrs überhaupt aus? Planungsdezernent Wilde: „Warten wir den Prozess ab.“

Piste mit antikem Charakter

Bezirksbürgermeister Wilhelm Tölch liegt auch die Sanierung der Altmengeder Straße am Herzen, die von der Zukunft der Brücke abhängt. Die Piste erinnert seit etlichen Jahren eher an eine antike römische Via als an eine zeitgemäße Straße. Hierzu, so merkte Ludger Wilde am Ende des Treffens an, könne die Bezirksvertretung auch einen Dringlichkeitsantrag stellen.

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