U-Bahn-Baustelle am Hauptbahnhof dauert viel länger - und wird deutlich teurer

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Eigentlich sollte die erweiterte U-Bahnstation Hauptbahnhof in diesem Jahr fertig werden. Jetzt steht fest: Die seit 2014 laufenden Bauarbeiten dauern deutlich länger und werden teurer.

Dortmund

, 30.08.2019, 10:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadtbahn-Station Hauptbahnhof ist eine der am meisten genutzten U-Bahn-Halte in Dortmund. Tausende Pendler steigen hier täglich ein und um. Und drängen sich seit Jahren auf einem extrem schmalen Bahnsteig. Denn wegen Bauarbeiten beengt eine Arbeitsschutzwand den Platz für die Wartenden.

Was hinter der Wand passiert, lässt sich nur erahnen. Bunte Bilder verkünden immerhin das Ziel: Größer und komfortabler soll es werden.

U-Bahn-Baustelle am Hauptbahnhof dauert viel länger - und wird deutlich teurer

So soll die erneuerte Station Hauptbahnhof mit Verteilerebene und verbreitertem Bahnsteig aussehen - wenn sie denn einmal fertig wird. © Stadt Dortmund

In der Tat werden die Bahnsteige deutlich erweitert - von ursprünglich vier auf 9,50 Meter. Dazu ist das unterirdische Bauwerk in den vergangenen Jahren weiter ins Erdreich getrieben worden. Wie beim U-Bahn-Bau hat man den Untergrund weiter ausgehöhlt, um mehr Platz für den Bahnsteig zu schaffen.

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Baubeginn im Jahr 2014

Begonnen hat man mit den Arbeiten schon vor fünf Jahren. In diesem Jahr sollte die erweitere U-Bahnstation fertig werden. Nicht nur mit mehr Platz, sondern auch mit zusätzlichen Treppenaufgängen, Aufzügen und einer neu gestalteten Fußgängerebene. Außerdem wird der Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht und es werden neue Betriebsräume eingerichtet.

U-Bahn-Baustelle am Hauptbahnhof dauert viel länger - und wird deutlich teurer

So sah es im Rohbau der Station hinter den Arbeitsschutzwänden vor zwei Jahren aus. Tiefbauamtsleiterin Sylvia Uehlendahl führte damals SPD-Politiker über die Baustelle. © Stephan Schütze

Doch schon der Blick auf den aktuellen Zustand der Baustelle zeigt, dass es mit der geplanten Fertigstellung bis Ende 2019 wohl nichts werden wird. Den Eindruck bestätigt jetzt eine Vorlage der Verwaltung für den Bau- und Verkehrsauschuss des Rates. Darin räumen die städtischen Tiefbauer ein, dass die Stationserweiterung deutlich teurer wird – und deutlich länger dauern wird. Die Kosten steigen von 36,9 Millionen um rund 4 Millionen auf 41 Millionen Euro- das ist ein Anstieg um 12 Prozent.

Noch drastischer fällt die Zeitverzögerung aus: Der Abschluss der Bauarbeiten verzögert sich um „mindestens zwei Jahre“, heißt es. „Nicht vor 2022“ soll das Werk nun zum Abschluss gebracht werden.

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Probleme mit Baufirmen

Die Gründe sind nach der Auflistung der Verwaltung vielfältig. Sie reichen von erweiterten Plänen im Zusammenhang mit der geplanten neuen Verbindungshalle vom Hauptbahnhof zum Nordausgang über Beeinträchtigungen durch die ICE-Entgleisung im Mai 2017 bis zu archäologischen Funden auf der Baustelle.

Genannt werden auch personelle Engpässe in der Stadtbahnbau-Abteilung.

Hauptgrund aber sind nach Angaben der Verwaltung Probleme mit den beauftragten Bau- und Handwerksfirmen. Mehrfach habe es Personalwechsel in der Projektleitung und bei den Monteuren der Firmen gegeben. „Dadurch gestaltete sich der Informationsaustausch sehr schwierig und ein reibungsloser Bauablauf konnte nicht gewährleistet werden“, heißt es in der Vorlage für die Politik. Nicht zuletzt gebe es bei allen Firmen nicht ausreichend qualifizierte Arbeitskräfte. Das führe zu Qualitätsproblemen und Zeitverzögerungen durch die nötige Beseitigung von Mängeln.

Hoffen auf mehr Fördermittel

Das Zeitproblem wird nun auch zum finanziellen Problem. Die angespannte Lage in der Bauwirtschaft führe zu unerwartet hohen Kostensteigerungen, stellen die Tiefbauer fest. „Da hat uns die Konjunktur der Baubranche eingeholt“, sagt Tiefbauamtsleiterin Sylvia Uehlendahl.

Deshalb wird nun ein Nachschlag von 4 Millionen Euro nötig, über den der Rat am 26. September beschließen soll. Doch nicht nur die Dortmunder Politik muss grünes Licht geben. Beim Land, das 90 Prozent der Kosten trägt, soll eine Erhöhung der Förderung beantragt werden.

Damit nicht genug: Vorsichtig weisen die Tiefbauer darauf hin, dass das Projekt am Ende aber noch teurer werden könnte. Viele beauftragte Firmen hätten finanzielle Nachforderungen gestellt. Die wurden von der Stadt zurückgewiesen, in einigen Fällen gibt es aber auch juristische Auseinandersetzungen. Ausgang offen. Da zusätzliche Kostenrisiko beziffert die Verwaltung auf noch einmal rund 6 Millionen Euro.

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