Trotz Lockerungen: Gästezahl bei Trauungen bleibt in Dortmund begrenzt

hzStandesamtliche Hochzeiten

Das Land NRW hat coronabedingte Einschränkungen für standesamtliche Trauungen gelockert. Beim Dortmunder Standesamt gelten aber trotzdem etwas strengere Regeln mit Begrenzung der Gästezahl.

Dortmund

, 22.05.2020, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein unvergessliches Erlebnis ist Heiraten in Corona-Zeiten auf jeden Fall. Die strengen Corona-Regeln sorgten dafür, dass lange Zeit sogar nur das Brautpaar allein vor den Standesbeamten treten durfte.

Das Land NRW hat am Dienstagabend allerdings überraschend Lockerungen verkündet, die kurzfristig umgesetzt werden sollen. Bereits seit dem 20. Mai gilt: „Standesamtliche Trauungen einschließlich der Zusammenkunft unmittelbar vor dem Ort der Trauung sind auch mit Gästen zulässig, die nicht zur Familie oder zu den Angehörigen von zwei Haushalten gehören“, heißt in den neuen Regeln des Landes.

Bis zu zehn Teilnehmer erlaubt

Voraussetzung sei, dass diese Gäste einen Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten und direkten Kontakt wie Händeschütteln oder Umarmen vermeiden. „Unter Beachtung dieser Regelung umfasst die Zulässigkeit sowohl die Trauzeremonie als auch das Zusammentreffen unmittelbar vor dem Ort der Trauung“, heißt es.

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In Dortmund hatte man die strengen Regeln selbst schon etwas gelockert. Schon seit dem 12. Mai dürfen bis zu zehn Personen ins Trauzimmer - inklusive Brautpaar und mögliche Trauzeugen. „Nicht angerechnet auf diese Personenzahl werden die eigenen bis zu zwei Jahre alten Kinder des Brautpaares, wenn sie im Kinderwagen liegen oder auf den Armen des Brautpaares getragen werden“, heißt es in den Erläuterungen der städtischen Bürgerdienste.

Abstandsregeln müssen eingehalten werden

Damit konnte zumindest der engere Familienkreis wieder bei der Trauung dabei sein. Weiter will man in Dortmund aber auch trotz der jetzt vom Land verkündeten Lockerung nicht gehen. Man bleibe bei maximal zehn Personen, erklärte Elisabeth Böker als stellvertretende Leiterin der Bürgerdienste auf Anfrage.

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Das Problem: Die Stadt muss auch Sorge dafür tragen, dass die Abstandsregelungen aus der Corona-Schutzverordnung eingehalten werden. Selbst wenn die Trauzimmer groß genug für mehr Gäste seien, könne es auf den Wegen dahin eng werden, gibt Elisabeth Böker zu bedenken. „Wenn wir das mit dem Mindestabstand ernst nehmen, haben wir eine vernünftige Regelung“, ist sie überzeugt.

Es habe am Mittwoch schon mehrere Nachfragen von Brautpaaren gegeben, berichtet Elisabeth Böker. Nachdem man die Gründe für die Beschränkung erklärt habe, sei man aber durchweg auf Verständnis gestoßen.

Kaum weniger Trauungen

An einigen Ambiente-Trauorten gelten ohnehin noch stärkere Einschränkungen. Im „Alten Hafenamt“, wo man im engen Turmzimmer heiraten kann, kann weiterhin lediglich das Brautpaar in Anwesenheit eines Standesbeamten oder einer Standesbeamtin getraut werden. Im Haus Rodenberg in Aplerbeck sind neben dem Brautpaar und dem Standesbeamten sieben zusätzliche Gäste erlaubt.

Bei Trauungen am „Ambiente-Ort“ Haus Rodenberg in Aplerbeck ist die Gästezahl noch strenger begrenzt.

Bei Trauungen am „Ambiente-Ort“ Haus Rodenberg in Aplerbeck ist die Gästezahl noch strenger begrenzt. © Stephan Schütze

Für alle Orte gilt die Pflicht, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. „Es wird aus Rücksicht auf alle Anwesenden dringend empfohlen, auch während der Zeremonie einen Schutz zu tragen“, heißt es in den Hinweisen der Stadt.

Alle Corona-Einschränkungen halten Dortmunder Paare aber offensichtlich nicht in großer Zahl davon ab, sich das Ja-Wort zu geben. Denn die Zahlen sind im Jahresvergleich nur leicht gesunken. Im April 2020 wurden vor dem Dortmunder Standesamt 116 Ehen geschlossen, ein Jahr zuvor waren es 181. Im Mai 2019 gab es 264 Trauungen, mit Stand von diesem Mittwoch 220 im Mai 2020.

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