Tull-Villa am Phoenix-See kurz vor der Zwangsversteigerung verkauft

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Die wechselvolle Geschichte der Tull-Villa am Phoenix-See geht weiter. Eigentlich sollte die Immobilie zwangsversteigert werden. Doch kurz vor dem Termin fand sich eine andere Lösung.

Hörde

, 19.10.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Tull-Villa neben der Hörder Burg ist nach wie vor ein Blickfang am Phoenix-See. Auch wenn der lange Leerstand und der unvollendete Um- und Anbau dem historischen Gebäude nicht gut getan haben. Ein Café und ein Musikkonservatorium sollten dort einziehen, doch diese Pläne für die ehemalige Direktoren-Villa haben sich zerschlagen.

Antrag auf Zwangsversteigerung wurde zurückgenommen

Nach Uneinigkeiten der Eigentümer drohte der Immobilie zuletzt die Zwangsversteigerung. Am 15. September sollte das Amtsgericht Dortmund über diesen Weg einen neuen Eigentümer ermitteln, um Verbindlichkeiten in unbekannter Höhe zu begleichen.

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Doch wenige Tage vor dem Termin wurde die Villa dann doch verkauft und der Antrag zurückgenommen, wie Jan Schwengers, Sprecher des Amtsgerichts, bestätigt.

Wer der neue Eigentümer des einst stolzen Gebäudes in exponierter Lage am See-Ufer ist, war nicht zu erfahren.

Die Stadt Dortmund als einer der Gläubiger bestätigt lediglich, dass die Säumigkeiten gegenüber der Stadtkasse beglichen wurden.

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Ein vom Amtsgericht beauftragtes Gutachten hatte den Verkehrswert der etwa 1869/70 entstandenen Immobilie auf 2,1 Millionen Euro taxiert. Knapp 1400 Quadratmeter Nutzfläche stehen zur Verfügung. Zuletzt waren davon etwa 400 Quadratmeter für Büros vorgesehen und gut 740 für die Gastronomie. 184 waren für das Internationale Konservatorium reserviert.

In den unvollendeten Vorbau sollte einmal eine Filiale der Kette „Café Bar Celona“ einziehen.

In den unvollendeten Vorbau sollte einmal eine Filiale der Kette „Café Bar Celona“ einziehen. © Susanne Riese (A)

Ob die künftige Aufteilung noch etwas von diesem Konzept widerspiegeln wird, bleibt zurzeit offen. Die Villa ist als Bestandteil des Bodendenkmals Hörder Burg geschützt. Ob aber die ursprünglich festgeschriebene Teil-Nutzung für einen kulturellen Zweck verbindlich bleibt, ist nach der Insolvenz des Betreibers nicht sicher.

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Solche Nutzungsbeschränkungen wären bei der Versteigerung zu klären, hatte im Vorfeld Amtsgerichts-Sprecher Jan Schwengers erklärt. Durch den Verkauf ist es nun dazu nicht gekommen.

Gutachten geht von Wertsteigerung aus

Was das für die Zukunft der Villa heißt, dazu konnte auch Stadtsprecher Michael Meinders keine Auskunft geben. Das Gutachten des Dortmunder Sachverständigenbüros Catrin Rust jedenfalls bescheinigt der Jugendstil-Villa am Kai Wertsteigerungspotenzial und aufgrund der Lage mitten im aufstrebenden Phoenix-See-Umfeld eine gute Vermietbarkeit.

Allerdings geht die Einschätzung der Sachverständigen auch von erhebliche Sanierungs-und Fertigstellungskosten in Höhe von mehr als 2,5 Millionen Euro aus.

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