Trotz Kritik: Signal Iduna hält an Versicherung für BVB-Fans fest - Einstieg bei E-Rollern

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Die Signal Iduna mit 2000 Mitarbeitern in Dortmund investiert einen kräftigen dreistelligen Millionenbetrag in die Zukunft. Und hält trotz Kritik an der Versicherung für BVB-Fans fest.

Dortmund

, 29.05.2019, 11:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Signal Iduna Gruppe hat in der sich rasant wandelnden Versicherungsbranche 2018 „ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis“ erzielt. Das sagte Vorstandsvorsitzender Ulrich Leitermann am Dienstag (28. 5.) beim Bilanzgespräch in der Dortmunder Hauptverwaltung. Mit Ausblick auf den Signal Iduna Park nannte er diese Kennzahlen: Die Versicherung steigerte ihre Beitragseinnahmen um 0,9 Prozent auf 5,74 Milliarden Euro und erzielte ein Gesamtergebnis von 719,4 Millionen Euro (-1,2 Prozent). Die Krankenversicherung der Signal Iduna hat netto 5658 Vollversicherte hinzugewonnen und ist mit 621.000 Vollversicherten nun der fünftgrößte private Krankenversicherer in Deutschland.

Signal Iduna investiert kräftig

Seit 2018 läuft bei Signal Iduna das Transformationsprogramm „Vision 2023“. Es folgt auf ein 2014 eingeleitetes Sparprogramm, bei dem auch in Dortmund Stellen wegfielen; die nun 10.000 Mitarbeiter (2000 in Dortmund) sollen in den nächsten Jahren bleiben. Vision 2023 sei „kein Sparprogramm, sondern ein Wachstumsprogramm“, sagt Leitermann. Die Versicherung investiere 2019 40 Millionen Euro, in den nächsten Jahren je rund 70 Millionen Euro. Ziel des Programms sei es, neue Produkte und bessere Lösungen für Kunden zu entwickeln, die Mitarbeiter beim Wandel mitzunehmen und die Digitalisierung voranzutreiben. Kunden sollen einfacher, schneller und digitaler Schadensmeldungen übermitteln und Leistungen erhalten können. „Die Versicherungsbranche ist noch eine Servicewüste“, so Leitermann.

Trotz Kritik: Signal Iduna hält an Versicherung für BVB-Fans fest - Einstieg bei E-Rollern

„Die Versicherungsbranche ist noch eine Servicewüste“, sagt Ulrich Leitermann, Vorstandsvorsitzender der Signal Iduna. © Andreas Oertzen

Dass bei der Digitalisierung Luft nach oben ist, machte er an Krankenversicherungs-Bescheinigungen deutlich. Bis zu 270.000 Bescheinigungen für Kunden müssten derzeit pro Jahr noch manuell erstellt werden; bis Ende 2019 sollen 170.000 Bescheinigungen vollautomatisch ausgestellt werden. Anderes Beispiel: 11 Mitarbeiter müssen bei 200.000 Postrückläufern im Jahr händisch neue Adressen ermitteln.

Signal Iduna will E-Roller versichern

Mit neuen Produkten will die Signal Iduna spezielle Zielgruppen ansprechen. So geht im Juli eine Versicherung für Bäcker, Konditoren und Fleischer und später auch für Einzelhändler an den Start, die auf deren Bedürfnisse eingeht. So lassen sich etwa Umsatzeinbußen infolge langwieriger Baustellen vor der Ladentür versichern.

Signal Iduna steigt auch in die Versicherung von E-Rollern ein. Diese, teils auch E-Scooter und E-Tretroller genannt, sollen in Deutschland im Sommer zugelassen werden. Signal Iduna hat sich am Berliner Start-up-Flash beteiligt, das hierzulande E-Roller verleihen will. Flash sei auch mit der Stadt Dortmund im Gespräch, so Leitermann, um festzulegen, wo wie viele E-Roller zum Ausleihen hingestellt werden könnten.

Zudem will die Versicherung auch E-Roller privater Kunden versichern. Dafür würden wie für eine Mofa-Versicherung 60 Euro im Jahr fällig, sagt Signal-Iduna-Vorstandsmitglied Dr. Stefan Kutz. „Ich will nicht ausschließen, dass wir günstiger werden“, sagt Kutz. Es könne aber auch teurer werden, man müsse abwarten, welche Schadensfälle es gibt. Zum Vergleich: Die Provinzial plant eine Versicherung für 29 Euro.

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Zufrieden mit BVB-Versicherung09 trotz Kritik

Die im Mai 2018 gestartete „Versicherung09“ für BVB-Fans laufe gut, sagt Kutz. Die Zahl der Versicherten liege im vierstelligen Bereich, bis Jahresende sollen es 5000 sein. Die Versicherung kombiniert eine Privathaft­pflicht- mit einer Hausrat­versicherung. Fans können etwa Trikots vor Schäden versichern und erhalten eine Frustpauschale von 50 Euro, wenn sie ein BVB-Spiel wegen einer Autopanne verpassen. Und für jedes Bundesliga-Tor werden 9 Cent gutgeschrieben.

Die Stiftung Warentest befand, dass die Versicherung09 im Vergleich „nicht besonders günstig“ sei, Welt.de fand sie „vollkommen überteuert“. Man habe die Kritik vernommen, „bei Lichte betrachtet, können wir sie aber nicht nachvollziehen“, sagt Kutz. Im Übrigen sei die Versicherung günstiger geworden, das mache sich bemerkbar. Ein Preisvergleich sei schwierig, so Leitermann, weil die Versicherung Bestandteile habe, die auf dem Markt nicht üblich sind.

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